Oberentfelden
Jetzt bangt auch das «Böröm» wegen Corona um seine Finanzen

Das Oberentfelder Musiklokal hat ein Crowdfunding gestartet. Das Ziel: Sechs Monate Fixkosten, total 18'000 Franken. Nach vielen Bars oder Restaurants ist es nun das erste grössere Kulturlokal der Region, dass auf die finanzielle Unterstützung seiner Fans und Gäste hofft.

Daniel Vizentini
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Das «Böröm» ist vor allem bei Rockfans der Region sehr beliebt.

Das «Böröm» ist vor allem bei Rockfans der Region sehr beliebt.

zvg

Verschiedene Gastrolokale der Region konnten in den vergangenen Monaten auf die Solidarität ihrer Stammgäste zählen. Das Restaurant Post in Unterentfelden etwa konnte über die Internetplattform Lokalhelden.ch 53'330 Franken zusammenbekommen, um die Coronazeit zu überstehen. In Oberentfelden sammelte der Gasthof Engel 22'640 Franken – nicht direkt an Spenden, sondern mit dem Verkauf von Gutscheinen, die mit der Öffnung der Gastrostätten eingelöst werden können.

Ähnliches versucht nun auch das Oberentfelder Musiklokal Böröm Pöm Pöm, das seit bald 27 Jahren in der Alten Bürsti Konzerte veranstaltet: Erst gerade am Mittwoch gestartet, hat das Crowdfunding Stand Sonntag bereits über 14'000 Franken sammeln können. Das Ziel liegt bei 18'000 Franken.

Damit sollen die Fixkosten der letzten sechs Monate gedeckt werden, in denen das Lokal nicht öffnen durfte. «Es ist ein Vorschuss bis zum Zeitpunkt, an dem wir wieder auftun können. Das ist das Hauptziel», erklärt Philipp Hirschel, Präsident des Vereins hinter dem «Böröm».

Das Kernteam vom «Böröm» (v.l.): Manuela Meier, Philipp Wehrli, Natalie Bütikofer, Dominik Schibli, Gio Fidelio, Thomas Fricker.

Das Kernteam vom «Böröm» (v.l.): Manuela Meier, Philipp Wehrli, Natalie Bütikofer, Dominik Schibli, Gio Fidelio, Thomas Fricker.

Daniel Vizentini (29.10.2019)

Als Gegenleistung erhalten die Zahlungswilligen Gutscheine oder Fanartikel wie Tassen, Taschen oder T-Shirts mit dem Logo des beliebten Musiklokals. Für einen Beitrag von 300 Franken gibt es einen privaten Karaokeabend mit Freunden im «Böröm» oder ein Jahr lang freien Eintritt zu allen Veranstaltungen. Für 500 Franken kann man sich sogar auf einer Deckenplatte des Lokals verewigen lassen.

Nach den Gastrostätten nun auch die Kulturlokale

Das «Böröm» ist damit das erste grössere Kulturlokal, das sich um finanzielle Hilfe für die Überbrückung des Lockdowns bemüht. Die Ausfallentschädigungen vom Kanton kommen laut Philipp Hirschel spät und decken nur einen Bruchteil der Kosten. Das Kernteam des Lokals hat zusätzliche rund 10'000 Franken vorgeschossen, um die Liquidität zu sichern.

«Wir machen das Crowdfunding jetzt, damit wir auf der sicheren Seite sind.»

Auftun wird das Lokal voraussichtlich erst im September. Im Sommer könnten draussen bei der Alten Bürsti Freiluftkonzerte stattfinden mit lokalen Bands, wie schon letztes Jahr.

So sah das «Böröm Pöm Pöm» in den 90er-Jahren aus.

So sah das «Böröm Pöm Pöm» in den 90er-Jahren aus.

Werner Rolli (16.7.1999)