Auenstein/Veltheim
Regierungsrat gibt grünes Licht: Die Steinbruch-Erweiterung ist eine Runde weiter

Die Jura-Cement-Fabriken AG hofft, dass die Teilnutzungsplanungsänderung jetzt rechtskräftig wird und die Steinbrüche Jakobsberg/Oberegg erweitert werden können. Es pressiert.

Nadja Rohner
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Aus der Vogelperspektive sieht man den Steinbruch gut.

Aus der Vogelperspektive sieht man den Steinbruch gut.

Michael Küng

Der Regierungsrat hat die Teilnutzungsplanung «Abbaugebiete» in Auenstein und Veltheim genehmigt – und damit die rechtliche Grundlage für eine Erweiterung der dortigen Steinbrüche der Jura-Cement-Fabriken AG (JCF) geschaffen. Konkret ist eine Erweiterung der Materialabbauzone um 6,8 Hektaren geplant, wo bis Ende 2050 etappenweise maximal 6 Mio. Kubikmeter Rohmaterial für die Zementproduktion gewonnen werden soll. Die Teilnutzungsplanung war im Januar 2020 von den Gemeindeversammlungen beider Dörfer mit grossem Mehr bewilligt worden – beiderorts wurde das Beschlussquorum erreicht, ein Referendum war also nicht möglich. Gegner der Erweiterung kritisierten verschiedene Aspekte, unter anderem das Tieferlegen der Abbau-Sohle und die Erweiterung «West».

Gegen den Entscheid der Gemeindeversammlung hatten drei Personen je eine Planbeschwerde beim Regierungsrat eingereicht. Dieser hat nun eine davon abgewiesen, auf zwei trat er gar nicht ein. Abgewiesen hat die Regierung ebenso eine Beschwerde gegen die erteilte Rodungsbe-willigung im Gebiet Oberegg, die ebenfalls in direktem Zusammenhang mit der Steinbrucherweiterung steht.

Die Beschwerdeführer können nun an die nächste Instanz, das Verwaltungsgericht, gelangen. Wenn die Teilnutzungs- planung dereinst rechtskräftig wird, kann der Steinbruch noch nicht direkt erweitert werden. Es braucht eine Abbaubewilligung, in diesem Fall die Abbaubewilligung 5. Das Abbaugesuch lag bereits öffentlich auf, es sind vier Einwendungen eingegangen.

«Das Einstellen des Betriebs ist keine Option»

Für die JCF drängt die Zeit. Während es im bestehenden Steinbruchperimeter noch genügend Mergel hat, geht der Kalk zur Neige. Würde die Fabrik nur auf ei-genes Gestein setzen, wäre 2022 Schluss. Durch den Zukauf von Kalk können die Vorräte gestreckt werden. Aktuell kommt etwa die Hälfte des benötigten Kalks aus dem Steinbruch Mellikon; er wird per Lastwagen nach Wildegg gebracht. Die Zukäufe machen 30 bis 35 Prozent des Gesamtrohmaterials aus. «Wenn wir im gleichen Umfang wie bisher zukaufen, reichen die Vorräte in unseren Steinbrüchen bis ins Jahr 2024 hinein», sagt Marcel Bieri, Leiter des Wildegger Zementwerks.

Aber: Wenn die Beschwerdeführer sowohl bei der Teilnutzungsplanung als auch bei der Abbaubewilligung den gesamten Instanzenweg beschreiten, dauert das angesichts des komplexen Themas möglicherweise mehrere Jahre. Sollten sie recht er- halten, dann sowieso. «Im schlimmsten Fall würden wir noch mehr Kalk zuführen müssen, um damit die Zeit bis zur neuen Abbaubewilligung zu überbrücken», so Bieri. Er macht klar: «Das Einstellen des Betriebs ist keine Option.» Bieri appelliert deshalb an die Beschwerdeführer, «den demokratischen Entscheid zu akzeptieren»: «Es sind nur Einzelne, die Beschwerden einlegen. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung steht hinter dieser Steinbrucherweiterung.»