Neuenhof

Eltern warnen auf Facebook vor Kindsentführern – was ist dran an der Geschichte?

Mit solchen Postings schüren Eltern auf Facebook Angst vor Kindsentführern – die Polizei warnt vor voreiliger Hysterie.

Mit solchen Postings schüren Eltern auf Facebook Angst vor Kindsentführern – die Polizei warnt vor voreiliger Hysterie.

Seit einigen Tagen macht eine Warnung an Eltern auf Facebook die Runde: In Neuenhof soll es vergangene Woche zu einem Vorfall gekommen sein, hinter dem eine versuchte Kindesentführung stecken könnte. Die Kantonspolizei Aargau warnt jedoch vor zu grosser Hysterie.

Es sind besorgniserregende Zeilen, die derzeit rege auf der Social Media-Plattform Facebook geteilt werden: «Passt bitte auf eure Kinder auf», heisst es im Posting einer besorgten Mutter. «Es ist ein weisser Transporter mit zwei Männern unterwegs, die vorhaben, Kinder zu entführen.»

Laut der Verfasserin der Warnung soll in Neuenhof ein Mädchen von den beiden Männern angesprochen worden sein. Dieses sei anschliessend schreiend davongerannt. 

Roland Pfister, Mediensprecher bei der Kantonspolizei Aargau, bestätigt auf Anfrage der «Aargauer Zeitung», dass der Polizei am Abend des 12. Juni ein entsprechender Vorfall gemeldet wurde. Dass deswegen in den sozialen Netzwerken Angst und Hysterie geschürt wird, findet er allerdings problematisch. 

«Potenzial für Missverständnisse ist gross»

«Die beiden Männer haben dem Mädchen in ausländischer Sprache etwas zugerufen», erklärt Pfister. Die 12-Jährige sei beim Vorfall weder angefasst worden, noch habe man versucht, sie auf irgendeine Art und Weise ins Auto zu locken. «Das Potenzial für Missverständnisse ist in solchen Fällen sehr gross», führt der Mediensprecher weiter aus. 

Weil das Mädchen keine Angaben zum Fahrzeugtyp oder zum Nummernschild machen konnte, gebe es derzeit auch keine Ermittlungen in dieser Sache. Da sich der Vorfall in einem Wohnquartier und nicht etwa in der Nähe einer Schule ereignete, könne man laut Pfister auch keine Massnahmen wie grössere Präsenzmarkierung der Polizei einleiten.

Parallelen zu Vorfall in Schneisingen?

Bereits im September vor zwei Jahren warnte die Schulleitung der Primarschule Schneisingen in einem Elternbrief vor zwei Männern, die mit einem weissen Kastenwagen beim Schulhof vorgefahren und Schulkinder angesprochen haben sollen. Auch damals verbreiteten Eltern die Mitteilung hundertfach auf Facebook und schürten damit Angst.

Pfister sieht indes keinen Zusammenhang der beiden Fälle. Allein der grosse Zeitraum zwischen den beiden Vorfällen mache es unwahrscheinlich, dass sie etwas miteinander zu tun haben.

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