Es war viel spekuliert worden über die Sicherheit beim gestrigen Risiko-Fussballmatch Aarau gegen Basel im Brügglifeld. Die az hat sich unter die Fans gemischt.

Kurz nach 18 Uhr war es noch friedlich am Aarauer Bahnhof. Aarau- und Basel-Fans plauderten gut gelaunt miteinander. «Euch hauen wir weg wie GC», sagte ein FCA-Fan. «Ich tröste dich nach dem Spiel», konterte der Basler. Er sollte recht behalten, Basel schlug Aarau mit 3:1 und wurde Schweizer Meister. Die Polizei begleitete die Fans der mit dem Extrazug eingetroffenen Basler auf dem Weg zum Stadion nicht. Sie liess sie Graffiti sprayen, Knallkörper zünden - und in den Stadtbach pinkeln.

Um 19.15 Uhr fuhr der FCB-Car ein, die Aarau-Fans standen am Wurststand Schlange. Weil das Spiel ausverkauft war, konnten nicht alle ins Stadion. Die einen schauten den Match als Zaungäste, andere gingen enttäuscht von dannen. «Jetzt gehe ich halt in die Aarauerstube und schaue den Match am Fernsehen», sagte ein Mann.

Ungemütlich wurde es erst nach dem Abpfiff: Ein Teil der FCB-Fans stürmte trotz grossem Polizeiaufgebot das Spielfeld und lieferte sich eine Schlägerei mit Aarauer Anhängern. Um 23 Uhr sassen die Basler allerdings bereits wieder im Extrazug nach Hause - nachdem sie weitgehend friedlich zum Bahnhof zurückmarschiert waren

Lesen Sie hier den Newsticker nach:

23.15: Mit diesen Worten endet der Newsticker. Allen eine gute Nacht!

23.14: Die Polizei hat sich ausserhalb des Stadions sehr zurückhaltend verhalten. Sie hat den Fanzug weder begleitet, noch hat sie den Fans den Zugang verweigert. Das hat wohl auch auf die Fans beruhigend gewirkt.

23.13: Jetzt ist die Ruhe wieder eingekehrt im Bahnhof Aarau. Das Spiel galt als Hochrisikospiel - zumindest am Bahnhof kam es kaum zu Ausschreitungen. Was natürlich sicher auch am Resultat liegt.

23.10: Nach 10 Minuten Verspätung ist es soweit: Der Extrazug verlässt den Aarauer Bahnhof Richtung Basel.

Der Extrazug fährt los.

Der Extrazug fährt los.

23.04: Der Zug ist jetzt praktisch voll und könnte abfahren. Doch einige versperren noch die Türen – noch sind nicht alle drin.

23:03: Einige Fans haben ein Souvenir vom Brügglifeld mitgenommen. Sei es ein Stück Rasen oder gar die Eckfahne.

23.00: Jetzt kommt der Zug ins Schwanken. Die Fans springen im Zug wild auf und ab und klopfen an die Fensterscheiben – und sich die Hände wund.

Basler Fans steigen in den Extrazug.

Basler Fans steigen in den Extrazug.

22.55: Aarauer Fans passen scheinbar in den Gassen scheinbar Autos mit BS- und BL-Nummern ab.

22.53: Unbestimmte Verspätung steht jetzt auf der Anzeigetafel. Langsam füllt sich der Zug. «Glaubet ned ad Geischter, der FCB esch Schwizer Meister», singen die Fans.

22.52: Die Polizei wartet wieder bei der Unterführung. Aber weil sich weit und breit keine Aarau-Fans zu sehen sind, lassen sie die Fans durch.

22.45: Ob hier in 15 Minuten tatsächlich der Zug abfährt? Die Abteile sind noch praktisch leer.

15 Minuten vor Abfahrt des Extrazugs sind noch keine Basler Fans zu sehen.

15 Minuten vor Abfahrt des Extrazugs sind noch keine Basler Fans zu sehen.

22.44: Kurz vor dem Bahnhof singen die Basler: «Wer ned gompet esch kei Basler, hey, hey.» Doch das ist mehr ein Gebrüll als ein Gesang.

