Urs Affolter
Wie der Buchser Ammann der Stadt Langenthal zum Wakkerpreis verholfen hat

Der ehemalige Arbeitgeber von Urs Affolter, die Stadt Langenthal, wird ausgezeichnet. Der Buchser Ammann hat entscheidend dazu beigetragen.

Nadja Rohner
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Urs Affolter ist Gemeindeammann von Buchs. Hauptberuflich arbeitet er als Stadtbaumeister von Rheinfelden. az

Urs Affolter ist Gemeindeammann von Buchs. Hauptberuflich arbeitet er als Stadtbaumeister von Rheinfelden. az

SEVERIN BIGLER

In seiner Gemeinde hat es Ammann Urs Affolter derzeit nicht leicht: Buchs hat kein Geld, muss aber Schulhäuser und Strassen bauen; der Steuerfusserhöhung um acht Prozentpunkte droht an der Urne der Schiffbruch (Abstimmung am 10. Februar); und im Dorf kämpft eine überparteiliche IG für den Wiederbeitritt der Gemeinde zum «Zukunftsraum Aarau», den der Gemeinderat dezidiert ablehnt.

Doch beruflich hat Urs Affolter gestern einen Freudentag erleben können – weil die Stadt Langenthal BE den Wakker-Preis des Schweizer Heimatschutzes erhalten hat. Denn Affolter war 16 Jahre lang Stadtbaumeister in Langenthal, bevor er 2013 in gleicher Funktion nach Rheinfelden wechselte. Zufall, dass auch Rheinfelden drei Jahre nach Affolters Amtsantritt den Wakker-Preis erhielt; dazu hat er aufgrund der kurzen Dauer nicht viel beitragen können. Langenthal aber hat Affolter seit 1997 mitgestaltet.

Entsprechend glücklich war er gestern, als er aus der Presse vom Wakker-Preis erfuhr: «Ein ganz kleines bisschen», sagt er lachend, habe er wohl schon dazu beigetragen.

Viele der von der Wakker-Preis-Jury explizit erwähnten Objekte hat Urs Affolter aufgegleist oder den Bau selber begleitet. Etwa die Sanierung denkmalgeschützter Schulbauten. Unterhält man sich mit Einheimischen, fallen vor allem die Stichworte «Marktgasse» und «Wuhrplatz» als «die bleibenden Werke, die Affolter hinterlassen hat». Auch er selber bezeichnete die Umgestaltung des Wuhrplatzes in einem Interview mit der «Berner Zeitung» zu seinem Abschied als «die wichtigste Umgestaltung von öffentlichem Raum». Und gestern sagte er gegenüber der AZ, er habe noch heute Freude an der «wirklich gelungenen Gestaltung».

In der Wakker-Preis-Broschüre wird der Wuhrplatz beschrieben als ehemals «zentral gelegene, etwas öde Freifläche» die «vorwiegend als Markt- und Parkplatz gedient hatte», bevor sie umgestaltet wurde (2010/11). Buchser mögen sich hier an den Bärenplatz im Dorfzentrum erinnert fühlen, dessen Umgestaltung 2017 an der Urne abgelehnt wurde. Allerdings, weil man in Buchs nicht so recht weiss, was mit dem Platz eigentlich geschehen soll – in Langenthal zog sich die Neugestaltung des Wuhrplatzes primär aus finanziellen Gründen lange hin.

Erst, als die darbende Stadt durch den Verkauf von Energieversorger-Aktien gut 100 Millionen Franken einnahm, konnte der Platz realisiert werden. Heute präsentiere sich der Wuhrplatz «als Zentrum des Käsereiquartiers, als Bindeglied zwischen der Marktgasse und dem Mühleareal sowie als vielfältig nutzbarer Begegnungsort», so der Heimatschutz. Besonders hervorgehoben wird im Beschrieb «eine lang gezogene Pergola mit einem kleinen Mehrzweckgebäude» sowie «die stufenartige Ufergestaltung», welche die Langete – ein kleiner Fluss, nicht unähnlich der Suhre – «wieder erlebbar machen».

Affolter, Architekt mit Nachdiplomstudium in Raumplanung, ist in Langenthal aufgewachsen. Er arbeitete wenige Jahre in Zofingen und wurde dann in Buchs Bauverwalter. Wegen der Wohnsitzpflicht musste er umziehen. 1997 wurde er Stadtbaumeister in seiner Heimatstadt, blieb aber in Buchs wohnhaft.Mehr auf Seite 36