Buchs
Bärenplatz: Weder für Platz noch für das Gebäude ist Plan B in Sicht

Am Buchser Infoabend zum «Bärenplatz»-Verkauf konnten einige offene Fragen geklärt werden.

Nadja ROhner
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Sieht nicht toll aus, könnte aber gestaltet werden: der Bärenplatz.

Sieht nicht toll aus, könnte aber gestaltet werden: der Bärenplatz.

Mario Heller

Es war ein cleveres Vorgehen: Am Donnerstag hatten die Buchser CVP- und FDP-Ortsparteien zum Infoabend über den Verkauf einer Bärenplatz-Parzelle geladen. Wohl wissend, dass der Gemeinderat selber keinen Infoabend machen darf. So erhielten die Stimmbürger Gelegenheit, ihre Fragen anzubringen, und Ammann Urs Affolter konnte noch einmal ausführen, weshalb es auf dem Bärenplatz aus Sicht des Gemeinderats «mehr braucht als einfach nur einen Sandkasten und eine Rutschbahn».

Zunächst gab Susanna Lehmann, Leiterin Bau, Planung und Umwelt, einen Überblick über die Historie der heutigen Brache. Spannend: Der Vergleich des alten «Bären» mit den Überbauungen, die an seinem früheren Standort entstehen sollten. Der alte Gasthof hatte ein Bauvolumen von 7000m3. Ende der 1980er-Jahre wäre beinahe ein Projekt realisiert worden, dass die vollständige Überbauung des Areals mit einer Kubatur von 30 000m3 vorgesehen hätte, zudem eine dreigeschossige Tiefgarage mit 100 Plätzen. Das aktuelle Projekt sieht neben einer Freifläche von 3000m2 einen Kopfbau mit einem Bauvolumen von 18 500m3 vor, die Tiefgarage soll 30 Plätze haben.

Bauten dürfen nicht höher oder grösser sein

Am Infoabend nahmen auch Mitglieder des überparteilichen Referendumskomitees teil, das den Einwohnerratsbeschluss zum Verkauf doch noch vors Volk gebracht hat. Einwohnerrat Dimitri Spiess (SP) zum Beispiel. Er wollte wissen, wie verbindlich die Grafiken in der Abstimmungsbotschaft bezüglich Platz- und Gebäudegestaltung sind. Ammann Urs Affolter: «Im Verkaufsvertrag ist geregelt, dass die Bauten nicht höher und nicht grösser sein dürfen. Auch die Nutzung im Erdgeschoss sowie im 1. OG ist festgelegt. Es gibt aber weder für den Platz noch für das Gebäude ein konkretes Projekt.» Sicher sei, dass die Gemeinde für die Platzgestaltung aufkommen müsse.

Die Einwohner würden bei der Ideenfindung miteinbezogen. Sie können mitentscheiden, ob es eine einfache oder eine aufwändigere Gestaltung wird. Aus dem Publikum kam zudem Kritik an den oberirdischen Parkplätzen auf ebendiesem Platz. Der Gemeinderat hätte sich diese auch nicht gewünscht, sagte Affolter, aber sie seien «eine absolut harte Bedingung des Investors» gewesen und für diesen unabdingbar, da eine publikumsorientierte Nutzung des Gebäudes vorgesehen ist. Hingegen zeigte sich der Ammann gewillt, sich dafür einzusetzen, dass es neben der vorgesehenen Tiefgarageneinfahrt bei der Suhre keine Parkplätze geben werde. «Mittlerweile bin ich auch der Meinung, dass man besser darauf verzichtet.» Sicher keine Parkplätze werde es unterhalb der Garage Hischier geben, wie das verschiedentlich erzählt werde, so der Ammann weiter.

Maja Frey (Einwohnerrätin EVP) gab zu bedenken, das neue Gebäude werde in einer scharfen Kurve stehen. Ob das nicht gefährlich und unübersichtlich sei? Man habe die Situation analysiert, sagte Urs Affolter. Für den Verkehr (inkl. Langsamverkehr) ergäbe sich kein Sicherheitsproblem.

Was passiert bei einem Nein?

Während des ganzen Abends stand die Frage im Raum: Was passiert, wenn der Verkauf abgelehnt wird? Die IG Bärenplatz (vom Referendumskomitee initiiert) will in diesem Fall «Verantwortung übernehmen» und helfen, ein Mitwirkungsverfahren zu initiieren, damit man zu einer neuen Projektidee komme, so Mitglied Werner Schenker. Das Dorf Buchs brauche wieder gemeinsame Ziele und Visionen. «Es darf nicht sein, dass bei einem Nein wieder 30 Jahre nichts passiert.»

Genau so werde es aber kommen, gab Alt CVP-Einwohnerrat Urs Michel zu bedenken: «Die Gemeinde selber wird in den nächsten Jahren in Schulhäuser investieren müssen, nicht in den Bärenrank.» Ein Infoabend-Besucher, Andreas Delfosse, gab an, er sei selber «in dem Business tätig» und könne sagen, es sei «verdammt schwierig, einen Investor zu finden für so ein Areal». Und in Richtung IG Bärenplatz schickte er: «Eine schöne Lösung ist gut und recht, aber ihr werdet keinen finden, der sie realisiert.»

Dimitri Spiess, SP-Einwohnerrat, versprach, sich bei einem Nein für eine Zwischenlösung einzusetzen. Er stellt sich mobile Einrichtungen vor, seien es Kunstwerke oder Blumen, die die heutige Baubrache beleben.