Schönenwerd
Neues Leben auf zwei Rädern im Bahnhof

Im Schönenwerder Stationsgebäude ist ein Velo-Shop eingezogen. Ein gemeinsamer Wunsch von SBB und Gemeinde gingt damit in Erfüllung.

Ueli Wild
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Thomas Hänisch sorgt mit seinen Fahrrädern für neues Leben im Schönenwerder Bahnhof.

Thomas Hänisch sorgt mit seinen Fahrrädern für neues Leben im Schönenwerder Bahnhof.

Ueli Wild

Seit neun Monaten hat Schönenwerd einen «Selbstbedienungsbahnhof». In Betrieb blieb nebst den Billettautomaten einzig der Kiosk. Wegen Vandalismus schlossen die SBB Wartsaal und Toilette.

Seit rund einer Woche gibt es im Bahnhof nun aber neues Leben. Thomas Hänisch aus Hägendorf hat unter dem Namen Servco Velo + Elektrik einen Pop-
upshop eröffnet. Hänisch importiert die Velos des slowakischen Herstellers Dema in die Schweiz. Im Shop stechen zudem Haberland-Velotaschen ins Auge. Derzeit öffnet Hänisch an sechs Tagen in der Woche um 10 Uhr. Später soll es wöchentlich zwei «Service Days» geben, an denen der Shop schon frühmorgens aufgeht. Die Idee: Man fährt mit dem Velo zum Bahnhof, liefert es dort ab und nimmt es am Abend auf dem Heimweg von der Arbeit repariert wieder in Empfang.

Dazu braucht es eine Werkstatt. Hänisch wollte deshalb den Wartsaal dazu mieten, was aber misslang. Eventuell haben die SBB selber eine Verwendung für diesen. Der Schönenwerder Gemeinderat fordert seinerseits, dass Warteraum und Toilette wieder für die öV-Kunden geöffnet werden. Hänisch ist jedoch zuversichtlich: Es werde sich im Gebäude schon ein anderer Raum finden, in dem sich eine Werkstatt einrichten lasse.

Er und die SBB haben einen Mietvertrag über drei Monate abgeschlossen, mit der Option auf Verlängerung. Wegen eines von der Baukommission verfügten Baustopps, sagt Hänisch, habe er sechs Wochen der Saison verloren. Gemeindepräsident Peter Hodel sagt dazu, Hänisch habe Eingaben gemacht, «aber die Unterlagen waren nicht vollständig.» Eine Baukommissionssitzung habe daher wieder abgesagt werden müssen. Mit der Eröffnung des Shops ist Hodel glücklich: «Wir hatten immer den Wunsch, dass wieder neues Leben im Bahnhof einkehrt.»