22.43: Die Fans scheinen ihre Stimmen noch für den Barfüsserplatz zu schonen. Beim Zug durch das Quartier ist es erstaunlich ruhig.

22.41: Um 23 Uhr fährt bereits der Extrazug zurück nach Basel. Es könnte aber auch später werden, denn viele sind noch im Stadion.

22.40: Die Aarauer Fans stürmen aus dem Stadion. Eine Augenzeugin sieht zumindest einen Leichtverletzten.

22.38: Ein gewisses Frustpotenzial ist bei den Basler Fans trotzdem vorhanden. Sie wurden von der Polizei zurückgedrängt, als sie den Platz stürmten. «Ich kann das nicht verstehen», sagt ein Fan.

22.37: Die Fangruppen ziehen langsam Richtung Bahnhof.

22:36: Der FC Basel besiegt Aarau mit 3:1 und ist Schweizer Meister. Nach dem Spiel geraten sich einige radikale Fans am Spielfeldrand in die Haare und prügeln mit Stöcken aufeinander ein.

21.30: Knapp zwei Meter hoch sind die Zäune hier. Vielen fehlen einige Zentimeter, um über die Mauer zu blicken. Aber sie wissen sich zu helfen, eine besonders kreative Idee: Bierflaschen in den weichen Boden stecken!

Wer zu klein ist, dem helfen leere Bierflaschen für die nötigen Zentimeter - um über den Zaun sehen zu können.

Wer zu klein ist, dem helfen leere Bierflaschen für die nötigen Zentimeter - um über den Zaun sehen zu können.

21.25: Ich glaub mich knutscht ein Elch. Aussehalb des Stadions komt tatsächlich ein Abfallmann an den Zaungästen vorbei und sammelt allen Abfall ein. Was für ein Service!

21.10: So feiern die FCB-Fans das 3:1:

Basler Fans feier die 2:1-Führung.

Basler Fans feier die 2:1-Führung.

21.00: Die Sicht ist von aussen wirklich auch nicht schlecht. Nur ist es extrem unangenehm.

Kein Ticket - aber sie können das Match trotzdem mitverfolgen.

Kein Ticket - aber sie können das Match trotzdem mitverfolgen.

20.48: Manche Zaungäste finden einen Weg, das Spiel ohne Ticket zu schauen:

Zaungäste während der ersten Halbzeit.

Zaungäste während der ersten Halbzeit.

20.42: Die Gartenzäune werden als Veloständer benützt. Nirgends sonst sind wohl Wohnquartier und Stadion so nahe beieinander.

20.40: Ein Mann entsorgt fürs Erste die Bierflaschen. Eine zweite Welle wird kommen.

Ein Mann entsorgt fürs Erste die Bierflaschen. Eine zweite Welle wird kommen.

Ein Mann entsorgt fürs Erste die Bierflaschen. Eine zweite Welle wird kommen.

20.38: Die Grillmänner können aufatmen. Jetzt stehen keine Leute mehr an. «Gegen Basel sind es immer so viele Leute», sagt einer. Das wars aber noch nicht: «In der Pause kommen die Leute wieder.»

20.30: Aber einige hier sehen so aus, als hätten sie noch kein Ticket. Ich glaube das gibt einige Zaungäste.

20.20: Die Polizei macht keinen Rank. FCA- und FCB-Fans werden nicht auseinandergehalten. Man kann problemlos zwischen den Fanlagern wechseln. Kaum Gewaltpotenzial.

Polizeikräfte vor dem Brügglifeld.

Polizeikräfte vor dem Brügglifeld.

20.15: Wieder vor dem Gästesektor. Hier sind praktisch alle schon im Stadion. Abfalleimer sind wohl Fehlanzeige.

20.10: Ein enttäuschter Mann geht. Er hat nicht gewusst, dass der Match ausverkauft ist. «Jetzt ich gehe ich hald in der Aarauerstube essen und schaue den Match am Fernseher.»

19.55: Drei Teenager stehen mit leeren Händen vor dem Stadion. Habt ihr keine Tickets bekommen? «Nein, aber wir wollten gar keine, wir schauen nur, was hier passiert. Fussball interessiert uns nicht.»

