Leserwandern Etappe 10
Von faulen Vögten und alten Auen: So spannend war die 10. Etappe

117 Leserwanderer wagten sich auf die Königsetappe von Aarau nach Schinznach-Dorf. Im Ziel wurden sie reich belohnt.

Samuel Schumacher
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Was für Wanderwetter! Fotograf Michel Jaussi freute sich genauso sehr wie die 117 Leserwanderer über die perfekten Bedingungen im Schenkenbergertal.
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Leserwandern 10. Etappe So schön war die 10. Etappe der Jubiläums-Leserwandern-Tour.
Leserwandern 10. Etappe So schön war die 10. Etappe der Jubiläums-Leserwandern-Tour.
Leserwandern 10. Etappe Die Polit-Prominenz der 10. Etappe (v.l.n.r.): BDP-Nationalrat Bernhard Guhl, GLP-Grossratspräsidentin Renata Siegrist-Bachmann, EVP-Grossrat Uriel Seibert, FDP-Grossrätin Sabina Freiermuth, CVP-Nationalrätin Ruth Humbel, SVP-Grossrätin Nicole Müller-Boder, Aarauer SP-Stadträtin Franziska Graf und Aarauer FDP-Einwohnerrat Yannick Berner.
Leserwandern 10. Etappe So schön war die 10. Etappe der Jubiläums-Leserwandern-Tour.
Leserwandern 10. Etappe So schön war die 10. Etappe der Jubiläums-Leserwandern-Tour.
Leserwandern 10. Etappe So schön war die 10. Etappe der Jubiläums-Leserwandern-Tour.
Leserwandern 10. Etappe So schön war die 10. Etappe der Jubiläums-Leserwandern-Tour.
Leserwandern 10. Etappe So schön war die 10. Etappe der Jubiläums-Leserwandern-Tour.
Leserwandern 10. Etappe Die Ruine Schenkenberg: die grösste Burgruine der Schweiz.
Leserwandern 10. Etappe So schön war die 11. Etappe der Jubiläums-Leserwandern-Tour.
Leserwandern 10. Etappe FDP-Grossrätin Martina Sigg lud die Leserwanderer in Schinznach-Dorf zum Apéro ein. Merci!
Leserwandern 10. Etappe FDP-Grossrätin Martina Sigg lud die Leserwanderer in Schinznach-Dorf zum Apéro ein. Merci!

Was für Wanderwetter! Fotograf Michel Jaussi freute sich genauso sehr wie die 117 Leserwanderer über die perfekten Bedingungen im Schenkenbergertal.

Michel Jaussi (www.jaussi.com)

Rudolf Siegrist (1886 bis 1965) hätte sich garantiert gefreut, wenn er auf der 10. Etappe mit den 117 Leserwanderern durch die wunderbaren Auenlandschaften zwischen Aarau und Biberstein hätte wandern können. Schliesslich hatte sich der Naturwissenschaftler und erste sozialdemokratische Regierungsrat des Aargaus (1932 bis 1955) ein Leben lang für die Erhaltung der einzigartigen Auenlandschaften eingesetzt. Schon seine Dissertation verfasste er 1913 zum Thema «Auenwälder der Aare».

Erst ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod führte der Kanton Aargau ein neues Gesetz ein, das festlegte, binnen 20 Jahren ein Prozent der Kantonsfläche als geschützte Auenlandschaften wieder herzustellen. Heute ist dieses Ziel zu 95 Prozent erreicht. Gekostet hat das Projekt rund 20 Millionen Franken. Und gelohnt hat es sich allemal. Das wissen nicht nur die Leserwanderer, sondern auch die zahlreichen Vogel-, Fisch- und Pflanzenarten, die in den Auenlandschaften des Aargaus beheimatet sind.

Rudolf Siegrist, übrigens, lächelt bis heute von einer bronzenen Andenkentafel im Aarauer Auenwald den Vorbeiwandernden zu.

Als im "Chabis-Graben" die Kupferrohre barsten

Das Lächeln verging dem einen oder anderen Leserwanderer beim Aufstieg über das Gatter hinüber ins Schenkenbergertal – landläufig als «Chabis-Grabe» bekannt, wie Wanderleiterin Marie-Rose Bircher vom Verein Aargauer Wanderwege erzählte.

Auf der anderen Seite des Tals steht die Ruine Schenkenberg, die grösste Burgruine der Schweiz. Die Habsburger bauten sich hier bereits im 13. Jahrhundert eine Bleibe. Im Mittelalter bezogen die Berner Landvögte im «Chabis-Graben» Quartier. Als das in Kupferrohren gespeicherte Regenwasser im Winter 1706 gefror, die Rohre sprengte und den Bernern beim ersten Tauwetter das Schloss unter Wasser setzte, verzichteten die Besitzer auf die kostspielige Renovation. Seither lässt sichs hier wunderbar picknicken.