Kirchgemeinde Kirchberg
Erlebnisweg für alle Generationen

Nördlich des Friedhofs in Küttigen entsteht ein Pfad für Gross und Klein. Initiantin des Erlebniswegs ist die Pfarrerin Helene Widmer aus Rombach.

Marcel Siegrist
Drucken
Künstler Wolfgang Hoffelner aus der Steiermark bearbeitet das Schallloch am Klangstuhl.

Künstler Wolfgang Hoffelner aus der Steiermark bearbeitet das Schallloch am Klangstuhl.

Vergnügt sitzen Kinder im Waldstück «Weidhölzli» oberhalb der reformierten Kirche in Küttigen auf dem Waldboden. Sie räumen fleissig Äste und Steine beiseite und «planieren» den kreisrunden Platz mit einem Durchmesser von rund zehn Metern.

Es wird ein Treffpunkt hergerichtet, wo mit Naturmaterialien Mandalabilder erstellt werden. Es sind rund 20 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren, die unter dem Motto «Schufle und Spile» einige Ferientage «opfern», damit die Idee «Erlebnisweg Weidhölzli» Realität wird. Es ist ein Projekt der Kirchgemeinde Kirchberg, zu der die Gemeinden Biberstein, Küttigen und Rombach gehören.

Eine Gruppe Kinder arbeitet am Posten 11, der «Mandala im Baumkreis» heisst. Eine zweite Gruppe erstellt einen Barfussweg: Auf einem Trampelpfad werden Naturmaterialien wie Tannenzapfen, Steine, Mergel oder Baumrinde ausgelegt.

Anstatt eines Kinderspielplatzes

Eigentliche Initiantin des Erlebniswegs ist die Pfarrerin Helene Widmer aus Rombach. «Eigentlich ist es mein Virus. Wenn ich einen Pfad sehe, den man intensiv erleben kann, spricht mich das an. Zudem haben wir in Küttigen nicht wirklich einen grossen Spielplatz für Kinder.»

Die Sozialdiakonin Barbara Bänziger, Biberstein, und der für die Liegenschaften zuständige Kirchenpfleger Alfred Scheuner, Küttigen, liessen sich vom «Virus» anstecken. Scheuner reichte das Baugesuch im Namen der Kirchgemeinde ein und im Sommer 2010 traf die Baubewilligung für das Projekt, das unter dem Thema «Mensch und Natur» steht, ein.

Kies wurde gespendet

Für den «Erlebnisweg Weidhölzli» bot sich das rund drei Hektaren grosse «Weidhölzli» an, das im Besitz der Kirchgemeinde Kirchberg ist. «Wir haben mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren gerechnet», erklärt Alfred Scheuner. Baubeginn war im Februar und jetzt steht der Weg bereits kurz vor der Vollendung. Der «Virus» hat offenbar um sich gegriffen. «Wir waren sehr angenehm überrascht, wie viele Leute ihre Begeisterung in das Projekt investiert haben», freut sich Pfarrerin Helene Widmer.

Unternehmer waren tatkräftig vor Ort, Kies wurde gespendet, verschiedene Fachleute stellten ihr Wissen zur Verfügung, kleine und grosse Hilfskräfte aus Küttigen, Biberstein und Rombach waren mit Begeisterung im Einsatz und Sponsoren wurden ebenfalls gefunden.

Ein vielfältiges Angebot

13 Posten wurden mit behutsamen Eingriffen in die Natur realisiert. Einen Überblick über das vielfältige Angebot gibt eine Info-Tafel: der Platz für Mandala, der Barfussweg, ein Tastfels, bei dem Spuren von Tieren zu ertasten sind, Holzinstrumente, Holzpfähle zum Balancieren, zwei überdimensionale Holzbänke mit grandioser Aussicht, modernde Holzstapel zum Erleben des Waldbodens mit der Nase oder eine Holzpritsche mit Himmelblick.

Höhepunkt des Erlebnisweges ist Posten 2 mit dem Klangstuhl von Wolfgang Hoffelner aus Knittelfeld. Hoffelner ist mit seiner Familie aus Österreich nach Küttigen gereist, um dieses Werk in rund fünf Tagen vor Ort zu bauen. Der massive Stuhl aus Lerchenholz mit Blick ins Horentäli hat eine Dimension, die Erwachsene in die Kinderwelt zurückversetzt. «Es ist ein Thron. Jeder der hier sitzt, ist ein König», schmunzelt Hoffelner.

In ein Schallloch in der Armlehne fügt er einen Metallklangstab ein, in die Rückenlehne wird ein Klangstab aus Akazienholz montiert. Es werden Töne erzeugt, die auf die Frequenz des Herzens abgestimmt sind. «Hardliner legen sich unter den Klangstuhl und lassen sich den Kopf massieren», lacht der Künstler aus der Steiermark. Der Küttiger Klangstuhl ist erst der zweite Stuhl dieser Art. Ein weiterer Klangstuhl steht in Tirol. «Allerdings ist dieser Klangstuhl grösser», so Wolfgang Hoffelner.

Offizielle Eröffnung ist am 21. Mai

Der «Erlebnisweg Weidhölzli» bietet Raum für Naherholung, Freude an der Schöpfung und Sinn(es)erlebnisse. Er regt zum Schauen, Staunen, Spüren, Riechen, Tasten, Hören, Ausruhen, Nachdenken und Sorge tragen – je nach Thema des jeweiligen Postens. Offiziell wird der Erlebnisweg Weidhölzli am 21. Mai, um 11 Uhr, eröffnet. Das Waldstück ist aber frei zugänglich und kann heute schon besucht werden. Weitere Informationen unter www.ref-kirchberg.ch.

Aktuelle Nachrichten