Aarau
Zwei junge Aargauer forschen und hirnen, bis die Köpfe rauchen

Die beiden knapp 20-jährigen Aargauer Kantischüler Stefan Gugler und Michael Schürch werden für ihren virtuellen Rundgang durch ihre Schule am Samstag von der Organisation «Schweizer Jugend forscht» geehrt.

Daniel Wagner
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Die beiden Informatik-Freaks Michael Schürch (links) und Stefan Gugler programmierten einen virtuellen Rundgang durch ihre Schule. zvg

Die beiden Informatik-Freaks Michael Schürch (links) und Stefan Gugler programmierten einen virtuellen Rundgang durch ihre Schule. zvg

Die Neue Kantonsschule Aarau lässt sich neuerdings auch virtuell erkunden. Möglich ist dies dank der Maturaarbeit von Stefan Gugler (19) aus Seon und Michael Schürch (19) aus Hunzenschwil: «Die NKSA durch die 2.5-D-Brille – ein virtueller 2.5-D-Rundgang durch die Neue Kantonsschule Aarau». Die beiden Jungforscher haben es mit ihrer Umsetzung ins Finale von Schweizer Jugend forscht (SJf) geschafft. Ausgezeichnet werden sie dafür zusammen mit weiteren 75 Schweizer und sieben Aargauer Jungforschern am Samstag am 46. nationalen Wettbewerb in Lugano.

Hoher Wiedererkennungswert

Was hat die beiden Jungforscher dazu bewogen, diese virtuelle Entdeckungsreise in Form eines Computerspiels zu konzipieren und umzusetzen? Stefan Gugler: «Unsere Idee war, einen virtuellen Rundgang mit einem hohen Wiedererkennungs- und Unterhaltungswert zu schaffen.» Michael Schürch präzisiert: «Bei allen im Spiel vorkommenden Figuren handelt es sich um Schüler und Lehrer unserer Schule. Im Dialog mit ihnen kommen ihre Eigenheiten zum Ausdruck.»

Die Probe aufs Exempel zeigt: Die beiden Autoren haben nicht zu viel versprochen. Der Spieler startet seinen von Musik untermalten Rundgang beim Rektor, der ihn instruiert. Nach einer ersten Erkundungstour auf dem Campus macht sich Kohldampf bemerkbar. Dem Spieler versperrt ein Jugendlicher den Weg zur Mensa. Weshalb der wohl so nervös herumtigert? Beim genauen Hinschauen stellt sich heraus: Das ist ja das Mathi-Genie Tjomas. Er sucht wieder einmal verzweifelt seinen Taschenrechner und fragt: «Kannst du mir helfen, ihn zu suchen?» Die «Spürnase» findet das vermisste Stück im Papierkorb des Foyers. Witzig erweist sich die Begegnung mit dem Deutschlehrer. «Er ist bekannt für seine amüsanten Beispiele», sagt Michael Schürch schmunzelnd.

Fast ein ganzes Jahr haben die beiden Jungforscher an ihrem virtuellen Rundgang gearbeitet. Stefan Gugler: «Wir haben uns aufgeteilt, Michi setzte sich mit der Programmierung auseinander, während mein Augenmerk bei der Umsetzung der Grafik lag.» So sei das «Puzzle» schrittweise gewachsen.

Spiel kann erweitert werden

Die beiden gewieften Informatik-Freaks haben die Architektur des Spiels so gestaltet, dass gewandte Nutzer dieses nach entsprechender Instruktion selber beliebig erweitern können, ohne den eigentlichen Programmiercode antasten zu müssen. Michael Schürch: «Wir können uns vorstellen, dass künftig Informatikklassen an unserem virtuellen Rundgang weiterarbeiten.» Gegenwärtig seien nur das Foyer, die Mensa und der Pausenhof begehbar, nicht aber die oberen Stockwerke und die anderen Gebäudekomplexe. Schürch: «Die Dimensionen des Spiels könnten sich so explosionsartig vergrössern.»

Was aber hat es mit der 2.5-D-Brille auf sich? Michael Schürch lacht: «Eine Brille braucht es natürlich nicht, um auf den Rundgang zu gehen. Den Traum eines 3-D-Rundgangs mussten wir leider begraben, das wäre in der Realisierung viel zu aufwendig gewesen.» Statt eines «flachen»
2-D-Rundgangs mit der Perspektive von oben haben sich die beiden Jungforscher – unter Einbezug von Fotografien – für ein Zwischending zwischen 2-D und 3-D entschieden.

Nationaler Wettbewerb Schweizer Jugend forscht (SJf): Ausstellung und Preisverleihung am 4./5. Mai in Lugano. Weitere Infos auch über die Aargauer Jungforscher auf www.sjf.ch

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