«Unser Besitzer hat keine Lust, uns zu entsorgen»

«Zum Mitnehmen» oder illegale Entsorgung?

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Verärgerter Anwohner hat eine Botschaft hinterlassen.

Verärgerter Anwohner hat eine Botschaft hinterlassen.

Bild: ksc

Aarau Das Haldentor dient als Zugang zur Altstadt vom Schachen-Quartier her – und als Tauschbörse. Fast immer findet man unter dem Torbogen ein Sammelsurium an Gegenständen «zum Mitnehmen». Es hat durchaus Brauchbares dabei, aber auch viel Schrott oder Kehricht. Letzte Woche lupfte es deshalb einen Haldenbewohner den Hut. Auf eines der abgelegten Möbelstücke schrieb er mit schwarzem Filzstift: «Unser Besitzer hat keine Lust, uns zu entsorgen. Für ihn sind wir hier unsichtbar und stören nur andere.» Daneben hat der Schreiber eine blaue Sperrgutmarke auf das Möbelstück geklebt – mit dem ironischen Vermerk «Gesponsert».

Das wirft die Frage auf: Wie oft muss eigentlich der Werkhof Sperrgut vom Haldentor auf Kosten der Allgemeinheit entsorgen? «Bis zu zweimal im Monat», sagt Leiterin Regina Wenk. Das klingt nicht nach viel. Aber das Haldentor sei aus Sicht des Werkhofs je nach Situation dennoch ein Problempunkt, sagt Wenk. Etwa, wenn die abgelegten Gegenstände so gross sind, dass sie die Durchfahrt erschweren. Dann muss der Werkhof sofort ausrücken; kleinere Gegenstände lasse man drei bis acht Tage liegen. Wenk sagt zudem: «Negativ ist, dass Ablagerungen – auch wenn sie eine Sperrgutmarke tragen – andere Leute motivieren, selbst Sperrgut dort illegal abzulegen.»

Das Haldentor ist nicht der einzige Ort, der genutzt wird, um alten Hausrat zu deponieren. Man beobachte das auch zwischen den Toren beim Kyburgerbrunnen, in der Pelzgasse oder aber in den Quartieren auf Privatareal, sagt Regina Wenk. Die Grenze zwischen Verschenken und illegaler Entsorgung ist nicht immer so klar. Tatsache ist: Illegales Entsorgen kostet bis zu 500 Franken Busse. (nro)