Coronavirus
Aargauer Lehrpersonen wollen sich rascher impfen lassen

Lehrerinnen und Lehrer müssen, wie der grösste Teil der Bevölkerung, zuwarten, bis sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Der Aargauische Lehrerverband fordert, dass Lehrpersonen diesbezüglich Betreuungspersonal in Heimen gleichgestellt werden.

Eva Berger
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Kathrin Scholl, Präsidentin des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands.

Kathrin Scholl, Präsidentin des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands.

zvg

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) definiert vier Zielgruppen, für welche die Impfung gegen Covid-19 prioritär vorgesehen ist: besonders gefährdete Personen, Gesundheitspersonal, enge Kontakte besonders gefährdeter Personen und schliesslich Personal in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Risiko, beispielsweise Behindertenheime. Erst wenn diese Kategorien dran waren, kann sich der Rest der Bevölkerung impfen lassen - auch die Lehrerinnen und Lehrer.

Gleiche Kategorie wie Betreuungspersonal in Heimen

Diese möchten aber früher diese Möglichkeit haben. Über die Feiertage ist der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband (ALV) mit der Forderung an den Kanton gelangt, dass Lehrerinnen und Lehrer in die gleiche Kategorie fallen wie Betreuende in Heimen.

"Die Gesundheit von Lehrpersonen, Kindern/Jugendlichen und Eltern muss oberste Priorität haben", schreibt der ALV auf seiner Website. Er habe deshalb beim Bildungsdepartement (BKS) beantragt, dass Lehrpersonen, die das wünschen, zu einer schnelleren Impfmöglichkeit kommen. Gemäss der BAG-Einteilung sollen sie also zur Zielgruppe 4 gehören.

Bereits haben Kinder Lehrpersonen angesteckt

"Man weiss noch immer wenig über das Ansteckungsrisiko an Schulen, vor allem auch, was die Coronamutation betrifft", begründet Kathrin Scholl, Präsidentin des ALV, auf Anfrage das Vorgehen. Dass es zu Ansteckungen zwischen Kindern und Lehrpersonen kommen kann, sei hingegen bekannt und auch im Aargau bereits vorgekommen. "Vor den Weihnachtsferien gab es nachweisbar solche Übertragungen", so Scholl.

Eine Sonderbehandlung für Lehrpersonen will sie jedoch nicht. "Selbstverständlich muss sichergestellt sein, dass zuerst die besonders gefährdeten Personengruppen geschützt werden sollen." Lehrerinnen und Lehrer seien aber einem ähnlichen Risiko ausgesetzt wie Betreuerinnen und Betreuer. Und wie bei Heimen sei es weiter auch für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs wünschenswert, wenn möglichst wenig Personen krankheitsbedingt fehlten.

Die Antwort des Bildungsdepartement an den ALV steht noch aus.