Gränichen
Forstfusion Wyna-Suhre zurückgewiesen – wie geht es nun weiter?

Die Forstbetriebe Unterkulm-Gränichen und Suhr-Buchs hätten ab nächstem Jahr ihre Wälder gemeinsam bewirtschaften wollen. Nach Zustimmung in Suhr und Unterkulm haben nun aber die Gränicher Ortsbürger die Fusion abgelehnt – vorerst.

Daniel Vizentini
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Der Forstbetrieb Gränichen-Unterkulm bleibt vorerst eigenständig. Im Bild die Werkbauten im Gränicher Moortal.

Der Forstbetrieb Gränichen-Unterkulm bleibt vorerst eigenständig. Im Bild die Werkbauten im Gränicher Moortal.

Daniel Vizentini

Noch ist nicht alles verloren: Nachdem Suhr und Unterkulm der Zusammenlegung zum gemeinsamen Forstbetrieb Wyna-Suhre zugestimmt haben, schickten die Gränicher Ortsbürger das Vorhaben am Montag bachab. Ein Rückweisungsantrag zur Überarbeitung des nötigen Gemeindevertrags wurde mit 32 zu 6 Stimmen angenommen. 43 von 780 Ortsbürgern waren an der Versammlung anwesend.

Grund für die Ablehnung der Gränicher war das Stimmenverhältnis innerhalb des geplanten neuen Forstbetriebs. Sie befürchteten, dass sie im neuen Forstbetrieb überstimmt werden könnten, obwohl sie anteilsmässig die grösste Waldfläche der vier beteiligten Gemeinden haben. Gränichen bringt mit gut 751 Hektaren den mit Abstand grössten Wald im künftig 1602 Hektaren grossen Forstbetrieb mit, beinahe doppelt so gross wie die zweitgrösste Waldfläche, diejenige von Suhr.

Die Waldanteile gemäss den Unterlagen zur Ortsbürgergemeindeversammlung.

Die Waldanteile gemäss den Unterlagen zur Ortsbürgergemeindeversammlung.

Gemeinde Gränichen/zvg

Die Gemeinden bleiben Eigentümerinnen ihrer Waldflächen und Werkhöfe, in der Betriebskommission würden je zwei Vertreter jeder Gemeinde sitzen. Daran störten sich die Gränicher Ortsbürger nicht, aber an der Proportionalität der Mitsprache: Da Gränichen knapp 47 Prozent der Waldfläche mitbringt und den gemeinsamen Forstbetrieb auch in dieser Höhe mitfinanziert, forderten die Ortsbürger ein entsprechendes Stimmenverhältnis.

Die an der Gmeind beschlossene Rückweisung verlangt deshalb eine Überarbeitung des Mitbestimmungsrechts. Dazu forderten die Ortsbürger, dass Gränichen und nicht Suhr Kopfgemeinde des neuen Forstbetriebs werden und das zentrale Büro beherbergen soll.

Die vier Gemeinden, die seit 2018 an diesem Zusammenschluss gearbeitet haben, müssen nun einen neuen Konsens finden, falls sie die Forstfusion weiterverfolgen wollen. Der Start des neuen Forstbetriebs dürfte dadurch kaum wie geplant am 1. Januar 2022 erfolgen.

Erste Zusammenschlüsse 2004 und 2011

Die Forstbetriebe von Unterkulm und Gränichen legten ihr Revier nach Jahren der Zusammenarbeit ab 2011 zusammen. Damals wurde die Beteiligung proportional zur Waldfläche beider Gemeinden aufgeteilt. Gränichen erhielt 77,6 Prozent des gemeinsamen Forstbetriebs, Unterkulm 22,4 Prozent. Suhr und Buchs führen ihren Forst bereits seit 2004 gemeinsam, damals noch mit Rohr.

Die Ortsbürger von Buchs hätten am kommenden Montag, 21. Juni, das letzte Wort zum Thema Forstbetrieb Wyna-Suhre gehabt. Die Gemeinderäte haben nun entschieden, dieses Traktandum zu streichen.

Landverkauf im Moortal bewilligt

An der Gränicher Ortsbürgergemeindeversammlung wurde noch der Verkauf von 925 Quadratmetern Industrieland neben dem neuen Werkhof im Moortal für 333'000 Franken an die Firma Rädisch Hoftechnik AG beschlossen. Laut Vertrag muss in den nächsten zwei Jahren dort gebaut werden.