Aarau/Buchs
Das sagen Gemeindeammann und Stadtpräsidentin zur neuen Kreisschule

Die Stimmberechtigten sagten Ja zur Bildung einer Kreisschule – die grösste Schulfusion im Aargau ist Tatsache.

Nadja Rohner
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Historischer Handschlag: Jolanda Urech und Urs Affolter gestern vor dem Buchser Schulhaus Suhrenmatte, an das die Stadt Aarau bereits bisher zahlte.

Historischer Handschlag: Jolanda Urech und Urs Affolter gestern vor dem Buchser Schulhaus Suhrenmatte, an das die Stadt Aarau bereits bisher zahlte.

Ueli Wild

In Aarau haben 62,5 Prozent der Abstimmenden Ja gesagt, in Buchs 50,5 Prozent. Das bei hohen Stimmbeteiligungen von je über 47 Prozent. Ein historischer Entscheid, der von Stadtpräsidentin Jolanda Urech und Gemeindeammann Urs Affolter mit einem Handschlag vor dem Buchser Schulhaus Suhrenmatte besiegelt wurde. Die neue Kreisschule Aarau-Buchs wird den Betrieb nach den Sommerferien 2018 aufnehmen.

Ein deutliches Ja in Aarau, ein knappes Ja in Buchs. Sind Sie erleichtert?

Jolanda Urech: Ich bin sehr erfreut, dass nun bezüglich der zukünftigen Schulorganisation Klarheit herrscht. Alle Aarauer Kinder werden zukünftig von den gleichen Schulangeboten profitieren. Mit einem so deutlichen Resultat habe ich nicht gerechnet.

Urs Affolter: Ich bin froh, dass die Übergangsphase vorüber und die Zukunft unserer Schule nun geklärt ist. Alle wissen jetzt, wie es weitergeht. Mit einem knappen Resultat habe ich gerechnet, allerdings nicht damit, dass lediglich 21 Stimmen den Ausschlag geben.

Herr Affolter, ist das Ja zur Kreisschule ein erster Schritt hin zur
Fusion mit Aarau?

Affolter: In dieser Frage ist unsere Haltung unverändert, eine Fusion ist kein Thema. Wir haben aber immer gesagt, dass wir mit unsern Nachbarn zusammenarbeiten wollen und daran hat sich auch nichts geändert. Wir tun nun nämlich genau das im wichtigen Bereich der Bildung.

Frau Urech, gestern gabs auch ein Ja zum «Zukunftsraum Aarau» in Unterentfelden.

Urech: Die Zustimmung beider Gemeinden zur Kreisschule Aarau-Buchs sowie die Zustimmung zum Zukunftsraum in Unterentfelden sind Zeichen für die Dynamik in der Region und werden die Region stärken. Die Stimmberechtigten haben den Gemeinderäten das nötige Vertrauen ausgesprochen für die kommenden Schritte. Das freut mich sehr.

Der Abstimmungskampf über die Kreisschule wurde sehr emotional geführt. Hat Sie das gestört?

Affolter: Ich stelle fest, dass bei Abstimmungen heute oft nur noch auf der emotionalen Schiene gefochten wird. Es wird behauptet, ohne den Beweis führen zu müssen. Die Sachargumente gehen dabei unter. Das stört mich und ich bedaure das.

Urech: Die Schule ist ein emotionales Thema, welches die Menschen bewegt. Ein Pro- und ein Kontra-Komitee haben den Abstimmungskampf engagiert betrieben. Leider wurde nicht immer sachlich argumentiert.

Was erwarten Sie jetzt von den
unterlegenen Lehrern und Schulpflegern?

Urech: Die Kreisschule ist beschlossen, nun geht es darum, gemeinsam nach vorne zu schauen. Ich erwarte, dass die Lehrpersonen sich aktiv mit ihren Anliegen in den kommenden Prozess einbringen. Ich bin zuversichtlich, dass sich alle weiterhin für eine gute Schule einsetzen werden.

Affolter: Es ist wichtig, dass nun die Gräben rasch geschlossen werden und der «Zähler auf Null gestellt» wird. Für die weitere Arbeit an diesem für beide Gemeinden zentralen Bildungsgeschäft ist es nötig, dass alle partnerschaftlich und konstruktiv mitarbeiten. Die Lehrer und Lehrerinnen müssen unbedingt ins Boot geholt werden.

Was sind nun die nächsten Schritte?

Urech: Schon am Montag wird der Stadtrat über das weitere Vorgehen befinden. Verschiedene Aufträge werden nun erteilt, welche sicherstellen, dass ein Schulstart im August 2018 möglich sein wird. Dabei stehen betriebliche, schulische und organisatorische Fragen im Vordergrund. Rechtliche und personelle Fragen müssen geklärt, Verträge und Reglemente erarbeitet werden.

Affolter: Der Gemeinderat Buchs wird das konkrete weitere Vorgehen am Dienstag beschliessen. Es sind Geschäfte zu behandeln wie zum Beispiel das Geschäftsreglement für den Kreisschulrat und Kreisschulpflege, Personalübernahmevereinbarungen, Miet- und Nutzungsvereinbarungen, Budget 2019, Wahl des Kreisschulrat Aarau-Buchs am 24. September, Auflösung und Liquidation der Kreisschule Buchs-Rohr. Ausserdem ist die Schulorganisation im engeren Sinne zu initiieren und aufzusetzen. Kommentar rechts