Aarau
Deutsche kriegen die Aarauer Verkehrskanzel nicht

Trotz einem Angebot aus Deutschland bleibt die Verkehrskanzel in ihrer Heimat Aarau. Für den Aargauer Kantonsingenieur Rolf Meier ist klar: Das schwarz-weiss-gestreifte Stück Verkehrsgeschichte ist unverkäuflich.

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Roger Sigrist an einem seiner letzten Arbeitstage auf der einem Kreisel weichenden Verkehrskanzel auf dem Aarauer Aargauerplatz
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 Er wird sie sehr vermissen, wie er gegenüber «az» sagt.
 Für die Arbeit auf dem komplizierten Knotenpunkt ist eine spezielle Ausbildung nötig, die von der Stadtpolizei durchgeführt wird.
 Erst nach zwei Abschlussprüfungen kann ein Verkehrspolizist alleine Dienst verrichten auf der Kanzel. «Polizist» ist übrigens nicht ganz richtig, denn...
 ...Roger Siegrist arbeitet für die Securitas. Die Stadt hat den Verkehrsdienst an den externen Anbieter ausgelagert.
 Der Kreisel, der bald kommt, könnte Siegrists Meinung nach ein Chaos auslösen. Wieso, das erfahren Sie im Artikel.

Roger Sigrist an einem seiner letzten Arbeitstage auf der einem Kreisel weichenden Verkehrskanzel auf dem Aarauer Aargauerplatz

Pech für das Gesundheitszentrum Nordrhein-Westfalen. Die Aarauer Verkehrskanzel, die die Deutschen so gerne in ihrem Gesundheitscampus als Deko aufstellen wollten, ist nicht zu haben.

Obwohl Georges Stauffer vom Aargauer Baudepartement letzte Woche bei der Kaufanfrage der nördlichen Nachbarn hellhörig wurde, stellt Rolf Meier, Aargauer Kantonsingenieur und «Adoptivvater» der Kanzel, heute klar: «Die Kanzel ist unverkäuflich.»

An diesem Entscheid könne auch ein allfälliger hoher Eurobetrag aus Westdeutschland nicht rütteln.

«Gehört zu Aarau»

«Die Kanzel gehört einfach zu Aarau und ist hier immer schon im Zentrum gestanden, zum Beispiel am Maienzug, wo sie jeweils schön geschmückt wurde», begründet Meier.

Deshalb wolle der Kanton das Denkmal der Aargauer Verkehrsgeschichte an einem angemessenen Standort in Ehren halten.

Je nachdem wie schnell die Bauarbeiten für den neuen Kreisel voranschreiten, wird die Kanzel Ende Mai oder Anfangs Juni vom Aargauerplatz an den Sitz des Tiefbauamts an der Entfelderstrasse transportiert. Dort soll das Verkehrsrelikt mit einem Kran auf die Dachterasse gehievt werden.

Pension als Möbelstück

«Auf der Personalterrasse haben wir allerlei Raritäten aus der Verkehrsgeschichte aufgestellt, wie zum Beispiel alte Verkehrsschilder, die zu Tischen umfunktioniert wurden», erzählt der Kantonsingenieur.

Die Kanzel soll in die Mitte der Terasse gestellt werden und ihre Pension dort quasi als Möbelstück verbringen. «Ich bin mir sicher, dass dies ein würdiger Standort ist», sagt Meier. (jep)

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