Buchs
Die alten Glockenklöppel bleiben permanent im Foyer der Kirche ausgestellt – dank einer grosszügigen Spenderin

Bei der Sanierung der Glockenanlage der katholischen Kirche St.Johannes in Buchs letztes Jahr wurden die früheren Klöppel ersetzt. Die alten hängen nun im Eingangsbereich im Untergeschoss. Während über 50 Jahre liessen sie die Glocken erklingen.

Daniel Vizentini
Merken
Drucken
Teilen
Die Glockenklöppel waren zwischen 1967 und 2020 im Einsatz. Die elektromechanische Uhr steuerte bis 1999 alle Uhrwerke der Kirche.

Die Glockenklöppel waren zwischen 1967 und 2020 im Einsatz. Die elektromechanische Uhr steuerte bis 1999 alle Uhrwerke der Kirche.

Daniel Vizentini

Es ist, als wäre die Ecke im Untergeschoss der Kirche St.Johannes schon immer dafür prädestiniert gewesen: Dort, wo über eine kleine, schmale Öffnung an der Decke Tageslicht eindringt, hängen neu die fünf Glockenklöppel, die bei der Sanierung der Glockenanlage letzten Sommer abmontiert und durch neue ersetzt wurden.

Dank der neuen, leichteren Klöppel klingen die Glocken heute leiser als früher. Die historischen Klöppel, die von 1967 bis 2020 im Einsatz waren, wollte man laut Andreas Pechlaner, Präsident der katholischen Kirchenpflege Buchs-Rohr, aber irgendwo in der Kirche ausstellen können. In Absprache mit dem Denkmalschutz konnte im kleinen Lichthof an der Wand der ideale Platz dafür gefunden werden.

Als wäre der kleine Lichthof vor Jahren nur dafür gebaut worden: Neu hängen dort die fünf alten Glockenklöppel.

Als wäre der kleine Lichthof vor Jahren nur dafür gebaut worden: Neu hängen dort die fünf alten Glockenklöppel.

Daniel Vizentini

Die Klöppel sind 20 bis 82 Kilogramm schwer. Aufgestellt hat sie die Aarauer Glockenfirma H. Rüetschi, die letzte der Schweiz und mit über 650 Jahren eines der ältesten Unternehmen des Landes. Nebst den Klöppeln wurde auch noch die elektromechanische Kirchen-Mutteruhr ausgestellt, die bis 1999 sämtliche Uhrwerke der Kirche zentral steuerte, ehe sie durch eine elektronische Funkuhr ersetzt wurde.

Die elektromechanische Kirchen-Mutteruhr diente von 1969 bis 1999.

Die elektromechanische Kirchen-Mutteruhr diente von 1969 bis 1999.

Daniel Vizentini

Gekostet hat die Installation laut Andreas Pechlaner 7500 Franken, wovon die H. Rüetschi AG 500 Franken als Kultursponsoring übernommen hat. Der Rest wurde bezahlt aus dem Nachlass der Buchserin Elisabeth Ringger-Glaser – einer aktiven Kirchengängerin, die vor ihrem Tod 1991 verfügt hatte, dass ein Teil ihres Vermögens der katholischen Kirchgemeinde Buchs vererbt wird «zur freien Verfügung im kirchlichen Sozial- und Kulturbereich». Das vermögende Ehepaar Ringger-Glaser war kinderlos und hat verschiedenen Institutionen Geld vermacht.

Seitdem wird aus ihrem Nachlass – dem Vernehmen nach erhielt die Kirche Buchs rund 150'000 Franken – immer wieder für Projekte entsprechend dem gewünschten Zweck verwendet. In Vorjahren etwa war die neue Weihnachtskrippe damit finanziert worden. Laut Andreas Pechlaner soll das Legat von Elisabeth Ringger-Glaser noch über Jahrzehnte weitergeführt werden.

Die Buchser Glockenklöppel und Kirchenuhr sind nun «im Ruhestand».

Die Buchser Glockenklöppel und Kirchenuhr sind nun «im Ruhestand».

Daniel Vizentini