Aarau
Das «KBA» ist Geschichte: Ist Aarau jetzt keine Party-Stadt mehr?

Nach 13 Jahren ist der Aarauer Club Kettenbrücke Geschichte. Von Donnerstag bis Sonntag war noch ein letztes Mal im KBA gefeiert und getanzt worden – auch ein ein bisschen getrauert.

Markus Christen
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Das letzte Wochenende in der Kettenbrücke
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Das letzte Wochenende in der Kettenbrücke
Das letzte Wochenende in der Kettenbrücke
Zum letzten Mal am Mischpult
Das letzte Wochenende in der Kettenbrücke
Langes Anstehen vor der Kettenbrücke
Das letzte Wochenende in der Kettenbrücke
Das letzte Wochenende in der Kettenbrücke

Das letzte Wochenende in der Kettenbrücke

Markus Christen

Mit einem letzten Hurra, wie es so schön heisst, mit einem finalen Glanzstück hat sich das Team des Clubs Kettenbrücke (KBA) am Sonntagabend mit dem Hauptact «Remady und Manu-L» verabschiedet.

Das Versprechen von vier langen Partynächten lockte von Donnerstag bis Sonntag noch einmal Tausende Feierlustige in die Räume des ehemaligen Hotels, die während der vergangenen knapp dreizehn Jahre die Ausgehgewohnheiten der Aargauer Jugend mitgeprägt haben – und die nun einem Hotelneubau weichen.

Viele Erinnerungen kommen hoch

Für Fabian Bürkli, der den Club am Zollrain mit seinen Geschäftspartnern Georgios Antoniadis und August Burkart betreibt, geht damit eine spannende und erfolgreiche Lebensphase zu Ende.

«Viele Erinnerungen kommen auf, auch Wehmut macht sich breit», sagt Bürkli in einer ruhigen Stunde an diesem schweisstreibenden Wochenende.

Weit über zwei Millionen Gäste habe man über die Jahre im Club Kettenbrücke begrüssen dürfen.

«Ein Element für diesen grossen Erfolg», so Bürkli, «ist sicher, dass wir stets um Innovation bemüht waren und auch Veränderungen nicht scheuten.»

In den vergangenen Tagen sei ihm immer bewusster geworden, dass mit dem KBA ein absolut gesundes Geschäftskind zu Grabe getragen werde. «Das ist schon sehr hart.»

«Stadt verliert Aushängeschild»

Der Tenor unter den Gästen an der letzten Party für die über 25-Jährigen, die am Samstag veranstaltet wurde und ausverkauft war, ist einstimmig: Das Bedauern über die Schliessung des Clubs ist gross.

Im Publikum finden sich viele Gäste, die heute selbst nicht mehr oft in Clubs gehen, das KBA aber in früheren Tagen gerne besucht hatten – und nun zum Abschied noch einmal mitfeiern wollen.

Das Clubangebot in der Stadt verliere nun das grösste Aushängeschild, sagen viele.

Auch drei junge Frauen, die an einem Tisch neben der Tanzfläche sitzen, sind über den Entscheid zur Schliessung des KBA alles andere als glücklich.

«In diesem Punkt hat die Politik der Stadt versagt. Insbesondere den Jüngeren wird ein Ort weggenommen, um am Wochenende in den Ausgang zu gehen. Das wird am Ende genau diejenigen aufregen, die schon lange ihre Vorbehalte gegenüber dem KBA hatten.»

Dankeschön vom Team

Isabel, die seit rund fünf Jahren hinter der Bar des Clubs arbeitet, sagt, das Ende komme jetzt doch sehr plötzlich, obwohl man sich ja schon etwas länger darauf habe vorbereiten können.

Während der Party am Freitagabend sei ein Dankeschön der Partygäste regelrecht in der Luft gelegen und man habe die Wertschätzung spüren können.

Danke sagen möchte auch Fabian Bürkli, nämlich den Tausenden von Partybesuchern des Clubs KBA und seinen treuen Mitarbeitern.

«Ohne sie wäre ein derart erfolgreicher Betrieb über so viele Jahre nicht möglich gewesen. Auf den Erfolg, den wir hatten, dürfen wir alle zusammen stolz sein.»

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