Region Aarau
Trotz Nein aus drei Gemeinden: Das Projekt Traglufthalle über dem Freibad in Suhr wird weiter verfolgt

Von elf Gemeinden haben bisher immerhin sechs zugestimmt, zwei Entscheide stehen noch aus. Rund 2,7 Millionen Franken sind insgesamt gesprochen. Reicht dies, um das Projekt zu verwirklichen?

Daniel Vizentini
Merken
Drucken
Teilen
Im Winter könnte es im Suhrer Freibad künftig so aussehen. Hier ein Foto aus der Traglufthalle über der Badi in Zuchwil SO.

Im Winter könnte es im Suhrer Freibad künftig so aussehen. Hier ein Foto aus der Traglufthalle über der Badi in Zuchwil SO.

Oliver Menge (28.9.2019)

In der Region fehlt ein grosses Hallenbad, wo der Schwimmsport auch im Winter trainieren kann. Ein neues Bad dürfte in den nächsten Jahren kaum realisiert werden. Die Idee, das 50-Meter-Schwimmbecken des Freibads in Suhr mit einer Traglufthalle im Winter zu überdecken, scheint deshalb sinnvoll.

Drei Millionen Franken kostet das Vorhaben, wobei dem Vernehmen nach 900'000 Franken für die Halle ausgegeben würden. Der Rest würde vor allem in das winterfest machen der Garderoben fliessen.

Das 50-Meter-Becken der Badi Suhr-Buchs-Gränichen soll im Winter mit einer Traglufthalle winterfest gemacht werden.

Das 50-Meter-Becken der Badi Suhr-Buchs-Gränichen soll im Winter mit einer Traglufthalle winterfest gemacht werden.

Steve Radam (AZ-Archiv)

Trotz dieses im Vergleich zu einem neuen Bad um ein Vielfaches günstigere Projekt: Begeisterungsstürme löste es nicht aus. Am Einsatz des Schwimmclubs Aarefisch lag es nicht: An allen Gemeindeversammlungen, an denen über die Traglufthalle abgestimmt wurde, versuchten die Vereinsmitglieder die Bevölkerung, so gut sie konnten, von der Idee zu überzeugen. Es sei nicht nur für angehende Profischwimmer vonnöten, auch die Kosten seien nicht überrissen.

Es geht um die Zukunft der regionalen Zusammenarbeit

Das Projekt hat aber noch eine andere Tragweite: Es ist das erste Mal, dass der Gemeindeverband aarau regio versucht, ein regionales Projekt auch regional zu finanzieren, damit nicht wie üblich die Standortgemeinde alle Lasten trägt. Dafür wurde auch ein Kostenverteilschlüssel kreiert, der bei künftigen Projekten wieder angewendet werden soll.

Gerade nach dem Scheitern des Fusionsprojekts Zukunftsraum Aarau sollte die Zusammenarbeit unter den Gemeinden als Alternative hochgehalten werden. Der Aarauer Stadtpräsident und Vorsteher von aarau regio, Hanspeter Hilfiker, bestätigt:

«Wir sehen darin eine Chance für die Region.»

Doch vielleicht war das Timing nicht das beste: Keine Gemeinde gibt sich während der Pandemie ausgabefreudig. Von den 17 Gemeinden von aarau regio wollten schon vor Corona nur 11 die Traglufthalle überhaupt vors Volk bringen.

Hanspeter Hilfiker, Aarauer Stadtpräsident und Vorsteher von aarau regio.

Hanspeter Hilfiker, Aarauer Stadtpräsident und Vorsteher von aarau regio.

Chris Iseli (28.7.2020)

Muhen, Erlinsbach SO und Unterentfelden stimmten dagegen. Sie hätten je rund 70'000 Franken beisteuern sollen. Sechs Gemeinden stimmten dafür, zwei entscheiden an der Sommergmeind im Juni.

Nun liegt der Ball bei den drei Standortgemeinden plus Aarau

Rund 2,7 Millionen Franken sind stand jetzt insgesamt gesprochen worden. Das meiste tragen die drei Standortgemeinden Suhr, Buchs und Gränichen sowie Aarau. Laut Hanspeter Hilfiker werden sich diese nächste Woche zu einer Sitzung treffen, «um weitere Detailfragen, von der Projektorganisation über die Baueingabe bis hin zu den Betriebskosten, zu klären».

Können die Schwimmbegeisterten der Region also aufatmen? Hanspeter Hilfiker versichert:

«Die Gemeinden sind im Grundsatz bereit, das Projekt weiterzuverfolgen.»