Baden

Die Radquer-Weltklasse ritt durchs Badener Nebelmeer

Zum ersten Mal massen sich am Sonntag Radquersportler auf der Baldegg. Bei Nebel ging es für die Radfahrer quer über Wiesen und Wege. Selbst der Weltmeister im Süpercross war zugegen.

Etwas einsam steht ein Glacewagen am Sonntagmorgen im dichten Nebel auf der Baldegg. Gelegentlich fährt ein Kind mit gluschtigem Blick auf seinem Velo vorbei, doch momentan gibt es Wichtigeres als Süssigkeiten. Was jetzt zählt, ist die Vorbereitung für das Rennen, wegen dem sie alle gekommen sind: Schüler, Lehrlinge und ihre Eltern; Fahrradprofis und Amateure. Alle haben sie sich auf der nebelverhangenen Baldegg zusammengefunden, um das erste Radquerrennen Badens zu absolvieren: das Süpercross.

Mountainbike verdrängt Radquer

Süpercross, wirklich mit «ü» geschrieben, lehnt an den Namen der Radquerrennen aus Belgien an. An der Superprestige (sprich: Süperprestige) nehmen die besten Radquerfahrer der Welt teil. Die Adaption mit dem «ü» war als Gag gedacht, der sich schliesslich eingebürgert hat.

Früher als Radquernation bekannt, verdrängte Mountainbike in der Schweiz den Radquersport immer mehr. Die Organisatoren des Süpercross, der Verein «Süpercycling Baden», wollen den Radquersport mit dem Süpercross wieder aufleben und ihm in der Region mehr Bedeutung zukommen lassen. «Die Baldegg ist der optimale Austragungsort», sagt OK-Präsident Christian Rocha. «Mit Freunden fuhr ich oft hier oben Quer und wir merkten rasch, dass es eine perfekte Strecke ist. Wir wollten ein Rennen organisieren, an dem alle mitmachen und den Radquersport kennen lernen können.»

Das erste Süpercross am Sonntag konnte bereits mit einem Trumpf aufwarten: Der Weltmeister Zdenek Stybar aus Tschechien sowie weitere nationale und internationale Spitzensportler massen sich auf der Baldegg. Während auf der Strecke die Grössten aus dem Radquersport fuhren, konnten die Kleinsten neben der Strecke ihr Können auf einem Geschicklichkeitsparcours beweisen, oder sich auf der Hüpfburg austoben. Und wer mit dem Velo nichts am Hut hat, für den bot die Festwirtschaft eine Möglichkeit zu entspannen und die Aussicht zu geniessen – vor allem beim herrlichen Spätsommerwetter am Nachmittag.

Besucher zeigten sich begeistert

Obwohl Radquer weder zu den olympischen Disziplinen zählt noch weit über die Grenzen des Radsports hinaus bekannt ist, zog das erste «Süpercross» viele Besucher auf die Baldegg. Die Fahrer waren teilweise sogar aus dem Ausland angereist, um am ersten Wochenende der Radquer-Saison ein Rennen bestreiten zu können. Dies zeigte sich auch auf dem Parkplatz: Italienische, französische und slowenische Nummernschilder reihten sich hier aneinander. Und wer gerade kein Rennen fuhr, legte sich hin und genoss vor seinem Wohnwagen die wohl letzten warmen Sonnenstrahlen dieses Jahres.

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