Baden
16 Wochen Baustelle: Ladenbesitzer bei Mittleren Gasse befürchten Einbussen

Die Mittlere Gasse in Baden wird neu gestaltet. 16 Wochen dauert die Sanierung. Finanzielle Entschädigung gibt es für die betroffenen Ladenbesitzer von der Stadt keine.

Pirmin Kramer
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Während 16 Wochen eine Baustelle: Die Mittlere Gasse in Baden. PKR

Während 16 Wochen eine Baustelle: Die Mittlere Gasse in Baden. PKR

Als vor einem Jahr die Weite Gasse saniert wurde, hatte dies kurzfristig unangenehme Folgen für die Ladenbesitzer: Einige verzeichneten während der Bauarbeiten Umsatz-Einbussen von bis zu vierzig Prozent.

Als Hauptgrund gaben sie die fehlende Laufkundschaft an. Diese Woche ist nun in der Altstadt mit der Neugestaltung der Mittleren Gasse begonnen worden – das bereitet auch hier Sorgen.

«Wir bieten in unserem Geschäft Kosmetikbehandlungen an, zum Beispiel auch entspannende Gesichtsmassagen. Wenn während einer solchen Behandlung Presslufthammer dröhnen, ist das natürlich nicht ideal», sagt Inhaberin Beatrice Reinhart.

«Aber es wird hoffentlich nicht während der gesamten Bauzeit so laut sein.» Lobende Worte findet sie für die Bauarbeiter, die sehr nett und hilfsbereit seien, sowie die Stadt Baden, die bisher gut informiert habe.

Tanja Mösch, Geschäftsführerin der «Zäni Bar», sagt: «In der mittleren Gasse haben sich keine grossen Ladenketten angesiedelt, die Läden befinden sich im Privatbesitz.

Dass wir wegen der Bauarbeiten Geld verlieren, steht schon jetzt fest. Es stellt sich nur die Frage, wie hoch die Einbussen sein werden, die wir hinnehmen müssen.» Die nächsten Monate würden sicher nicht ganz einfach.

«Denn in Frühlings- und Sommermonaten überleben wir in erster Linie dank der Gäste, die draussen sitzen.» Doch sie und ihr Team seien positiv denkende Menschen, sagt Mösch: «Frustration oder Wut helfen uns jetzt auch nicht weiter.»

Im «Zäni» wird im Mai und Juni darum jeden zweiten Samstag der zweite Stock geräumt, damit Funk-Partys gefeiert werden können. Die Gewerbepolizei habe sich hier sehr kooperativ gezeigt. «So können wir vielleicht den einen oder anderen Franken zurückholen, der wegen der Arbeiten draussen verloren geht», sagt Mösch.

Er könne nur beten, dass es dieses Jahr nicht oft regne, sagt Peter Siegenthaler, Geschäftsführer von «Cadenheads whisky&more». Sein Laden liegt am Ende der Mittleren Gasse.

Als die Weite Gasse und die Obere Gasse saniert wurden – diese beiden Strassen führen am Whiskyladen vorbei – da musste Siegenthaler beide Male Wasserschäden erleiden.

«Erst die Einbussen, weil weniger Kunden zu mir kamen, und dann noch die Wasserschäden: Es war verheerend.»

Eine finanzielle Entschädigung vonseiten der Stadt wäre angebracht, findet er: «So viel Lärm – man kann kaum mehr arbeiten.»

Er schlägt als mögliche Form der Unterstützung für die betroffenen Detaillisten eine Mietzinsreduktion für die Zeit der Sanierung vor, die die Stadt Baden dann den Hausbesitzern rückvergüten würde.

Erneut Brücken und Gräben

«Wir können den Gewerbetreibenden keine Entschädigung geben, auch wenn es für sie keine einfache Situation ist», sagt Stadtammann Geri Müller.

«Ich würde erwarten, dass die Vermieter die Miete ein wenig senken, das habe ich auch an einer Veranstaltung der City Com gesagt.» In der Weiten Gasse sei es letztes Jahr vereinzelt zu Mietzinsreduktionen gekommen. Vergessen werde dürfe nicht, dass die Ladenbesitzer eine Gasse mit hoher Qualität erhalten, sagt Müller.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich 16 Wochen dauern, sagt René Zolliker von der Abteilung Planung und Bau.

500 000 Franken koste die Neugestaltung. In einer ersten Etappe werden die Werkleitungen ersetzt, anschliessend erfolge sogleich die erste Etappe der Strassenbauarbeiten. «Der bestehende Pflasterbelag wird abgebrochen und durch Quarz-Gubersteine ersetzt.

Dieselben Pflastersteine sind bereits in Teilen der Weiten Gasse verwendet worden», sagt Zolliker. Eine Herausforderung seien die engen Platzverhältnisse und die denkmalgeschützten Fassaden.

Wie schon bei der Sanierung der Weiten Gasse werden auch in der Mittleren Gasse Brücken über Gräben führen und grüne Teppiche ausgerollt, um den Weg durch die Strasse gut sichtbar zu machen. «Die Geschäfte und Gastrobetriebe sind darauf angewiesen, dass sie möglichst einfach zugänglich sind. Es ist jedoch klar, dass der Zugang temporär erschwert sein wird.»