Gränichen
Rechnung 2020 massiv im Plus, Gemeinde konnte Bauland zu gutem Preis verkaufen

Dank Mehreinnahmen beim Landverkauf im Gebiet Rütenen und sehr viel mehr Steuererträgen schliesst die Rechnung der Gemeinde unerwartet gut ab. Die Firmensteuern sind aber gesunken und die Coronapandemie führte zu zusätzlichen Kosten.

Daniel Vizentini
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Gränichen: Blick auf das Dorf vom neuen Werkhof im Moortal aus.

Gränichen: Blick auf das Dorf vom neuen Werkhof im Moortal aus.

Daniel Vizentini
(13.10.2020)

Beim zusammenstellen des Budgets setzte der Gränicher Gemeinderat
auf das Prinzip Hoffnung
: Das knappe Plus von erwarteten 9300 Franken könne nur erreicht werden, wenn der Verkauf der Landparzelle im Gebiet
Rütenen für 450'000 Franken gelingt, hiesst es damals. Nun konnte der Gemeinderat verkünden: Die Hoffnung ist eingetroffen – und sogar zu einem besseren Preis.

Laut Christian Boss, Leiter Finanzen der Gemeinde, lag der totale Verkaufspreis bei 1,72 Millionen Franken. Abzüglich der Verkaufs-, Handänderung und Erschliessungskosten betrug der exakte Buchgewinn für die Gemeinde 652'338,91 Franken. Das heisst: 202'338,91 Franken über den Erwartungen.

Doch der Landverkauf ist nicht der einzige Grund für
das unerwartet gute Rechnungsergebnis der Gemeinde: Der Ertragsüberschuss lag bei über 906'000 Franken, also sehr
viel mehr als budgetiert. Dazu beigetragen haben über 142'000 Franken mehr Steuern natürlicher Personen, knapp 220'000 Franken mehr Erbschaftssteuern und rund 319'000 mehr sonstige Sondersteuern. Aufhorchen lassen hingegen die rund 133'000 Franken weniger Steuern von juristischen Personen.

Unerwartete Mehrkosten gab es in den Bereichen Gesundheit (+370'000 Fr.), berufliche Grundbildung (+158'000 Fr.) oder Kinder- und Betreuungsgesetz (+71'000 Fr.). Die Pandemie verursachte laut Gemeinde Ausgaben von 150'000 Franken für Lohnfortzahlungen, Mietzinserlassen, Reinigung oder Desinfektionsmittel. «Auf der Ertragsseite wurde noch kein Rückgang festgestellt», schreibt die Gemeinde. Weitere Coronafolgen könnten noch nicht abgeschätzt werden.