Zentral gelegen, gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen, nahe an Zentren wie Aarau, Olten, Zürich: Diese Vorteile des Ortszentrums von Schönenwerd würden zu wenig genutzt, findet der Gemeinderat.

Um die Entwicklung aktiv mitzubestimmen, liess er ein räumliches Teilleitbild erarbeiten. «Das Gebiet um den Bahnhof ist weiter zu fördern und zu einer Visitenkarte für die Gemeinde Schönenwerd zu entwickeln», schrieb er in der Botschaft zur Gemeindeversammlung, die das Teilleitbild kürzlich ohne Einwände und einstimmig verabschiedete. Der Beschluss des Souveräns macht das Teilleitbild nun für die Behörden verbindlich.

«Vom Transit- zum Lebensort»

Unter anderem strebt das Teilleitbild an, die Bauzonen im Ortszentrum verdichtet zu überbauen. Es sieht den Dorfkern als Mischzone für Wohnen und Arbeiten vor, während das Bally-Areal als reine Arbeitszone erhalten werden soll.

Das Ortszentrum soll «vom Transit- zum Lebensort» werden und für den Langsamverkehr sicherer und attraktiver gestaltet werden.

Zum Bahnhof selbst heisst es wörtlich: «Die intermodale öV-Drehscheibe am Bahnhof Schönenwerd ist umzusetzen. Bestrebungen zur Erhöhung der Attraktivität des Bahnhofs werden unterstützt, insbesondere bezüglich Rollstuhlgängigkeit und äusserem Erscheinungsbild.»

«Unschöne Flecken»

Vorläufig stechen auf der zukünftigen «Visitenkarte» allerdings noch unschöne Flecken ins Auge. Davon war dann auch an der Gemeindeversammlung die Rede. Ein Thema in diesem Zusammenhang war der verwahrloste kleine Park unterhalb des Schlössli im Felsgarten.

«Eine leide Sache», stimmte Gemeindepräsident Peter Hodel zu. Doch der Unterhalt sei Sache der Besitzer. Dass der Werkhof eingreife, komme nicht infrage.

«Es gäbe noch andere Einwohner», gab Hodel zu bedenken, «die froh wären, wenn wir ihnen die Sträucher schneiden würden.»

Bahnhof wird zum Schandfleck

Die zweite Klage betraf den Zustand des Bahnhofs. Auch hier musste Hodel zustimmen: «Warteraum geschlossen, Schalter geschlossen, Toiletten geschlossen: Die SBB tun alles, um den Bahnhof zum Schandfleck zu machen.»

Mit einem Schild an den Türen lassen die SBB wissen: «Aufgrund wiederkehrender Vandalismusfälle bleiben die WC-Anlagen bis auf weiteres geschlossen.»

Die Folgen seien sehr negativ, meint Peter Hodel. Zwar hätten die SBB für etwa 2020 eine «richtige Sanierung» des Bahnhofs angekündigt, doch der Gemeinderat wolle nicht zuschauen, dass der Bahnhof bis dahin den Vandalen überlassen werde.

«Wir reden bald an jeder zweiten Sitzung über Vandalismus.» Zwar sei ein Täter erwischt und angezeigt worden, doch ein gutes Stück weit sei der Gemeinderat ohnmächtig.