Aarau
Massgeschneidert muss es sein: 13'000 liessen sich durch die Stadt führen

Über 13'000 Personen liessen sich 2016 Aarau auf einer Stadtführung zeigen – und es sollen noch mehr werden. 850 Führungen fanden letztes Jahr statt, 2017 kommen neu «Aarau – die Stadt der schönen Giebel» und «Aarauer Beizen – Geschichte und Anekdoten» dazu.

Katja Schlegel
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Das Stadtführer-Team von aarau info entwickelt laufend neue Führungen. Besonders gut lief 2016 die Frauenführung (im Bild).Sandra Ardizzone

Das Stadtführer-Team von aarau info entwickelt laufend neue Führungen. Besonders gut lief 2016 die Frauenführung (im Bild).Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Mal tragen sie Hellebarde oder Kerzenständer, mal adrette Blusen oder gefärbte Lumpen – und immer einen Hut, mal aus Stroh, mal aus rotem Filz. Sie springen ins Auge, im Sommer wie im Winter, die 15 Stadtführerinnen und Stadtführer vom Tourismusbüro aarau info. Sie gehören zu Aaraus Gassen wie das Kopfsteinpflaster. Bei 850 Führungen haben sie letztes Jahr über 13 000 Personen die Stadt gezeigt. Ein Rekord, noch einmal tausend mehr als im Vorjahr, so viel waren es noch nie. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. «Wir haben noch Wachstumspotenzial», sagt Agnes Henz, zuständig für die Aus- und Weiterbildung der Stadtführer.

Was alle Auswärtigen sagen

Der absolute Kassenschlager bei den Führungen ist die traditionelle: der Altstadtrundgang mit Aarau von der Gründung bis heute, mit dem Bummel durch die Altstadtgassen, mit historischen Fakten und Anekdoten. 369 Mal wurde diese Führung letztes Jahr gebucht, gefolgt von der Führung «Der Turm und seine Kerker» in den Obertorturm mit 118 Buchungen. Beide Führungen werden von Schulklassen gebucht, von Geburtstagsgesellschaften oder für Klassenzusammenkünfte und Firmenausflüge. Gesellschaften mit bis zu 200 Personen schleusten die Stadtführer letztes Jahr durch die Stadt, aufgeteilt auf mehrere kleinere Gruppen, auf die Minute eingepasst in das jeweilige Tagesprogramm. Eine organisatorische Herausforderung, aber ein Muss.

«Massgeschneiderte Stadtführungen sind immer häufiger gefragt», sagt Agnes Henz. Sei es, dass die Führung so angepasst wird, dass alle 200 Personen innert einer Stunde Aarau erlebt haben und wieder vollzählig vor dem Car stehen, oder sei es, dass die Themen mehrerer Führungen vermischt oder auf Kundenwunsch hin ganz bestimmte Häuser oder Schauplätze gezeigt werden. «Diesen Wünschen wollen wir nachkommen, das ist Teil unseres Erfolges.»

Potenzial bei Ausländern

Die Anpassungsfähigkeit ist es aber nicht allein, was die Aarauer Stadtführer so erfolgreich macht. Das Wichtigste sei die Qualität, sagt Henz. «Wir überarbeiten und ergänzen unsere Führungen laufend.» So zieht beispielsweise die «Bestatter»-Führung auch die Schauplätze der aktuellen Staffel mit ein. Oder die Führer bauen Erzählungen von Teilnehmern ein: «Das ist einer unserer Leitfäden: zuhören und aufnehmen. Persönliche Erzählungen machen die Geschichte erst lebendig.» Während Einheimische von ihren Erinnerungen erzählen, bekommen die Stadtführerinnen und Stadtführer von Auswärtigen nur eines zu hören: «Sie sagen alle das Gleiche», so Henz: «Sie hätten nie gedacht, dass Aarau so schön ist.»

Wie schön Aarau ist, könnten künftig vermehrt auch ausländische Besucher sehen. Denn im Markt mit den ausländischen Touristen sieht aarau info noch Wachstumspotenzial für die Stadtführungen. «Aarau hat einen grossen Vorteil: Es ist perfekt, um den ausländischen Touristen zu zeigen, wie eine Schweizer Stadt im Mittelalter ausgeschaut hat», sagt Agnes Henz. Keine andere Stadt könne man innert eineinhalb Sunden so umfassend erfassen. «Ausser, sie ist noch kleiner als Aarau. Und selbstverständlich nur halb so schön.»

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