19.52: Einfach haben es die Saisonkartenbesitzer. Sie müssen nicht mal lange anstehen.

Saisonkartenbesitzer stehen an.

Saisonkartenbesitzer stehen an.

19.51: Aber das Brügglifeld ist ja ein einmaliges Stadion. So sieht man die Partie als Zaungast:

Blick ins Brügglifeld.

Blick ins Brügglifeld.

19.48: Wer spontan ins Stadion wollte, den muss ich enttäuschen. Tickets gibts nicht mehr. So können die Kassen anders genutzt werden. Wobei es ja besser ist, die Bierdosen hier hinzustellen, statt sie in den Bach zu werfen.

Der Match ist ausverkauft - schon seit Mittwoch.

Der Match ist ausverkauft - schon seit Mittwoch.

19.43: 2:2, 1:2 tippen weitere Basler - und diese zwei Aarau-Fans - Was tippen sie? 2:2 und 1:2. «Man muss realistisch sein», sagt die Eine. Dann meldet sich aber ein anderer FCA-Fan: «Spinnt ihr, 3:0 für Aarau».

Ihr Herz schlägt für Aarau: Doch sie tippen 2:2 und 1:2 .

Ihr Herz schlägt für Aarau: Doch sie tippen 2:2 und 1:2 .

19.40: 0:4, 2:2, 1:2 die Tipps von drei weiteren FCB-Fans. Der Optimismus ist da. Sie erwarten «ein engagiertes Spiel mit vielen Toren, Basel wird konzentriert spielen und den Sack schon heute zu machen». Mal sehen.

19.38: Noch knapp eine Stunde bis zum Kick-Off. Zeit für die ersten Resultat-Tipps: 2:2, 1:2 und 1:3 die Tipps von drei FCB-Anhängern. Und der vierte sagt: «In drei Tagen sind wir Schweizer Meister, das ist mein Tipp.»

19.32: Kein Durchkommen für die Velos an der Bachstrasse. Da muss man das Velo halt stossen.

19.22: «Hier habe ich noch nie so lange gewartet», meint ein hungriger Mann, der in der Schlange steht. Tatsächlich staut sich die Schlange bis in das Quartier hinein.

19.19: Szenenwechsel: Auf der andere Seite, wo sich die Aarau-Fans versammeln, warten die Besucher auf eine gute Wurst.

Die Würste vom Grill finden hungrige Abnehmer.

Die Würste vom Grill finden hungrige Abnehmer.

19.16: FCB-Rufe ertönen. Es ist ja schon unglaublich. Der Car fährt auf der Strasse ein, wo sich eine grosse Masse Fangruppen besammeln. Damjt haben die Fans wohl selbst nicht gerechnet.

Der FCB-Car fährt ein.

Der FCB-Car fährt ein.

19.14: Oje, die armen weiblichen FCB-Anhänger. Hier hat es viel zu wenig Toiletten. Die Kolonne vor den WCs staut sich. Praktisch gleichzeitig kommt hier der FCB-Car angefahren.

19.11: Die Polizei ist in Position. Eingreifen muss sie nicht. Das Bier fliesst in Strömen, da findet man kaum einer, der nicht eine Bierdose oder einen Bierbecher in der Hand hält.

19.08: Jetzt sind praktisch alle FCB-Fans vor dem Brügglifeld eingetroffen. Fast 1,5 Stunden vor Matchbeginn. Die meisten versammeln sich jetzt vor dem Stadion.

1,5 Stunden vor dem Spiel: Basler Fans vor dem Brügglifeld.

1,5 Stunden vor dem Spiel: Basler Fans vor dem Brügglifeld.

19.05: Was gewissen Basler Fans in den Weg kommt, wird umgestossen. Verkehrstafeln zum Beispiel.

Was im Weg steht, stossen gewisse Basler Fans um.

Was im Weg steht, stossen gewisse Basler Fans um.

18.56: Besonders anständig verhalten sie sich nicht. Es scheint ein gutes Gefühl zu sein, in den Stadtbach zu pinkeln.

