Aarau
Neue Bauordnung ist beschlussreif und kommt an die Gmeind

Sagen die Bibersteiner Ja zur neuen BNO, ist unter anderem das «Aarfähre»-Umbauprojekt einen Schritt weiter. Auch die erfreuliche Rechnung 2019 ist an der Gemeindeversammlung im September traktandiert.

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen
Die neue BNO beschäftigt sich auch mit den Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Gelände der "Aarfähre".

Die neue BNO beschäftigt sich auch mit den Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Gelände der "Aarfähre".

uhg

In Biberstein warten mehrere Bauprojekte – darunter der Neubau auf dem Gelände der «Aarfähre» (ehemaliges Restaurant von Käpten Jo) auf eine rechtskräftige neue Bau- und Nutzungsordnung. Unter anderem wegen dieser Vorlage hat der Gemeinderat die Sommergemeindeversammlung nicht komplett abgesagt, sondern holt sie am Freitag, 4. September, nach.

Eine wichtige Änderung gegenüber heute ist die Schaffung von W2+-Zonen. Hier kann man neu statt zweier Geschosse plus Attika ein drittes Vollgeschoss bauen. Damit will die Gemeinde erreichen, dass nicht einfach grössere Wohnungen, sondern zusätzliche Wohnungen entstehen.

Für das exponiert am Hang gelegene Areal «Bärehoger», wo es bereits eingezontes Bauland hat, wird neu eine Gestaltungsplanpflicht mit Varianzverfahren eingeführt. Und bei der «Aarfähre» wird die im Dorfkern eigentlich obligatorische Vorgartenzone aufgehoben. Dies, weil die neuen Besitzer die alte «Aarfähre» renovieren und durch einen Neubau im Süden des Areals ersetzen wollen. Die Vorgartenzone werde aufgehoben, «um der Planung einen angemessenen Spielraum zu gewähren», schreibt der Gemeinderat im Traktandenbericht.

Gebiet Fuchsloch: Langes Hin und Her

Nicht eingezont wird das Gebiet Fuchsloch. Die 1,6 Hektaren Landwirtschaftsland stellen eine Lücke im Siedlungsgebiet dar und sind grundsätzlich auch im kantonalen Richtplan zur Einzonung vorgesehen. Der Gemeinderat hätte das gerne jetzt schon gemacht und das Fuchsloch der Zone W2+ zugewiesen. Unter anderem, weil er dort aufgrund der Lage im Dorf und der Topografie Potenzial bestünde für einen Wohnungsmix, der der Entwicklung des Dorfs entgegenkommt. Es fehlen nämlich kleine, bezahlbare Wohnungen.

Der Kanton ist aber der Meinung, Biberstein müsse zuerst das bestehende Innenverdichtungspotenzial nutzen. Nach einigem Hin und Her hat der Gemeinderat nun entschieden, das zu akzeptieren – eine Auseinandersetzung mit dem Kanton würde unter Umständen die ganze BNO-Revision verzögern und unnötige Kosten verursachen. Stattdessen soll die Einzonung des Fuchslochs nun in fünf bis sieben Jahren nochmals angegangen werden – als BNO-Teilrevision.

Traktandiert ist an der Bibersteiner Gemeindeversammlung vom 4. September auch die Rechnung 2019, die mit einem Ertragsüberschuss von 874'668 Franken – das Zehnfache des budgetierten Betrags – sehr erfreulich ausgefallen ist. Erstmals hat Biberstein mehr als 6 Millionen Franken an Einkommens- und Vermögenssteuern eingenommen.

In allen Gemeinden, die Mitglied beim «Jurapark Aargau» sind, finden Abstimmungen über den Verbleib im Park für die nächsten zehn Jahre statt. Das kostet die Gemeinden fünf Franken pro Einwohner. Der Gemeinderat Biberstein beantragt ein Ja: «Wenn auch Biberstein nur am Rand des Perimeters liegt und so auch rein geografisch und topografisch etwas abgeschnitten ist, soll mit dem Weiterführen des Jurapark- Fünflibers ein wichtiger Beitrag an den regionalen Zusammenhalt und die Förderung der regionalen Vorzüge geleistet werden.»