Unterentfelden
Schwerhörigkeit: «Der Landenhof war für mich wie eine Familie, ich vermisse ihn immer noch»

Rund 600 Ehemalige der Schule für Schwerhörige trafen sich am Wochenende. Sechs von ihnen erzählen, was sie heute noch mit dem Landenhof verbindet.

Marianne Wydler
Merken
Drucken
Teilen
Hugo Jossen (63) Zahntechniker, Naters VS «Wenn ich meine Freunde wiedersehe, kommen mir fast die Tränen. Am Landenhof durchlief ich eine gute Schule und hatte die richtigen Menschen um mich herum. Das Wochenende verbrachte ich oft bei einem Mitschüler, weil das Wallis zu weit weg lag, um heimzureisen.»
6 Bilder
Boris Wasser (23) Hochbauzeichner, Bern «Als ich in diese Schule eintrat, war für mich der Austausch mit Hörbehinderten sehr wichtig. Auch konnte ich hier gut und viel lernen. Im Wocheninternat lernte ich Freunde kennen. Mit einem kleineren Kreis von damals treffe ich mich heute regelmässig.»
Lukas Martin (19) in Ausbildung zum Montagetechniker, Engwilen TG «Hier lernte ich meinen Freundeskreis kennen. Auch erlebte ich vieles, oft Lustiges. Gerne erinnere ich mich an die guten Zeiten, die ich hier hatte. An dieser Schule erhielt ich eine gute Basis sowie gute Förderung und öffnete mich im sozialen Bereich.»
Muriel Schmid (23) Gebäudetechnikplanerin und Sanitär, Mühlau AG «Wegen mir steht beim Weiher ein Zaun. Zu zweit betraten wir das Eis, welches brach. Der Landenhof prägt einem; während der Schuljahre hat man seine Familie hier. Ich freue mich, meinem Freund nun zu zeigen, wo ich zu dem wurde, was ich heute bin.»
Umfrage Unterentfelden
Jasmin Bächler (30) Fachfrau Hauswirtschaft, Bretzwil BL «Der Landenhof war für mich wie eine Familie, ich vermisse ihn immer noch! Auch die Skilager, in denen Jugendliche zusammen mit den Lehrpersonen auf die Piste gingen, waren toll. Im Alltag kann ich nur ab und zu jemanden aus der Landenhofzeit treffen.»

Hugo Jossen (63) Zahntechniker, Naters VS «Wenn ich meine Freunde wiedersehe, kommen mir fast die Tränen. Am Landenhof durchlief ich eine gute Schule und hatte die richtigen Menschen um mich herum. Das Wochenende verbrachte ich oft bei einem Mitschüler, weil das Wallis zu weit weg lag, um heimzureisen.»

Marianne Wydler

Vergangenen Samstag lud das Zentrum Landenhof, Schweizerische Schule für Schwerhörige, seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler zum grossen Wiedersehen ein. Alle sechs Jahre findet dort der Ehemaligentag mit geselligem Beisammensein statt.

Diesmal reisten rund 600 Ehemalige aus der ganzen Deutschschweiz nach Unterentfelden. Bereits auf der kurzen Fahrt im Shuttlebus tauchten anheimelnde Gefühle auf. Obwohl viele untereinander im Alltag per Handy regen Kontakt pflegen, war die Freude am Wiedersehen gross. Die gemeinsamen Jahre liessen starke Bande wachsen. Denn sie teilten unter seinesgleichen den Alltag sowohl in der Schule als auch auf der Wohngruppe.

Ab Mittag war die Festwirtschaft mit Essensständen in Betrieb. Pizza- und Bratwurstduft versetzten trotz der Wolken in Feststimmung. Mit Blick aufs alte Hauptgebäude liessen die Ehemaligen mit ihren Angehörigen an den Festbänken alte Zeiten aufleben.