18.53: Ausschreitungen gibt es hier nicht. Die Fans hinterlassen auf den Strassen aber eine ziemliches Chaos.

18.48: Die Fans laufen Richtung Bachstrasse. Immer wieder werden rot-blaue Rauchbomben gezündet.

FCB-Fans laufen Richtung Bachstrasse - in der Luft der Rauch rot-blaue Rauchbomben

FCB-Fans laufen Richtung Bachstrasse - in der Luft der Rauch rot-blaue Rauchbomben

18.46: Die Polizei begleitet den Fanzug nicht. Sie lässt die Fans Graffitis sprayen und Knallkörer zünden. Doch die meisten verhalten sich friedlich.

18.40: Keine Durchfahrt mehr für Autos an der Hinteren Bahnhofstrasse. Hier laufen die FCB-Fans. «Sicher keine Fotos!», schreit ein Fan mit Sonnenbrille.

18.37: Die Fans verlassen die Unterführung zügig. Der Match beginnt in zwei Stunden. Was sie wohl noch vorhaben?

Die ersten Basler Fans verlassen den Bahnhof.

Die ersten Basler Fans verlassen den Bahnhof.

18.36: Jetzt knallts nicht mehr, dafür singen die Basler Fans.

Die Basler Fans singen lautstark in der Aarauer Bahnhof-Unterführung.

Die Basler Fans singen lautstark in der Aarauer Bahnhof-Unterführung.

18.35: Der Zug ist eingetroffen. Knallkörper explodieren.

18.31: In Kürze kommt hier der FCB-Extrazug mit über 1000 Fans an. Das könnte eng werden.

18.30: Die Polizei scheint das clever gemacht zu haben. Die FCA-Fans sind verschwunden. Rot-Blau dominiert in der Unterführung.

18.23: Jetzt hat die Polizei eine Wand mitten durch die Unterführung aufgestellt. Es gibt nur noch einen schmalen Durchgang, was einige Pendler nervt.

Die Wand in der Aarauer Bahnhof-Unterführung

Die Wand in der Aarauer Bahnhof-Unterführung

18.20: Schwarz dominiert in der Bahnhofs-Unterführung. Da sieht man wenig Rot, obwohl das eine Vereinsfarbe beider Teams ist.

18.07: Die Polizei ist auch schon hier. Die Polizisten beobachten das Geschehen von oben herab.

Kurz nach 18 Uhr vor dem Aarauer Bahnhof: Die Polizei ist präsent.

Kurz nach 18 Uhr vor dem Aarauer Bahnhof: Die Polizei ist präsent.

18.03: Noch ist es sehr friedlich hier am Bahnhof. Aarau-Fans und Basel-Fans plaudern gut gelaunt miteinander. «Euch hauen wir weg wie GC», scherzt ein FCA-Fan. «Ich tröste dich nach dem Spiel», kontert der Basler.

18.02: In der Unterführung im Aarauer Bahnhof sind für einmal nicht nur Pendler. Erste Gruppen versammeln sich.

17:57: Herzlich willkommen zum Newsticker vor dem Knüller FCA-FCB. Hier erfahren Sie hautnah, was im Vorfeld der Partie in Aarau passiert.

17.30: Der ausserordentliche Match sei ein Hochrisikospiel, doch es sei genug Zeit geblieben, um ein entsprechendes Polizeiaufgebot zu planen, sagt Bernhard Graser, Presseprecher der Kantonspolizei Aargau auf Anfrage.

1500 Stehplätze sind für Basler Fans vorgesehen. Doch 3000 Fans sollen nach Aarau kommen. Auch die Polizei erwartet viele Fans, doch zum Aufgebot macht sie keine konkreten Angaben.

Jedenfalls handle es sich um einen der kostenintensiveren Einsätze. «Wir hoffen, dass es friedlich bleibt, allerdings sollen allfällige Feierlichkeiten nicht im Keim erstickt werden», sagt Graser. Um 18.30 Uhr wird der erste Fan-Zug erwartet. Wir halten Sie auf dem Laufenden.