Aarau
Theater führt Schülerinnen wieder zusammen

Sechs Kantischülerinnen spielen im Theater Tuchlaube ein Stück über Angst. Dahinter steckt die Geschichte von sechs völlig unterschiedlichen Frauen, die seit der Bezirksschule eine Leidenschaft teilen: das Theater.

Pascal Meier
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Im Theaterstück «Sophies Eisoptrodidaskaleinophobie» sprechen sechs Kantischülerinnen über Ängste.

Im Theaterstück «Sophies Eisoptrodidaskaleinophobie» sprechen sechs Kantischülerinnen über Ängste.

Pascal Meier

Der Titel ist ein Zungenbrecher. «Sophies Eisoptrodidaskaleinophobie» heisst das Stück, das heute in der Tuchlaube Premiere feiert. Der erfundene Titel vereint eine seltene und eine verbreitete Phobie: Die Angst vor dem Spiegelbild und der Schule.

Angst vor der Schule haben die sechs jungen Frauen jedoch nicht, die im Stück mitspielen. Nach der Bezirksschule hatten sie sich für die Kanti entschieden, dort aber eines vermisst: Das frühere Theatergruppe der Aarauer Bezirksschule.

Vor einem Jahr klopften die Schülerinnen deshalb bei Eva Welter an. Die Schauspielerin und Theaterpädagogin leitet an der Bez das Freifach Theater und war sofort bereit, mit ihren ehemaligen Schülerinnen ein Projekt zu starten. «Die jungen Frauen sind enorm motiviert», sagt Welter.

«Zudem sind sie völlig verschieden, was für das Theater spannend ist.» Von der Leistungssportlerin bis zur Musikliebhaberin sei die Spannweite gross. «Privat hätten wir wohl nicht als Freundinnen zusammengefunden», sagt Anna Lena Scherer, eine der Schülerinnen. «Im Theater passen wir aber gut zusammen.»

Jugendliche haben Zukunftsängste

Seit einem Jahr trifft sich die Gruppe jede Woche im Proberaum der Bezirksschule. Nach ersten Improvisationen kristallisierten sich Themen wie Grusel und Angst heraus, für die sich die Jugendlichen interessieren. Daraus entstand das einstündige Theaterstück über Angst, dem die Tuchlaube nun eine Plattform gibt.

«Sophies Eisoptrodidaskaleinophobie» dreht sich um eine Theatergruppe, deren Hauptdarstellerin nicht mehr auftaucht – ausgerechnet Sophie, die vor nichts Angst hat. Die restlichen Schauspielerinnen müssen sich der Situation stellen, und dabei auch ihren eigenen Ängsten.

Das Stück ist frei erfunden und die jungen Frauen sprechen nicht über Ängste in ihrem richtigen Leben. Als Inspiration dienten Texte aus dem «Lexikon der Angst» von Annette Pehnt sowie Werke von Heinrich von Kleist und Franz Kafka. Zudem führten die Schülerinnen Interviews mit Gleichaltrigen.

Dabei zeigte sich, dass das Thema Angst aktueller ist denn je: «Auch Jugendliche, die vielseitig begabt sind, sprachen von Zukunftsängsten, was mich überrascht hat», sagt Eva Welter.

Aufführungen: Mittwoch (4.6.14), Donnerstag und Freitag, 20.15 Uhr in der Tuchlaube Aarau.

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