Wildpark Roggenhausen

Wildschwein-Gehege soll vergrössert werden – das ist aber gar nicht so einfach

Im März waren die jungen Wildschweine im «Roggi» noch besonders niedlich.

Im März waren die jungen Wildschweine im «Roggi» noch besonders niedlich.

Die Wildschweine im Wildpark Roggenhausen haben zu wenig Platz. Nun soll das Gehege erweitert werden.

Die zwei erwachsenen Wildsauen im Wildpark Roggenhausen ziehen diese Saison 18 Frischlinge auf. Was mit den Kleinen passiert, ist noch unklar – verkaufen, verschenken, tauschen und, ja, schlachten sind mögliche Optionen. Sicher ist: Mehr als einen erwachsenen Keiler im «Roggi» verträgt es nicht, das gäbe Kämpfe. Und: Auch mit nur drei Tieren – der Standardbesetzung sozusagen – ist das Gehege an der unteren Grenze der notwendigen Grösse.

Zwar habe der Schweizer Tierschutz dem «Roggi» bei seiner Inspektion letztes Jahr insgesamt sehr gute Noten ausgestellt, sagt Peter Heuberger, Präsident des Vereins Wildpark Roggenhausen. «Der Tierschutz hat aber auch angemerkt: Es sei gut, dass wir uns darum bemühen, den Wildschweinen mehr Platz zu verschaffen.»

Wildschweine bekommen Gehege im Wald

Das Stallgebäude ist gross, nicht aber das Gehege. Dessen Erweiterung wird schon seit Jahren geplant. Das ist aber nicht so einfach. Auch, weil der Wildpark im «Roggehuusetääli» zwar den Aarauer Ortsbürgern gehört, aber auch mitten auf der Kantonsgrenze Aargau/Solothurn liegt. Der Grossteil befindet sich zwar auf Aarauer Stadtgebiet; das Wildschweingehege allerdings – bis auf einen kleinen Zipfel – fast vollständig in der Solothurner Gemeinde Eppenberg-Wöschnau. Und wo zwei Kantone involviert sind, geht es immer etwas langsamer voran.

Kommt hinzu, dass zunächst nicht klar war, wie genau die Erweiterung angegangen werden soll. Das Gehege liegt nämlich am Hang. Dieser ist mit einer massiven Steinmauer abgesichert. Würde man das Gehege einfach in Richtung Hang erweitern, so sagt Peter Heuberger, grüben die Wildschweine dort innert Kürze die Wurzeln der mächtigen Bäume frei.

«Das haben uns mehrere Förster bestätigt.» Die Lösung findet sich einige Meter weiter oben, Richtung Eppenberg: Da wird das Terrain flacher, die Wildschweine hätten dort eine Art Terrasse mitten im Wald; ein Rückzugsort, knapp 14 Aren gross.

Grosser bürokratischer Aufwand für einen Zaun

Für die Umsetzung des Projekts braucht es physisch bloss einen grossen Zaun und einen Aufgang vom alten Gehege her. Nötig ist dafür: eine Nutzungsplanänderung der Gemeinde Eppenberg-Wöschnau, eine Baube- willigung, eine Rodungsbewilligung, eine Aufforstung. Letztere, obwohl für das Projekt nur wenige Bäume gefällt werden müssten, sagt Peter Heuberger. Beachtet werden muss bei der Planung auch, dass ein offizieller Wildtierkorridor durchs Gebiet führt.

Immerhin hat der Kanton Solothurn jetzt in seiner Vorprüfung zur Nutzungsplanungsänderung grünes Licht gegeben. Diese kann demnächst bei der Gemeinde Eppenberg-Wöschnau öffentlich aufgelegt werden. Danach brauche es noch ein Baugesuch, sagt Heuberger. Es wird auch ein Ersatz der morschen Stützmauer innerhalb des Geheges – zum Spielplatz hin – umfassen.

Mindestens ein Jahr dürfte es also noch dauern, bis die Wildschweine mehr Platz bekommen. Gesichert ist die Finanzierung – der Wildpark-Verein hat ein komfortables Polster: «Wir haben mehrere Legate erhalten, darunter eines in der Höhe von einer Million Franken», sagt Präsident Heuberger. «Daraus können wir die Investition – wir rechnen mit ungefähr 300000 Franken – bezahlen.»

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