Elisabeth Feller

«Alzheimer betrifft jeden»

«Alzheimer betrifft jeden»

«Alzheimer betrifft jeden»

Alzheimer kann jeden treffen – und doch ist es ein Tabuthema. «Das muss sich ändern», sagt Elisabeth Feller. Für ihr Engagement wird sie jetzt ausgezeichnet.

«Einsicht ist der erste Weg zur Besserung» – so lautet das Sprichwort. Im Falle von Alzheimer ist es nicht die Einsicht, sondern die Information. Information zur Enttabuisierung, zur Aufklärung. Und die Aufgabe, die sich Elisabeth Feller, langjährige Redaktorin der Aargauer Zeitung, selber gestellt hat.

«Mein Interesse an Alzheimer ist mit den Jahren gewachsen», sagt Feller. «Wenn man älter wird, überlegt man sich automatisch, was das für einen bedeutet.» Doch nicht nur das Alter macht die Krankheit gegenwärtig, sondern je länger, je mehr auch der Alltag. Mit dem Steigen der Lebenserwartung steigt auch die Zahl derer, die an Alzheimer erkranken.

Demenzerkrankungen sind in der Schweiz die vierthäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs und Schlaganfall. «Alzheimer betrifft jeden», sagt Elisabeth Feller. Sie kennt die Angst vor dem Wie und die Frage nach dem Warum, bei Bekannten und Freunden, in der Nachbarschaft und im familiären Umfeld.

Das Märchen der Verkalkung

Das Bild, das man sich von der Krankheit Alzheimer macht, hat sich in den letzten Jahren verändert. Früher sprach man noch von einer «Arterienverkalkung», er oder sie «sei halt etwas verwirrt». Was aber mit den Betroffenen zu tun war, das wusste keiner genau. Und auch heute noch ist die Angst vor der Krankheit gross.

Die Unbeholfenheit im Umgang mit Alzheimerpatienten oder anderen Demenzkranken hat Feller hautnah erlebt. «Vor Alzheimer kann man die Augen nicht verschliessen», sagt sie und handelt: Ausführlich hat sie in der letzten Zeit von den Aktivitäten der Alzheimervereinigung Aargau berichtet, um das Thema zu enttabuisieren, um das Leben mit der Krankheit einfacher zu machen. «Man darf weder dramatisieren noch verniedlichen, sondern muss sachlich orientieren», sagt Feller.

Als Dank und Anerkennung für ihre regelmässige Berichterstattung wird Feller heute Abend von der Schweizerischen Alzheimervereinigung Sektion Aargau mit dem Fokus-Preis ausgezeichnet. Elisabeth Feller habe wesentlich dazu beigetragen, «dass die Geschäftsstelle Aargau bekannt wurde und viele Menschen Hilfe und Beratung bekommen haben, dass eine breite Öffentlichkeit über die Krankheit informiert wurde und das Thema Demenz an Tabu verloren hat», so die Begründung von Verena Hirt, Präsidentin der Alzheimervereinigung Aargau.

Am Ball bleiben

Elisabeth Feller freut sich über die Auszeichnung und fühlt sich in ihren Bemühungen bestätigt. «Eine Plattform zu schaffen für eine solche Sache, ist sinnvoll», sagt sie. Zwar sei in Sachen Enttabuisierung noch nicht genug getan, aber man sei auf einem guten Weg. «Wenn ich dazu etwas beitragen kann, freut mich das», sagt Feller. Und sie verspricht: «Ich werde am Ball bleiben.»

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