BT-Kolumne
Das krummgebohrte Parkhaus – und was uns ein Littering-Blitzer bringen würde ...

Daniel Cortellini schreibt heute über eine Odyssee im Parkhaus am Theaterplatz, die ihn auf eine kreative Idee gebracht hat.

Daniel Cortellini
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Immer, wenn ich das Parkhaus am Theaterplatz befahre, denkt's in mir: Das ist irgendwie krumm gebohrt. Es beginnt schon mit dem Slalom vor der Schranke und den zwei Ticketautomaten – ich kann mich nie entscheiden, welches der Günstigere von beiden ist.

Daniel Cortellini

Daniel Cortellini

Dann ziehe ich am einen Ticket und befahre die dunkle Höhle ... Sofort sehe ich rechts zwei freie Parkplätze – aber logo, die sind nur für Teslas und Ähnliches. Aber Hoppla! Links winkt mir ein wunderbarer freier Parkplatz, den ich aber leider nicht direkt nehmen darf, ich muss zuerst zum unteren Ende des Gebäudes fahren, dort die Spirale ins erste UG nehmen, wo ich warten muss, bis der fette BMW-SUV vor mir die Kurve auch noch unüberhörbar gekratzt hat. Dann bin ich im Minus 1, sehe das Parkplatzschild grün (frei) leuchtet und folge dem BMW wieder hinauf, wo ich zusehen darf, wie der meinen freien Parkplatz nimmt, derweil wohl unten das Schildchen schön sauber auf rot geht – jetzt ist nämlich alles besetzt! Super!

Immerhin ist die Ausfahrt gratis, ich säge mich um die Aus- bzw. Einfahrt und ziehe sicherheitshalber den anderen Ticketautomaten, bevor ich mich dann im zweiten UG in eine Parklücke gefühlten zwei Metern Breite hineinzwänge, es bleiben also noch locker 10 Zentimeter, um auszusteigen ... Echt jetzt: Für mich ist das ganze Parkhaus irgendwie krumm gebohrt ...

Hier geht's in das Parkhaus zum Theaterplatz. (Archivbild)

Hier geht's in das Parkhaus zum Theaterplatz. (Archivbild)



Walter Schwager

Dafür ist das Dach gut gelungen! Richtig luftig und stylish mit ganz viel Kies und ein paar schönen Bänkli, wo sich Wochenende für Wochenende die «Friday-for-Littering»-Generation tummelt und das Herz unserer Altstadt und sämtliche Litteringgesetze mit containerweise Abfall und schlechter Musik besudelt.

Gäbe es Littering-Blitzer, der ganze Theaterplatz würde nächteweise taghell erglühen, vom Mond aus sähest Du mitten in der Stadt Baden ein regelrechtes Goldstück! Diese Busseneinnahmen würden den Gstühlblitzer grad bleich und obsolet erscheinen lassen – Jesses würd der mir fehlen! Dafür könnten wir den Littering-Einnahmen wohl jedem städtischen Angestellten ein vierzehntes Jahressalär plus einen Tesla offerieren. Den Anwohnern könnte man eigens einen Gärtner für die Pflege der Privatgärten und des höchst geschätzten städtischen Erscheinungsbildes rund ums Parkhaus zur Verfügung stellen!

Eigentlich schade, gibt es keine Instanzen, die sich um diese Einnahmen kümmern können. Drum denkt's mir plötzlich ganz was Freches: Wieso kehren wir – nur übers Wochenende! - das Regime nicht wieder um? Oben auf dem Dach die schönen (E-)Autos und der «Friday-for-Littering»-Gesellschaft übergeben wir unten ein paar krummgebohrte Parkplätze! Tobt Euch 48 Stunden lang aus, macht Musik, geniesst das Leben und rudert in der Tiefgarage im eigenen Abfall herum ... Mei, das macht allen Beteiligten inklusive Anwohnern nur Freude!

Muss mal den Schneidi fragen, wo Badens Briefkasten für gute Ideen ist – vielleicht gibt’s ja mal ein bisschen Provision oder ein paar Gratis-Parkhaus-Stunden für den Corti!

Daniel Cortellini betreibt an der Rathausgasse in Baden ein Fachgeschäft für Schweizer Weine. Er ist in Baden aufgewachsen und war während fünf Jahren Präsident der Unteren Altstadt Baden.

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