Sie stehen in Wohnquartieren, an Strassenrändern oder Bushaltestellen: Jeden Morgen sammelt Bala Palanivel, Hausdienst vom Shoppi Tivoli, in ganz Spreitenbach rund zwei Stunden lang Einkaufswägeli ein. Mehr als hundert Stück «verschwinden» jeden Tag, weil die Kunden damit ihre Einkäufe nach Hause transportieren – und sie nicht mehr zurückbringen.

Genug ist genug, findet der CEO vom Shoppi Tivoli, Patrick Stäuble, und will nun gegen die Wägeli-Diebe vorgehen: «Wir werden sie zuerst verwarnen und die Adresse aufschreiben. Machen sie es noch einmal, ergreifen wir das letzte Mittel und stellen einen Strafantrag», sagt er gegenüber «Tele M1».

Für den Hausdienst des Einkaufcenters sind nicht die verschwundenen Wägeli das grösste Problem, sondern was die Kunden an Abfall in ihnen zurücklassen. «Wir haben auch schon volle Pampers-Windeln aus den Wagen herausgeholt – das ist wirklich unangenehm», so Palanivel. Deshalb wird auch jedes gefundene Wägeli gereinigt und desinfiziert. 

Bekannt ist das Problem der entwendeten Einkaufswägeli auch in der Aarauer Telli. Hier sammeln Coop-Mitarbeiter jeden Tag über 200 Einkaufswägeli ein, wie es vor drei Jahren in der Quartierzeitung «Tellipost» hiess. Jährlich würden zwischen 100 und 200 Wägeli ganz verschwinden. Coop konnte dies nicht bestätigen, verriet aber den Preis der Wägeli: Dieser liegt zwischen 150 und 200 Franken. Wenn 100 Wägeli verschwinden, kostet das den Detailhändler in Aarau also 15'000 Franken pro Jahr. (sam/fh)

Patrick Stäuble, CEO des Shoppi Tivoli.

Patrick Stäuble, CEO des Shoppi Tivoli.