KSA
Was die Beförderung des KSA bedeutet

Die Klinik für Innere Medizin des Kantonsspitals Aarau (KSA) führt neu die Zusatzbezeichnung «Universitäre Klinik der Universität Basel». Was bedeutet das konkret?

Fränzi Zulauf
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Kantonsspital Aarau

Kantonsspital Aarau

Herr Müller, Herr Karli, das Kantonsspital Aarau verfügt nun über eine «Universitäre Klinik». Ist das einfach eine schöne Bezeichnung oder in einem gewissen Sinne eine Beförderung?
CEO Urs Karli: Ich sehe es als Wertschätzung. Es zeigt auch, dass Unispitäler und Zentrumsspitäler sich ideal ergänzen.
Chefarzt Beat Müller: Es ist auch eine Herausforderung, Topmedizin aktiv zu prägen und persönlich zu gestalten und in der Nachwuchsförderung der Mitarbeiter und so unserer Zukunft «universitär» mitzuwirken. In diesem Sinne ist es eine Beförderung und eine Anerkennung, auf die wir sehr stolz sein dürfen.
Herr Müller, Sie erhielten vor knapp einem Jahr die erste Argovia-Professur für Medizin. Kam also der Vertrag zwischen der medizinischen Fakultät der Universität Basel und dem Kantonsspital Aarau vorab dank Ihnen und Ihren Qualifikationen zustande?
Müller: Ja, das war sicher eine entscheidende Komponente. Allerdings muss so eine anspruchsvolle und umfangreiche Aufgabe von einem motivierten und zukunftsgerichteten Team aus Ärzten, Pflegefachkräften und administrativen Mitarbeitern mitgetragen werden. Und diesbezüglich fühle ich mich am Kantonsspital Aarau und von CEO Urs Karli beispielhaft und nachhaltig unterstützt, was wiederum für mich sehr stimulierend ist.
Welche Möglichkeiten eröffnen sich Ihnen damit?
Müller: Die Anerkennung hilft in der Gestaltung und Umsetzung innovativer Projekte. Wir werden noch attraktiver für akademisch ambitionierte und hoch qualifizierte Mitarbeitende. Wir können gleichberechtigt mit den Unispitälern von Zürich, Basel und Bern akademische Karrieren von Mitarbeitern fördern und zum Beispiel auch habilitieren (zur Professorenwürde führen).
Wie kann das KSA und speziell die Klinik für Innere Medizin von der Beförderung profitieren?
Karli: Das Kantonsspital Aarau ist damit ein noch attraktiverer Arbeitgeber geworden. Davon profitieren die Mitarbeiter. Das KSA profitiert aber nicht nur, sondern investiert auch: in den medizinischen Nachwuchs und die Förderung derInnovation.
Müller: Für die Fachabteilungen der Klinik für Innere Medizin kann dies eine einfachere Anerkennung als Weiterbildungsstätten der Fachgesellschaften und der Ärzteorganisation FMH bedeuten.
Die Klinik für Innere Medizin behandelt jährlich rund 6000 Patientinnen und Patienten stationär und führt 14 000 ambulante Konsultationen durch. Welchen direkten Nutzen haben die Patientinnen und Patienten vom Label «universitär»?
Müller: Engagierte, hoch qualifizierte Mitarbeiter bedeutet bessere Betreuung, sowohl in der Medizin wie auch in der Pflege. Im universitären Kontext wird unsere Strategie «Topmedizin ganz persönlich» noch überzeugender.
Woran forschen Sie aktuell?
Müller: Mit Outcome-Forschung im Rahmen der «Optima»-Projekte wird die aktuelle Behandlungsqualität der Patienten untersucht und am Gesamtergebnis gemessen. Behandlungen werden durch geeignete Studien evaluiert und gezielt verbessert. Wir fokussieren uns dabei auf drei Ziele: Wir wollen den Hospitalisationsprozess optimieren. Das heisst, die Notwendigkeit eines Spitalaufenthalts wird je nach Schweregrad der Erkrankung individuell abgewogen. So können Aufenthalte verkürzt oder sogar vermieden werden. Ausserdem wollen wir die Betreuungsqualität steigern. Die ergebnisorientierte Forschung sichert eine stetige Verbesserung der Betreuungsqualität, da direkter auf die Bedürfnisse der Patienten eingegangen werden kann. Der dritte Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung der Standards. Dank Outcome-Ergebnissen werden medizinische und pflegerische Standards laufend optimiert und die Rundumbetreuung durch Forschungserkenntnisse nachhaltig gesteigert. Konkret stehen im Zentrum des aktuellen Forschungsprojekts «Optima» weiterhin Atemwegserkrankungen. Die medizinischen und pflegerischen Bedürfnisse von Patienten, die wegen Atemwegsbeschwerden hospitalisiert werden, sollen schneller erkannt und gezielter behandelt werden. Im Focus stehen optimale Lebensqualität und die Betreuung der Patienten.

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