Fussball
«Ich habe es nie verkraftet, dass Charly Fussball-Profi wurde»

Der Maler-Profi Joachim Thiess, der schon viele Stars offiziell gemalt hat, malte seinen Fussballfreund und Ex-FCA-Spieler Charly Herberth.

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Zwei Jugendfreunde: Joachim Tiess (links) und Charly Herberth. zvg

Zwei Jugendfreunde: Joachim Tiess (links) und Charly Herberth. zvg

Es ist eine Bilderausstellung, die auf der Geschichte einer Jugendfreundschaft von Fussballer Charly Herberth und Maler Joachim Thiess basiert. Vor 35 Jahren waren Thiess und Herberth als junge Fussballer Kontrahenten auf Münchens Fussballfeldern. Der eine wurde ein weltweit beachteter Maler, der andere eine Fussballlegende in Aarau.

Jetzt hängen die Bilder dieser Freundschaft bis September im Aarauer Restaurant Rendez-vous. Eines zeigt Cupsieger Charly Herberth im FCA-Dress, es hängt neben Basketballer Dirk Nowitzki. «Ich habe es nie verkraftet, dass ich es als Fussballer im Gegensatz zu Charly nicht geschafft habe», lacht der Maler Thiess.

Überraschungsbesuch in Aarau

Einmal im Jahr hatten die beiden Jugendfreunde telefonischen Kontakt. Mehr nicht. Als Thiess vor einigen Jahren in Karlsruhe den Schweizer Fussballer Marco Eggimann traf, fragte er ihn: «Kennst du Charly Herberth?» «Was soll diese Frage?», soll Eggimann vorwurfsvoll geantwortet haben.

«Jeder kennt Charly, er ist in Aarau eine Legende». Schliesslich reiste Thiess zu einem Überraschungsbesuch nach Aarau. Nach 35 Jahren trafen sich der Künstler und die Fussballlegende in Aarau.

Ein Geschenk für Steffi Graf

Joachim Thiess wurde 1947 in Gornsdorf im Erzgebirge geboren, ist gelernter Tiefdruckätzer. Schon als 12-Jähriger hat er sich für das Zeichnen und Malen interessiert, seit 1989 betreibt er seine Kunst professionell und ist reiner Autodidakt.

Er porträtiert Prominente, vorzugsweise aus der Welt des Sports. Fast alle kennt er persönlich, viele haben die Porträts eigenhändig signiert. In den USA sorgte er vor allem mit seinen fotorealistischen Bildern von Hockey-Superstar Wayne Gretzky für Furore.

Zwei seiner grössten Erfolge waren der Auftrag der Boulevardzeitung «Bild» zu Steffi Grafs 18.Geburtstag ein Porträt als Geschenk anzufertigen sowie eine Collage von Elvis Presley. Dieses Werk hatte fünf Jahre lang seinen festen Platz im Elvis-Presley-Museum in Memphis/Tennessee.

Vor allem aber Fussballfans kommen in der Ausstellung auf die Rechnung. Fritz Walter hat er anlässlich seines 80. Geburtstages porträtiert, das Weltmeisterschaftsfinale von 1954 in Bern detailliert in Form eines Kalenders als Bleistiftzeichnung festgehalten und Fussballlegenden wie Beckenbauer, Hässler, Kahn oder den deutschen Star-Basketballer Dirk Nowitzki haben ihre Porträts genauso wie Charly Herberth original signiert. (msu)

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