Buchs
Dank Lärmgutachten dürfen Footballer weiterspielen

Anwohner der Sportanlage Suhrenmatte in Buchs hatten ein Spielverbot verlangt – vergeblich. Die Argovia Pirates dürfen weitertrainieren.

Nadja Rohner
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Die Argovia Pirates dürfen weiter auf der Suhrenmatte trainieren.

Die Argovia Pirates dürfen weiter auf der Suhrenmatte trainieren.

Gaspar Gentile

Es hätte leicht zu einem Streit à la Keba/Brügglifeld kommen können, wo sich Sportbetrieb und Anwohner seit Jahren in den Haaren liegen: In Buchs wandten sich Anwohner mit einer Petition an den Gemeinderat, damit dieser verbiete, dass auf der Sportanlage Suhrenmatte American Football gespielt werden darf. Denn dort trainieren seit Herbst 2014 die «Argovia Pirates», wobei es sich um einen der wenigen American-Football-Vereine der Schweiz handelt. Auch ihre Meisterschaftsspiele tragen die «Argovia Pirates» in Buchs aus. Und das geht nicht gerade leise vonstatten.

Petition für Spielverbot

Bereits im Sommer 2016 wandten sich verschiedene Anwohner an den Gemeinderat, weil sie sich durch den Spielbetrieb sowie die Zu- und Wegfahrten gestört fühlten. In einem Gespräch zwischen Anwohnern, dem zuständigen Gemeinderat Hansruedi Werder und dem Sportverein «wurden Massnahmen getroffen, welche zu einer Entspannung der Situation führen sollten», so der Gemeinderat. Daran hätten sich die Piraten «im Grossen und Ganzen gehalten», sagt der Buchser Ammann, Urs Affolter.

Aber offenbar hat dies nicht viel geholfen. Im Mai 2017 reichte ein Anwohner – auch im Namen von 37 Mitunterzeichnenden – eine Petition gegen den American-Football-Spielbetrieb auf der Suhrenmatte ein. Der Gemeinderat solle ein Verbot aussprechen, forderten sie. Als die «Pirates» dies erfuhren, gingen sie ebenfalls auf die Strasse und sammelten Unterschriften für eine Gegenpetition – 227 kamen zusammen.

Ende 2017 entschied der Gemeinderat, für die Saison 2018 den Spielbetrieb noch zuzulassen und gleichzeitig «fachlich abgestützte Abklärungen, namentlich die Lärmemissionen betreffend, vorzunehmen», um über den künftigen Spielbetrieb entscheiden zu können. Denn «ein Verbot des American-Football-Betriebs würde eine wesentliche Einschränkung des ordentlichen Sportbetriebs auf einer öffentlichen Schul- und Sportanlage bedeuten» und hätte präjudiziellen Charakter, hiess es damals.

Nun liegt das Lärmgutachten eines Akustik-Ingenieurbüros vor. Wie der Gemeinderat mitteilt, kommt das Gutachten zum Schluss, «dass die Immissionsrichtwerte der Vollzugshilfe für Sportlärm zu jedem Zeitpunkt bei Normalbetrieb sowie während Matches eingehalten werden». Und: «Die Anforderungen des Umweltschutzgesetzes sind vollständig erfüllt.»

Bewilligung mit Bedingungen

Gestützt auf alle verfügbaren Grundlagen, so der Gemeinderat, habe er eine Interessenabwägung vorgenommen. Den «Argovia Pirates» werde gestattet, auch ab der Saison 2019 in der Suhrenmatte zu trainieren und zu spielen. Allerdings unter Bedingungen, die konsequent eingehalten werden müssen, ansonsten könne die Bewilligung wieder entzogen werden, so der Gemeinderat.

Bei diesen Bedingungen handelt es sich laut Ammann Urs Affolter zum Beispiel um die Auflagen, unnötigen Lärm unbedingt zu vermeiden, das Flutlicht direkt nach dem Training abzuschalten oder sich nach dem Training und bei der Wegfahrt möglichst ruhig zu verhalten. Ausserdem ist ein Ausbau des Spielbetriebs nicht erlaubt. «Das Mass des Möglichen ist erreicht», so Urs Affolter. «Wenn der Verein wachsen will und mehr Trainings oder Matches abhalten muss, hat es in Buchs keinen Platz mehr.»

Die «Argovia Pirates» bieten Ende August unverbindliche Probetrainings für potenzielle Neumitglieder an: (27. und August, 3. und 5. September). Gespielt wird Tackle-Football und Flag-Football, und zwar sowohl für Jungs wie auch für Mädchen, Junioren und Erwachsene. Infos: www.argovia-pirates.ch