Snowboard
Die schwerelose Flugkunst: Hier fliegt ein Aarauer durch die Berge Kanadas

In dieser Woche kommt der Snowboardfilm „the Art of Flight" in die Kinos. Den Film mitgeprägt hat der Aarauer Snowboard-Profi Nicolas Müller. Zweieinhalb Jahre dauerten die Filmaufnahmen. Und die Profis scheuten keinen Aufwand.

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Es ist eine grandiose Kulisse - brillante, eindrucksvolle Bilder entstehen: Der 29-jährige Snowboard-Profi Nicolas Müller aus Aarau lernte in den kanadischen Rockys seinen Beruf neu schätzen. Gemeinsam mit dem Snowboard-König Travis Rice war Nicolas Müller Hauptakteur für den Red-Bull-Snowboard-Film «the Art of Flight».

Der Profi-Snowboarder Nicolas Müller aus Aarau

Der Profi-Snowboarder Nicolas Müller aus Aarau

Alex Spichale

Für diesen Film, der in dieser Woche Premiere feierte, scheuten die Filmemacher keinen Aufwand: Mit zweieinhalb Jahren Dreharbeit und einem Budget von mehreren Millionen Dollar gilt der Snowboardfilm als der bislang aufwändigste der Geschichte. Zehn verschiedene Kameraeinstellungen wurden eingesetzt, hochauflösende Aufnahmen mithilfe von Helikoptern entstanden. Und mittendrin statt nur dabei: Nicolas Müller aus Aarau.

Mehr als nur ein Sport

Er sieht die Teilnahme an dem ambitionierten Filmprojekt als grosses Privileg: «Die Vorbereitungen auf diesen Film haben mein ganzes Leben lang gedauert. Es gibt nichts in meinem Leben, das ich irgendwie vergleichen könnte», sagt der Aarauer in einer Reportage gegenüber ZDF.

Nicolas Müller - der unbekannteste Schweizer Sportstar

Nicolas Müller ist 29 Jahre alt und ist in Aarau aufgewachsen. Er begann im Alter von zehn Jahren mit dem Snowboarden. Seit dem Jahr 2000 ist er professioneller Snowboarder - und gilt als der bestverdienendste Wintersportler der Schweiz. Müller hat sich mit Snowboard-Filmen und in Fach-Magazinen in der Szene etabliert und gilt als einer der gefragtesten Snowboard-Stars. Längst hat der 29-Jährige Aarauer besser dotierte Verträge als etwa die Wintersportler Didier Cuche oder Simon Ammann. Doch warum ist Müller denn so unbekannt? Die Lösung: Müller bestreitet kaum Wettkämpfe, schon gar nicht die medial beachteten Events des internationalen Verbands FIS. «Da wirst du in eine Schublade gepresst, kannst nicht mehr machen, was du willst», so Müller.

Für Müller, der als einziger Europäer in dem Film mitwirken durfte, ist das Snowboarden denn auch mehr als nur ein Sport. «Es ist ein Klischee zu sagen, es ist Lifestyle. Aber es ist genau das, was es ausmacht. Die Freiheit in den Bergen zu geniessen und seine Linie in den Schnee zu ziehen ist einmalig», sagt Müller weiter. «Das ist ein bisschen wie Fliegen.»

Die Gefahr der Lawinen

Der Film wurde an den spektakulärsten Orten von Alaska bis Feuerland gedreht, in einer Welt zwischen Eis und Schnee. «Die eindrucksvollste Region war sicher Patagonien», sagt Müller.

Doch nur die Freiheit und Natur konnte der Aarauer nicht geniessen: Während den Drehaufnahmen lauerten auch Risiken - wie etwa das Snowboarden in einer Lawine.

Ist das also nur etwas für Todesmutige? «Ich bin auf jeden Fall nicht lebensmüde. Ich würde nichts machen, was mich wirklich in Gefahr bringen könnte. Es ist alles kalkuliert, alles durchgeplant. Wir wissen, wohin wir springen, sehen vorgängig, was bei den Sprüngen passieren könnte», sagt der 29-Jährige in der Reportage.

Trotzdem gab es während den Aufnahmen immer wieder Zwischenfälle: «Es ist körperlich sehr anspruchsvoll und belastend, aber vor allem mental muss man parat sein, dass alles aufgeht. Man muss mit allen Sinnen auf der Höhe sein, deshalb kann man das auch nicht jeden Tag machen», so Müller.

Nun ist der Film für die Öffentlichkeit zu sehen. Und herausgekommen sind unvorstellbare Bilder - ein Abenteuer am Abgrund einer Wunderwelt, so spektakulär ins Bild gesetzt wie nie zuvor in einem Snowboard-Film. Dieser wird bestimmt über die Szene hinaus für viel Furore sorgen. (sha)

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