Erlinsbach
Generationenpark: Die Front zwischen Befürworter und Gegnerschaft verhärtet sich

Am 25. September stimmt Erlinsbach AG über den Generationenpark samt Pumptrack auf dem Kalkhof ab. Während die Aufwertung der Fläche breite Zustimmung zu haben scheint, gibt es gegen den Pumptrack viel Widerstand im Dorf.

Daniel Vizentini
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Gemeinderat und Elternverein wollen auf dem Kalkhof in Erlinsbach einen Generationenpark samt Pumptrack errichten lassen. Dagegen wurde ein Referendum ergriffen.

Gemeinderat und Elternverein wollen auf dem Kalkhof in Erlinsbach einen Generationenpark samt Pumptrack errichten lassen. Dagegen wurde ein Referendum ergriffen.

Daniel Vizentini

In den Leserbriefspalten mehrten sich in den letzten Tagen Beiträge von Menschen, die sich gegen das Vorhaben des Gemeinderats einsetzten, auf dem Kalkhof in Erlinsbach AG einen Generationenpark zu errichten. Die Sanierung des heutigen Kinderspielplatzes oder die Neugestaltung der Erholungszone sieht die Gegnerschaft zwar als sinnvoll an. Ein Dorn im Auge ist ihnen aber der geplante Pumptrack, der laut ihnen «überdimensioniert» sei und nicht mitten ins Dorf gehöre.

«Wenn es eine solche Anlage braucht, gäbe es sicher bessere Standorte», heisst es in einem Leserbrief. In den Unterlagen zur Urnenabstimmung vom 25. September bezeichnen sie den Pumptrack auch als «Profi-Bahn», die überregional Gäste anziehen werde. Die «Dominanz des Pumptracks», der etwa dreimal so gross wie die heutige Pétanque-Spielfläche werden würde und einen Drittel der Parkfläche füllen soll, würde «den Kalkhof anstatt zu einem Park zu einer Sportanlage machen».

So sehen die Pläne für den Generationenpark aus: Unten sind der Spielplatz und die Pétanque-Anlage, oben rechts der Pumptrack.

So sehen die Pläne für den Generationenpark aus: Unten sind der Spielplatz und die Pétanque-Anlage, oben rechts der Pumptrack.

zvg

Mit 1800 m2 wäre der Erlinsbacher Pumptrack grösser als andere in der Region, so die Gegner. Die Befürwortenden hingegen heben in einem neuen Flugblatt hervor, dass er kleiner würde als der bereits gebaute in Olten mit 2200 m2 oder der geplante in Schöftland mit 2500 m2. Die Grösse in Erlinsbach erfülle keine Profi-Ambitionen: Im Erlinsbacher Pumptrack soll, anders als auf bisher gebauten Anlagen, zweispurig gefahren werden können, damit sich Anfänger und Fortgeschrittene, Velos und Trottinetts, sicher kreuzen können. Getrennte Zonen für kleine und grosse Kinder bräuchten entsprechend Platz, machen den Pumptrack aber sicherer, schreiben sie.

Die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung seien gar nie erhoben worden

Dem Eindruck nach würde die Gegnerschaft am liebsten getrennt über die praktisch unbestrittene Aufwertung des Kalkhofs und den umstrittenen Pumptrack abstimmen lassen. Dieser aber war der Ursprung der Parkidee: Nach einer Bedürfnisumfrage unter den Kindern und Jugendlichen im Dorf überbrachte der Elternverein dem Gemeinderat das Projekt einer Spiel- und Freizeitanlage mit Pumptrack auf dem Kalkhof. Daraufhin weitete der Gemeinderat das Projekt aus zu einer Anlage mit «Gewinn für alle Altersgruppen», wie in den Abstimmungsunterlagen steht.

Die Befürwortenden sprechen von einer «Lücke im Erlinsbacher Freizeitangebot», die geschlossen werden müsse, gar von einer «Massnahme zur Gesundheitsförderung und Prävention». Die Gegnerschaft hingegen kritisiert, dass die Bedürfnisse der anderen Altersgruppen gar nicht erst erhoben worden seien. «Nur die Aneinanderreihung von verschiedenen Infrastrukturen ergibt noch keinen generationenverbindenden Ort», schreiben sie.

Der Pumptrack würde links von der Entsorgungsanlage (das gelbe Gebäude) und hinter der Spielfläche vom Pétanque-Club zu stehen kommen.

Der Pumptrack würde links von der Entsorgungsanlage (das gelbe Gebäude) und hinter der Spielfläche vom Pétanque-Club zu stehen kommen.

Daniel Vizentini

Zuletzt haben die Gegner eigens eine Website eingerichtet, auf der sie unter anderem die Kosten des Projekts bemängeln. «Bei genauer Betrachtung erscheinen gewisse Kostenblöcke fragwürdig hoch», heisst es dort. Von den veranschlagten 1,5 Millionen Franken fallen 420'000 Franken auf die Errichtung des Pumptracks. Dazu seien die wiederkehrenden Unterhaltungskosten nicht ausgewiesen. «Die Finanzierung einer solchen Anlage ist nicht Aufgabe der öffentlichen Hand», betonen sie.

Der Elternverein, der den Pumptrack ursprünglich initiiert hatte, sieht hingegen «eine aktive Dorfentwicklung» als Pflicht der Gemeinde an. Erlinsbach «kann und sollte sich das leisten», schreiben sie auf deren Website.