Buchs
Beim neuen Bärenplatz sollen alle mitreden

Der Gemeinderat Buchs lanciert ein Partizipationsverfahren: Wie stellen sich die Einwohner ihren Dorfplatz vor?

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Ammann Urs Affolter und Susanna Lehmann, Leiterin Bau, Planung, Umwelt, auf dem Bärenplatz.

Ammann Urs Affolter und Susanna Lehmann, Leiterin Bau, Planung, Umwelt, auf dem Bärenplatz.

Nadja Rohner

2017 lehnten die Buchserinnen und Buchser in einer Referendumsabstimmung den Verkauf eines Grossteils des Bärenplatzes – die Brache vor dem Gemeindesaal – an einen Investor ab. Dieser hatte im Süden des Areals, entlang der Strasse, einen mehrstöckigen Kopfbau hinstellen wollen. Dagegen formierte sich jedoch Widerstand.

Indes: Klar war nach dem deutlichen Nein nur, was die Buchserinnen und Buchser nicht wollen. Was stattdessen mit dem Platz geschehen soll – darüber gingen die Meinungen auseinander.

Doch nun geht etwas. Der Gemeinderat hat aus dem Fehler, die Stimmbürger mit einem Projekt zu überraschen, gelernt. Dieses Mal setzt er auf Partizipation. 30'000 Franken hat er für den aufwendigen Prozess budgetiert, der von Joelle Zimmerli (Firma Zimraum) begleitet wird. Mitmachen dürfen alle Buchserinnen und Buchser, die Lust haben, Ideen für die künftige nachhaltige Nutzung und Gestaltung des Platzes zu erarbeiten. «Wir müssen eine mehrheitsfähige Lösung haben», betont Ammann Urs Affolter. «Denn es herrscht grossmehrheitlich Konsens darüber, dass der Platz nicht so bleiben soll, wie er heute ist. Der Gemeinderat hofft auf eine rege Teilnahme der Bevölkerung – wir sind wirklich offen für viele neue Ideen.»

Ein komplett asphaltierter Platz steht nicht zur Diskussion

Der erste von mehreren Workshops findet am Samstag, 4. September (10 bis 14 Uhr) statt. «Für jedes Team stehen ein Modelleinsatz und Material zur Verfügung», heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde. Die Teams (man kann eigene bilden oder sich erst am Startworkshop finden) haben bis am 15. Oktober Zeit, ihre Idee auszuarbeiten und einzureichen. Bei einem zweiten Workshop am 6. November können sie die Idee der Öffentlichkeit präsentieren.

Ganz freie Hand haben die Teilnehmenden des Workshops jedoch nicht. Es gibt Rahmenbedingungen, die die Gemeinde vorgibt. Etwa rechtlicher Natur: So hat die Gemeinde abgeklärt, ob beispielsweise eine breite Sitztreppe zur Suhre hin, wie sie bereits verschiedentlich gewünscht wurde, möglich wäre. «Aufgrund des Gewässerraumes, der von Bauten freigehalten werden muss, geht das aber nicht», so ­Affolter. Möglich wäre ein naturnaher Zugang ohne Kunstbauten. Eine Bedingung der Gemeinde ist zudem die Begrünung des Platzes – im Sinne einer klima­angepassten Stadtentwicklung steht ein komplett asphaltierter Platz nicht zur Diskussion. Und dann ist da noch die Frage, was die Neugestaltung einerseits und der spätere Unterhalt andererseits kosten dürfen. Der Gemeinderat mag sich auf keine Zahl festlegen. «Es muss verhältnismässig sein», sagt Affolter. Falls man mit einem Platz auch ­Einnahmen generieren kann, sitzt das Gemeindeportemonnaie für die Gestaltung etwas lockerer als bei einem Platz, der nicht ­vermietbar ist. (nro)

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