April April!
Die Mörserbombe «vom» Schulhausplatz ist wieder im Historischen Museum

Der aussergewöhnliche Fund vor dem Falkengebäude entpuppt sich als 1.-April-Scherz – einen Baustellenrundgang gabes dennoch.

Carla Stampfli
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Gesamtprojektleiter Marcel Voser (r.) führte die Interessierten durch die Baustelle am Schulhausplatz. ces

Gesamtprojektleiter Marcel Voser (r.) führte die Interessierten durch die Baustelle am Schulhausplatz. ces

Carla Stampfli

Der Baggerfahrer auf der Baustelle am Schulhausplatz entdeckte tatsächlich eine Mörserbombe (az von gestern). Aber er fand sie nicht beim Aushub: Die BT-Redaktion hatte dem Fahrer die metallene Kugel mit Absicht auf die Baggerschaufel gelegt, damit er diese in die Baugrube hieven konnte. Schliesslich sollte der aussergewöhnliche Fund authentisch wirken – und von den Lesern nicht auf Anhieb als 1.-April-Scherz entlarvt werden.

Auf den Aufruf zu einem historischen Rundgang mit Gesamtprojektleiter Marcel Voser fanden sich einige Interessierte beim Falkengebäude ein. Vor der Führung gestand Redaktor Roman Huber dann, dass die Mörserbombe nur ein Spass war. «Die Baustellenführung, die gibt es aber tatsächlich», sagte er zu den verblüfften – und leicht enttäuschten – Anwesenden.

Unter ihnen war auch ein Beteiligter des Schulhausplatzumbaus. «Ich bin voll darauf reingefallen», sagte er mit einem Lachen. Da er nicht habe arbeiten müssen, dachte er, dass ein historischer Rundgang doch interessant wäre. «Dass 1. April ist, habe ich nicht realisiert.» Die Geheimhaltung hat also selbst unter den Projektbeteiligten geklappt.

Mörserbombe war Blindgänger

Die in die Baugrube gehievte Mörserbombe stammt übrigens aus dem Historischen Museum Baden. Gefunden wurde sie im Jahr 2006 westlich der Festung Stein in einem Rebberg. Die 25 Kilogramm schwere Kugel stammt aus dem zweiten Villmergerkrieg, als die katholische Stadt Baden 1722 von den reformierten Bernern und Zürchern belagert wurde: Letztere stellten beim Siechenhaus St. Anna, im Bereich des heutigen Brückenkopfs der Hochbrücke, ihre Geschütze auf und beschossen die Stadt. Eine Mörserbombe erwies sich aber als Blindgänger und blieb fast 300 Jahre im Boden stecken, ehe sie bei der Neuanlegung des Rebbergs entdeckt wurde. Inzwischen liegt die metallene Kugel nach ihrem Ausflug in die Baugrube wieder sicher verpackt in ihrer Holzkiste im Historischen Museum.

«Jetzt hoffen wir, dass wir bei den weiteren Bauarbeiten wirklich nichts finden», sagte Marcel Voser nach dem Rundgang mit einem Lachen.