Die Pfauen des Aarauer Wildparks Roggenhausen sind "auf der Läutsch": Leser aus Aarau und den Nachbargemeinden melden der AZ, die prächtigen Vögel würden sich in ihren Gärten aufhalten.

Dort krähen sie nicht nur zu früher Stunde und flirten mit den Hühnern, wie Familie Blöchlinger aus dem Aarauer Zelgli-Quartier letzte Woche gegenüber dieser Zeitung berichtete. Nein, die Vögel verpflegen sich auch: "Während ich diese Email schreibe, sehe ich durchs Fenster einen Pfau durch unseren Garten marschieren und unsere Trübeli fressen", schrieb am Montagabend eine Leserin aus Schönenwerd. Der Vogel komme seit zehn Tagen fast täglich vorbei. Sie habe das dem Wildpark schon mehrfach gemeldet, aber dort scheine man sich absolut nicht dafür zu interessieren, die ausgebüxten Tiere wieder einzufangen.


Tatsächlich: Wer die Telefonnummer des Wildparks Roggenhausen wählt, wird auf den Anrufbeantworter umgeleitet, wo eine freundliche Damenstimme proaktiv erklärt: Man wisse von den abgehauenen Pfauen, könne aber nichts machen. "Wir hatten extrem viele Telefonanrufe", bestätigt Stadtoberförster Fabian Dietiker.

Grundsätzlich sei es nicht ungewöhnlich, dass die "Roggi"-Pfauen abhauen - sie können frei auf dem Parkgelände herumlaufen und übernachten auf den Bäumen. Da kommen Ausflüge in die nähere Umgebung schon mal vor. "Die Pfauen sind sehr gute Flieger", so Dietiker. "Aber normalerweise kommen sie von alleine wieder zurück."

Dieses Jahr sei aber anders. "Mitte Juni ist ein Fuchs im Tierpark aufgetaucht, hat einen Pfau getötet und die anderen acht verängstigt. Sie sind deshalb davongeflogen." Fünf von ihnen sind wieder zurück im "Roggi", darunter auch derjenige, der bei Familie Blöchlinger im Zelgliquartier Asyl gefunden hatte. Zwei weitere wurden vermutlich ebenfalls Opfer des Fuchses.

Fehlt noch die Henne, die am Montagabend in Schönenwerd Trübeli gefressen hatte.  Die Mitarbeitenden des "Roggi" hätten mehrere Einfangversuche mit dem Käscher gemacht, aber leider vergeblich, betont Stadtoberförster Dietiker. "Erstens fliegen die Tiere sehr rasch davon. Zweitens dürfen wir nicht einfach ohne Erlaubnis in fremde Gärten eindringen, wenn sich der Pfau darin befindet. Und drittens kann ich die beiden Tierpfleger nicht ständig auf Pfauen-Jagd schicken, sie müssen ja die anderen Tiere im Wildpark betreuen."


Im Moment hoffe man weiter, dass die noch flüchtige Pfauen-Henne von alleine zurückkehre. Helfen würde es auch, wenn sie jemand in einer Garage oder einem Gartenhäuschen einsperren könnte. "Dann kommen wir sie natürlich abholen", so Fabian Dietiker. Wer sich das nicht zutraut, sollte den Vogel einfach alleine lassen. Theoretisch wäre es zwar möglich, dass die Henne sogar Eier in Privatgärten lege. "Unsere Tierpflegerin hält das für aber wenig wahrscheinlich", so Dietiker.


Sicher ist: Wenn die Henne in den Wildpark zurückkommt, werden ihr die Flügelfedern gestutzt, damit sie nicht so rasch wieder ausbüxen kann.