Aarau
Es muss nicht Fussball sein: Handballclub weckt Spielbegeisterung im Camp

Am Montag startete das Pfisterer Handballcamp im Schachen. Während vier Tagen trainieren die 85 Kinder mit Spielern des HSC Suhr Aarau.

Lee Müller
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Neben dem Handballtraining bleibt auch Platz für lockere Spiele. Die Spieler des HSC Suhr beobachten das Geschehen.

Neben dem Handballtraining bleibt auch Platz für lockere Spiele. Die Spieler des HSC Suhr beobachten das Geschehen.

Lee Müller

Wie kann man Kinder für Handball begeistern? Diese Frage stellt sich angesichts der riesigen Auswahl an populären Ballsportarten wie Fussball, Volley oder Basketball, zwischen denen sich jeder Sportsbegeisterte einmal entscheiden muss. Betritt man die Turnhalle im Aarauer Schachen, scheint die Antwort klar: Es ist ziemlich einfach. Rund 85 Kinder tummeln sich in der Sporthalle. «Goal, Goal» ertönt es von allen Seiten, die Kinder sind seit einer knappen Stunde in der Halle und bereits Feuer und Flamme.

Neben den Übermütigen gibt es auch jene, die sich von den Coaches die beste Wurftechnik zeigen lassen und konzentriert mit ihren Kollegen üben. Auch dieses Jahr bietet der HSC Suhr Aarau ein Camp an, um Kinder für den Handballsport zu begeistern. Projektleiter David Wertli bestätigt: «Die Erfahrung zeigt, dass Kinder von Handball begeistert sind, sobald sie den Ball in den Fingern haben und Tore schiessen können.»

Doch so simpel, wie es tönt, ist es nicht: Hinter dem Pfisterer Handballcamp steckt jede Menge Organisation. «Vor dem Camp ist nach dem Camp», wie Wertli es formuliert. Es müssen Sponsoren angeschrieben, die Halle reserviert und das Essen organisiert werden. Um die Kinder auf das Lager aufmerksam zu machen, besucht Misha Kaufmann, Kapitän der 1. Mannschaft des HSC Suhr Aarau, im Vorfeld diverse Schulen und bietet Probetrainings an.

Bereits letztes Jahr leitete der Handballprofi das Camp: «Ich mache dies für die Kinder, das Lachen in ihren Gesichtern nach einem gelungenen Tag. Letztes Jahr haben viele zum Schluss geweint, das berührt.» Zum Glück habe er einen kulanten Trainer, der ihm den nötigen Freiraum lässt. In dieser Woche fällt das Morgentraining für Kaufmann aus.

Die Hälfte sind Neueinsteiger

Mit viel Leidenschaft trainieren Kaufmann und seine Vereinskollegen die Kinder. Im Vordergrund steht nicht die Leistung, sondern der Spass. «Handball ist ein anspruchsvoller Sport. Kämen wir gleich zu Beginn mit allen Regeln, würde es den Neueinsteigern ablöschen», sagt Kaufmann, «darum möchten wir die Trainings spielerisch gestalten. Die Kinder verlassen das Camp mit vielen neuen Erfahrungen, aber nicht als Profis.» Schliesslich halten knapp die Hälfte der Angemeldeten in diesen Tagen zum ersten Mal einen Handball in den Händen.

Die Kinder wissen genau, was sie am Handball am meisten begeistert. Das «Mätschle» sei das Beste, ist sich eine Gruppe Mädchen einig. Der Wunsch wird erfüllt. Am Nachmittag findet ein kleines Turnier statt. Dort können die Kinder das neu Erlernte endlich im Spiel anwenden.