Aarau
Chaoten fackelten Autos ab – doch der Stadtrat will ihnen 60% der Schuld erlassen

Einwohnerrat Simon Burger (SVP) wollte vom Stadtrat wissen, warum dieser Linksextremen, die 2009 grosse Schäden in der Stadt angerichtet haben, 60 Prozent ihrer Schulden erlassen will. Nun liegen die Antworten vor.

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Brandstiftung im Zelgliquartier in Aarau, dahinter steckten Linksautonome

Brandstiftung im Zelgliquartier in Aarau, dahinter steckten Linksautonome

Maja Sommerhalder

Im Jahr 2009 fackelten linksextreme Chaoten im Zelgliquartier Luxusautos ab und verübten Farbanschläge und Sprayereien. Dabei entstand ein Schaden von rund 250 000 Franken, 68 000 davon für die Stadt. Die Chaoten wurden geschnappt und verurteilt. Später versuchten sie, die Geschädigten durch einen aussergerichtlichen Schuldenerlass zu einem Verzicht von 60 Prozent ihrer Ansprüche zu bewegen. Die Stadt hätte dem zugestimmt; andere Gläubiger nicht, der Vergleich kam deshalb nicht zustande. Nun versuchen es die Chaoten mit einem gerichtlichen Nachlassvertrag. Wieder würde die Stadt zustimmen und auf Forderungen von 40 000 Franken verzichten.

Das rief Einwohnerrat Simon Burger (SVP) auf den Plan, der vom Stadtrat wissen wollte, warum dieser «linksextremen Chaoten» einen «Rabatt» gewähre. Die Antwort des Stadtrats liegt nun vor. Mantraartig wiederholt er, dass man «einer Bereinigung der Schulden nicht im Wege stehen» wolle, aber dennoch «keinen Nachlassvertrag unterstützt, der gegen den Willen einzelner Gläubiger zustande kommt». Man habe einer aussergerichtlichen Schuldensanierung mit 60 Prozent Erlass nur zugestimmt, wenn alle anderen Gläubiger dies ebenfalls getan hätten, was nicht der Fall war.

Einwohnerrat Simon Burger findet die Antworten des Stadtrates «wenig überzeugend». «Die Frage, wieso man zwei Chaoten, die unsere Grundwerte mit Füssen treten, einen Schuldenerlass gewähren will, blieb weitgehend unbeantwortet.» Das Argument, dass man einen Vergleich mit den übrigen Geschädigten nicht behindern wollte, überzeuge ihn nicht. «Wären dem Stadtrat die übrigen Geschädigten am Herzen gelegen, hätte er mit diesen das Gespräch gesucht und eine gemeinsame Strategie beschlossen.» Burger weist darauf hin, dass die beiden Verurteilten – sie streben angeblich Karrieren in der Medizin und im Sozialwesen an – ihre gesamten Schulden wohl «irgendwann bezahlen könnten». Die Frage, weshalb die Stadt ihnen dennoch einen Schuldenerlass gewähren wolle, «blieb vom Stadtrat gänzlich unbeantwortet».

Burger zeigte sich aber mit der Beantwortung der Anfrage «insofern zufrieden, als ich davon ausgehe, dass der gerichtliche Nachlassvertrag nun nicht zustande kommt». (NRO)