Aarau

Wieder Basketball und Fussball spielen: Ein Sieg für die Kinder in der Telli

Der «Rote Platz» beim Primarschulhaus Telli.

Der «Rote Platz» beim Primarschulhaus Telli.

Der Stadtrat liess beim Schulhaus die Basketballkörbe und die Fussballtore wieder aufstellen.

In der Telli findet ein im Frühling 2019 eskalierter Streit seinen vorläufigen Abschluss: Der Pausenplatz («Roter Platz») des Primarschulhauses hat wieder Basketballkörbe und benutzbare Fussballtore. Die Stadt hatte die Körbe vor rund einem Jahr entfernen und die Fussballtore jeden Abend ans Absperrgitter ketten lassen.

Der Hintergrund: Schon seit längerer Zeit hatten sich Anwohner im Aaredörfli über den Lärm auf dem Schul-Sportplatz beschwert. Es ging dabei nicht um die Schulkinder und ihre üblichen Pausenspiele, sondern um diejenigen, die den Platz ausserhalb der Schulstunden nutzten. Oftmals waren es ältere Jugendliche. Als besonders störend wurden Ballprellgeräusche bezeichnet.

In einem Leserbrief schrieben zwei der betroffenen Anwohner, der Lärm sei vor allem in den Abendstunden und am Wochenende «unzumutbar». Lösungsversuche waren gescheitert, weshalb die Stadt kurzen Prozess machte und die Ballspielgeräte entfernte respektive ausserhalb der Schulzeit anketten liess.

1030 Unterschriften wurden gesammelt

Die empörten Reaktionen auf die Massnahmen blieben nicht lange aus und manifestierten sich in einer Petition: «Statt sich für die Interessen der Kinder starkzumachen, stellt sich die Stadt auf die Seite einiger Anwohnerinnen und Anwohner, die sich durch spielende Kinder gestört fühlen», hiess es im Petitionstext.

Innert kurzer Zeit kamen 1030 Unterschriften zusammen. Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker nahm sie im Mai 2019 wohlwollend entgegen: «Bislang hatten wir nur die Aussagen der Beschwerdeführer, konnten also immer nur eine Seite hören.» Es sei dem Stadtrat ein Anliegen, dass die Spielplätze in der Regel von 7 bis 22 Uhr genutzt werden dürfen.

Nun hat der Stadtrat seine Stellungnahme zur Petition veröffentlicht. Man werde künftig ein Augenmerk darauf legen, wie bei Konflikten im öffentlichen Raum frühzeitig zwischen den Parteien vermittelt werden könne, heisst es darin. Dies auch im Rahmen der Anstrengungen, das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» zu erlangen.

Ein neuer Spielplatz ist der Plan

Im Fall Telli hätten mittlerweile mehrere Runde Tische mit den Direktbetroffenen stattgefunden und man glaube, nun eine für alle Betroffenen stimmige Lösung gefunden zu haben. Die Stadt setze sich anwaltschaftlich bei den Beschwerdeführenden für die Interessen der Kinder ein und trete als Vermittlerin auf, heisst es weiter in der Petitionsantwort.

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker sagt auf Anfrage der AZ, im Jahr 2019 sei der regelmässige Austausch mit den Quartiervereinen neu aufgenommen worden. Der Stadtrat habe festgelegt, dass 2020 insgesamt fünf Quartierforen – unter anderem auch in der Telli – organisiert werden sollen.

«Dieser regelmässige Austausch mit den Quartieren soll auch die Diskussion und Lösungssuche zwischen den Vereinen und innerhalb der Quartiere anregen.»

Geplant sei ausserdem, so Hanspeter Hilfiker, auf dem Kiesplatz nordöstlich des Schulhauses Telli einen neuen Spielplatz zu erstellen. Er werde in den Frühlingsferien gebaut und am 20. April offiziell den Kindern übergeben.

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