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«Die Bachelorette»
Viel Drama, ein Geständnis und eine berechtigte Frage: «WTF? Wie kann so ein Vollhonk eine Rose bekommen?»

Eigentlich heisst es doch «Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte». Aber wenn zwei Kandidaten mit der geistigen Mentalität von Zweijährigen sich anzicken, freut sich die «Bachelorette» weniger. Erst recht, wenn einer davon auch noch ein Callboy ist.

Nadja Zeindler
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Nur zur Erinnerung: «Die Bachelorette» ist eigentlich eine Dating-Show für erwachsene Menschen. Bekanntlich gleicht das aber eher einem Kindergarten mit Testosteron-Überdosis. Immerhin passt dazu die Challenge zum Start der fünften Folge: Die Kandidaten sollen in Teams ein Boot für ein Rennen bauen – mit Karton, Klebestreifen und Farbe.

Andrei und Angelo, der letzte verbliebene Aargauer, dürfen die Bastelstunde schwänzen und auf ein Date mit Yuliya. Und, oh grosse Überraschung: Es ist einmal mehr ein Champagner-Picknick. Doch das wirkt diesmal wie ein Vorstellungsgespräch. Yuliya will wissen: «Was haben wir gemeinsam?», «Woran merkst du, dass du verliebt bist?» Fehlt nur noch: «Und wo sehen Sie sich in fünf Jahren?» Andrei scheint dabei für die Hauptrolle als «der wirklich voll mega perfekte und tollste Partner ever» vorzusprechen. Und Yuliya beisst scheinbar an – aber dazu später mehr. Zunächst darf er mit ihr auf ein Einzeldate.

Date oder Vorstellungsgespräch? Beim Champagner-Picknick mit Angelo und Andrei ist das nicht ganz klar.

Date oder Vorstellungsgespräch? Beim Champagner-Picknick mit Angelo und Andrei ist das nicht ganz klar.

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Die übrigen Kandidaten sind mit ihren Karton-Böötli beschäftigt. Ausser Dino und Gian. Sie streiten sich lieber. Am Ende gleicht ihr Boot darum mehr einem Kartonsarg in Plastikfolie mit den Schildern «Stürmische Love» und dem Namen der «Bachelorette» – den Gian falsch schreibt.

Am Abend darf Heinz mit ihr auf ein Einzeldate und der zurückhaltende Bünzli nimmt den Fuss von der Bremse: Yuliyas Frage, ob er Romantik mag, beantwortet er mit einem sehr leidenschaftlichen Kuss! Das ist mal eine Überraschung, «Holla die Waldfee», würde Heinz wohl sagen.

Wer hätte das gedacht? Heinz holt sich den zweiten Kuss der Staffel.

Wer hätte das gedacht? Heinz holt sich den zweiten Kuss der Staffel.

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Am nächsten Morgen steigt das Böötli-Rennen: Gian und Dinos Grammatiksarg geht gleich unter. Peter fällt aus der blau-gelben Ukraine-Konstruktion, die er und Heinz zu Ehren von Yuliyas Heimatland gebaut haben. Nur Giuliano und Yuris «Liebesbadewanne» mit lauter Herzchen bringt sie ins Ziel und damit zu einem Date mit Yuliya.

Dino und Gian gehen mit ihrem Grammatiksarg baden.

Dino und Gian gehen mit ihrem Grammatiksarg baden.

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Vorher lädt diese aber Dino und Gian zu einem – man glaubt es kaum – Champagner-Picknick ein, weil ihr Boot offenbar am kreativsten war. Doch die beiden Streithähne motzen sich lieber gegenseitig an, statt sich um sie zu kümmern. «Du bist ein Egoist.» «Nein, du bist ein Egoist.» «Du bist der grösste Egoist, den ich in meinem Leben kennen gelernt habe.» «Immer einmal mehr!» Ok, nein, das hat niemand gesagt. Hätte aber gepasst. Yuliya ist von dem Kindergarten so genervt, dass sie geht. Und Gian und Dino? Die streiten weiter.

Ein Bild, das für die ganze Folge steht: Dino und Gian streiten. Yuliya ist vom Champagner-Picknick bereits entnervt geflüchtet.

Ein Bild, das für die ganze Folge steht: Dino und Gian streiten. Yuliya ist vom Champagner-Picknick bereits entnervt geflüchtet.

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Die pure Harmonie herrscht dagegen beim Doppeldate der Böötli-Sieger Giuliano und Yuri mit Yuliya. Es wird gelacht und gepläuschelt, Yuri bekommt vorab schon eine Rose und Giuliano sein erstes Einzeldate. Aber so viel Friede, Freude, Eierkuchen passt nicht in eine Dating-Show, also gibt’s am nächsten Tag wieder Drama: Dino gesteht, dass er nicht nur Flirt und Dating Coach, sondern auch Callboy ist. Seine wildeste Erfahrung war übrigens Sex mit einer Frau, während ihr Ehemann zugeschaut hat. Und es war toll. Na Gratulation. Erzfeind Gian muss das natürlich gleich allen erzählen. Den Kandidaten ist das allerdings relativ Wurst, Dino soll es einfach Yuliya sagen.

Diese darf zuerst aber wieder mal ihren Monolog zur Nacht der Rosen halten, der immer noch klingt, als würde sie den Brief einer 11-Jährigen aus dem Schullager vorlesen. Dann kommt Dinos Callboy-Geständnis. Yuliya ist schockiert – und dieser Moment wirkt in dieser überkünstlichen Show tatsächlich echt. Dino muss gehen. Zum Glück für Gian, dem Yuliya fast widerwillig eine Rose gibt.

Andrei bekommt keine Rose.

Andrei bekommt keine Rose.

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Ebenfalls raus ist übrigens auch Andrei. Seine Antworten zum Start der Folge waren doch etwas gar zu perfekt. Dass ausgerechnet Gian bleiben darf, kann er nicht fassen: «WTF? Das kann doch nicht sein, dass so ein Vollhonk eine Rose bekommt, der seit dem ersten Tag eine Show abzieht?» Doch Andrei, das kann sein. Denn irgendein Hirni muss ja drin bleiben und den Staffel-Bösewicht und Vollpfosten spielen. Oder hast du noch nie «Die Bachelorette» geschaut?