Lostorf
Das Waldbad-Projekt soll im Herbst starten

Fast zehn Jahre hat die Gemeinde Lostorf gebangt und gehofft. Jetzt macht das Waldbad-Projekt wacker Fortschritte. Es liegt nun öffentlich auf – verkauft werden Elfen- und Feenromantik.

Beat Wyttenbach
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Fast zehn Jahre hat die Gemeinde Lostorf gebangt und gehofft. Jetzt macht das Waldbad-Projekt wacker Fortschritte. Ursprünglich war in Lostorf unter anderem auch von einem Seilpark für gestresste Manager die Rede gewesen. Erst mit den Plänen der Aqua Spa Resorts AG sei das Vertrauen in ein seriöses Projekt zurückgekehrt, sagte Gemeindepräsidentin Ursula Rudolf. Sie sagte vor den 120 Anwesenden am Informationsabend am Mittwochabend: «Lostorf ist eine Wohlfühloase, das Projekt passt.»

Thermal- und Saunalandschaft

Roger Bernet, Geschäftsleiter der Aqua Spa Resorts AG, erläuterte der Stand der Planung: Der Badbereich werde weiterhin durch eine fast zehn Meter breite Schneise mitten durch das bisherige Gebäude unterteilt, durch welche ein Bächlein fliesse und einen Wald beinhalten werde, der bis zum Weiher im Park reiche. Der Bach wird von der Gipsquelle gespiesen. Die Nutzung dieser Mineral- und der Schwefelquelle stünde ebenfalls zur Diskussion, sagte Bernet, hier sei man in Verhandlungen mit den Mineralquellen Eptingen AG.

Der Badkomplex im Osten beinhaltet vier Ebenen: Das Badeerlebnis beginnt im oben im Wichtelbad. Im Erdgeschoss liegt das verwinkelte und multifunktionale Elfenbad mit Blick ins Tälchen. Ein Stockwerk tiefer findet man das Feenbad, ein 45 Grad warmes Dampfbad mit Blick in den Wald. Im zweiten Untergeschoss schliesslich befindet sich das Gnomenbad mit Unterwassermusik und einer Zwergenhöhle mit Trollbad, 40 Grad warmem, schwefeligem Wasser und gewärmten Liegesteinen.

Die Saunalandschaft wird sich im Westflügel im ersten Untergeschoss befinden; die Anlagen sollen sich zu einem kleinen Waldgarten hin erstrecken.

Verwunschene Gartenanlage

Die Parkanlage, welche der Öffentlichkeit zugänglich sein soll, soll unter anderem mit Erdbeeren, Haselsträuchern und Kastanien bestückt werden, versehen mit ihren keltischen Namen. «Wir wollen keine ‹geschleckte› Anlage, sondern einen Bereich, wo sich die Natur entfalten kann», erläuterte Bernet.

Die Energieerzeugung ist mittels Holzschnitzelheizung geplant – unterirdisch im oberen Kiesplatz – in Zusammenarbeit mit der Bürgergemeinde Lostorf. Um die Spitzen zu brechen, wird sie durch eine Ölheizung ergänzt.

Schliesslich ist hinter dem Wohngebäude an Stelle der jetzigen Einstellhalle und des Parkdecks ein viergeschossiges Parkhaus vorgesehen. Es bietet Platz für 167 Fahrzeuge; 70 davon in den beiden unteren Etagen sind aber bereits für die Stockwerkeigentümer reserviert.

Baubeginn vielleicht im Herbst

Im Juni 2002 hatte das Bad seine Türen geschlossen. 2006 sicherte sich die Firma Aqua Spa Resorts AG das Vorverkaufsrecht von der damaligen Eigentümerin, der Lostorf Hot Springs AG. Am 8. April dieses Jahres wurde die Baueingabe bei der Gemeinde eingereicht. Sie liegt noch bis kommenden Donnerstag auf. Frühestens im Herbst dieses Jahres kann mit dem Umbau begonnen werden. Das Unternehmen rechnet damit, dass das Bad im Winter 2012/13 seine Türen öffnet. Die Gesamtkosten werden sich auf rund 20 Mio. Franken belaufen, hinzu kommen bis 4 Mio. für den Umbau und Parkhaus.