Aarau
Das Baugesuch für die Wohnungen im Torfeld Süd kommt unter die Erde

Im Torfeld Süd wurde am Donnerstagabend der Grundstein für ein neues Stück Stadt gelegt: das Aeschbach-Quartier. Als Zeitzeugen landeten verschiedene Dokumente in der Kiste, die Vertreter von Stadt, Mobimo und Implenia vergruben.

Katja Schlegel
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Mit vereinten Kräften lassen Vertreter von Mobimo, Stadt und Implenia die Metallkiste mit allerlei Dokumenten unter dem Schutt verschwinden.

Mit vereinten Kräften lassen Vertreter von Mobimo, Stadt und Implenia die Metallkiste mit allerlei Dokumenten unter dem Schutt verschwinden.

Sandra Ardizzone

Draussen schiebt sich die Autokolonne in die Stadt, drinnen schieben sich die geladenen Gäste aneinander vorbei. Zwischen den Stehtischen steht das Catering-Personal mit Tabletts gross wie Wagenräder, auf den Bildschirmen entlang der Fensterfront wird das Rockwell-Hochhaus in Endlosschlaufe gesprengt. Auf der Bühne steht die noch leere Kiste, die als symbolischer Grundstein in der Baugrube versenkt wird.

Das Interesse ist gross, rund 100 Gäste sind ins Torfeld Süd zur Grundsteinlegung für das Baufeld 4 im künftigen Aeschbach-Quartier gekommen, darunter Vertreter von Stadt, Architekten, Grundeigentümerin Mobimo und Totalunternehmung Implenia sowie künftige Quartierbewohner. Hier, im südlichen Teil des Gebietes, entstehen in den nächsten Monaten 92 Eigentumswohnungen, vom Parkapartment über Maisonettewohnungen, Reiheneinfamilienhäuser und Stadtapartments.

Der Industrie-Charme bleibt

Etwas abgeschirmt durch den Oehler-Park mit der Villa der Fabrikantenfamilie Oehler wird das Baufeld eine von drei Einheiten des Aeschbach-Quartiers bilden. Weitere Einheiten sind der städtische Teil mit dem GastroSocial-Tower, grossen Geschäftshäusern und dem «Urban Village» mit der Aeschbach-Halle als Herzstück sowie im Osten das Industriequartier mit dem modernen Bürogebäude und den alten Produktionshallen der Rockwell Automation. Entwickelt wurde die Gesamtplanung des Quartiers von KCAP Architects & Planners, dem Büro des holländischen Architekten Kees Christiaanse, das sich auf die Umnutzung von Hafen-, Bahn- und Industriearealen spezialisiert hat.

Die Wohnungen auf Baufeld 4 sind gefragt, ein Drittel ist bereits verkauft. Entsprechend gross ist denn auch die Freude bei Christoph Caviezel, CEO der Mobimo Management AG, über die Grundsteinlegung: «Lange haben wir auf diesen Moment gewartet, jetzt ist es endlich so weit.» Und auch wenn die Vorlaufzeit lange war, so sei es doch der richtige Entscheid gewesen, in Aarau zu investieren. «Ich hoffe, dass hier ein attraktives, lebendiges, durchmischtes und lebhaftes Quartier entsteht», so Caviezel. Damit sich auch die Nachwelt von der Qualität des Quartiers überzeugen kann, legt der CEO nebst dem den Masterplan und einem Mobimo-Magazin auch die Verkaufsprospekte für die Wohnungen in die Kiste.

Zeitzeugen kommen in die Kiste

Stadtpräsidentin Jolanda Urech lobt die Vielseitigkeit, auf die die Planer des Quartiers setzen. «Man findet hier die Vielseitigkeit einer Stadt: Modernste Wohnmöglichkeiten, ideale öV-Anbindungen, Restaurants, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, Arbeitsplätze, eine Kindertagesstätte und einen Park – alles in Gehdistanz, alles durchmischt.» Und dank der Erhaltung der Villa Oehler, der Aeschbach-Halle und des Testhauses als Zeitzeugen erhalte das Quartier grosses Identifikationspotenzial. Als Zeitzeugen für den Baustart legt Urech das Baugesuch, einen Zinnbecher, diverse Fotos und Prospekte zur Stadt sowie Unterlagen zum Wakker-Preis in die Kiste. Die wiederum verschwindet, gut gesichert mit einem Vorhängeschloss, unter viel Staub und Schutt in der Grube. Jetzt können die Bauarbeiten beginnen.

Aufrichte gefeiert werden soll auf Baufeld 4 bereits Ende Jahr, Bezugstermin ist voraussichtlich Anfang 2017. Die Bauarbeiten für die Wohn- und Geschäftshäuser rund um die Aeschbach-Halle beginnen 2016. Voraussichtlich 2018 wird das gesamte Aeschbach-Quartier mit insgesamt rund 270 Wohnungen zu Leben erwachen. Die Investitionssumme für das Quartier beläuft sich auf rund 170 Millionen Franken.