Aarau
Freuden und Frust der künftigen Volleyball-Elite

Rund 300 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren massen sich am Nationalen Kids-Volley-Spieltag auf spielerische Art und Weise.

Jörg Greb (Text und Foto)
Merken
Drucken
Teilen
Unter Anleitung von Maskottchen Vollito macht auch das Einlaufen Spass.

Unter Anleitung von Maskottchen Vollito macht auch das Einlaufen Spass.

Diese Wechsel der Gefühlslage: Da folgt bei den jungen Spielerinnen und Spielern auf Freudenhüpfer und Jubelpose innert Sekunden die pure Enttäuschung. Das Auf und Ab der Emotionen ist begründet an diesem Nationalen Kids-Volley-Spieltag: Eine Aktion gelingt oder der Ball plumpst auf den Boden. Klar wird aber schnell: Die Begeisterung überwiegt. Dies hängt auch mit dem Schema hängt zusammen. Die Fehler während den Partien werden zwar gezählt: Es gibt einen Spielstand und am Schluss ein Endresultat, Ranglisten werden jedoch keine erstellt.

Fünf bis zehn Jahre alt sind die Knaben und Mädchen, die aus fast der ganzen Schweiz in die Berufsschulhallen von Aarau angereist kamen. 33 Equipen spielten vormittags in Vierer- oder Fünfergruppen , 31 nachmittags. Alle wurden mit einem Preis (Shirt oder Trinkflasche oder Sportsack) belohnt. Auch sportliche Erkenntnisse liessen sich gewinnen. Christa Kaufmann, die Kids- und Mini-Verantwortliche Swiss Volley der Region Aargau, betonte: «Die Erfahrung zeigt, dass Mannschaften mit einem gepflegten Aufbau und exakten Spielzügen beste Voraussetzungen haben, um später im Mini-Volleyball erfolgreich aufzutreten.» In Aarau zeigten auch die Einheimischen diese Qualität.

Nachhaltiges Projekt

Im Zusammenhang mit den Fussball-Europameisterschaften 2008 in der Schweiz animierte Jugend und Sport die verschiedenen Teamsportverbände, eigene Kindersportprojekte zu entwickeln. Swiss Volley überlegte sich, was Ballsportlern und insbesondere Volleyballern zu Gute kommt. Ballfertigkeit erlangen, diverse Spielformen beherrschen - und spielen, spielen, spielen. So orientierten sich die Volley-Verantwortlichen am in Holland bestens erprobten «Circulation Volley» und entwickelten Kids-Volleyball. Gespielt wird in vier verschiedenen Levels, von Ball über die Schnur (das Netz) in Level 1, bis zu Level 4, in dem mit einer Manchette, einer Fang-/Wurfbewegung und einer Volleyball-Geste der Ball übers Netz gespielt wird.

Entwickelt hat sich Kids Volleyball in er Schweiz erstaunlich – quantitativ und qualitativ. Standen beim ersten Nationalen Kids Volley Tag 2012 in Rheinfelden 17 Teams im Einsatz, sind es in dieser Saison an den drei Nationalen Spieltagen insgesamt über 200. Und dasselbe Bild vermittelt die Zahl der lizenzierten Kids-Nachwuchsspielerinnen und –spielern. Vor fünf Jahren waren es 260, heute über 2000.

Jürg Zbinden, «Mister Kids-Volleyball» und Ausbildner mit 20-Prozent-Anstellung bei Swiss Volley, arbeitet an der Etablierung von Kids-Volley. Und auch die frühere Spitzenspielerin Nicole Schnyder-Benoit engagiert sich breit für den Nachwuchs. Es wird spannend zu verfolgen sein, wie sich Kids Volley weiterentwickelt und ob und wie in einigen Jahren der Elitebereich davon profitiert.