Aarau
Am Samstag die Hunde und am Montag der Beisser

Der Trümmerhaufen des Rockwell-Hochhauses wird wiederverwertet. Von der gesamten Bausubstanz des Gebäudes können über 80 Prozent wiederverwertet werden, nur knapp 20 Prozent gehen in die Entsorgung.

Toni Widmer
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Schutthalde des Rockwell-Gebäudes

Schutthalde des Rockwell-Gebäudes

Toni Widmer

Rund 5000 Tonnen Material liegt auf dem Trümmerhaufen des Rockwell-Hochhauses, welches am Freitag gesprengt worden ist. «Rund 2000 m davon ist Beton, der Rest Eisen», sagt Hugo Huber jun. von der Gebr. Huber AG, Aarau, die seit November am Rückbau des Gebäudes arbeitet.

Der Begriff Rückbau ist wörtlich zu nehmen. «Von der gesamten Bausubstanz des Gebäudes können über 80 Prozent wiederverwertet werden, nur knapp 20 Prozent gehen in die Entsorgung», erklärt Huber.

Möglich ist das, weil heute bei einem Rückbau mit System vorgegangen wird. In den Wochen vor der Sprengung wurde das Gebäude ausgehöhlt. Angefallen sind dabei rund 50 Tonnen Kehricht (überwiegend Dämmmaterial, aber auch Teppiche, Elektrokabel usw.,) welcher der Verbrennung zugeführt wurde.

Entfernt wurden aus dem Bau zudem rund 100 Tonnen Alteisen sowie gegen 150 m Inertstoffe. Das Alteisen wird recycliert, die Inertstoffe (Gipsdecken, Backsteine) gehen in eine Spezialdeponie.

Beton und Eisen trennen

«Wir haben das Hochhaus so ausgehöhlt, dass am Schluss nur noch der Rohbau dagestanden hat. Jetzt müssen wir nur Beton und Eisen trennen», erklärt Huber.

Das Alteisen wird zu neuem Eisen verarbeitet, aus dem Beton gibt es Kies und Recycling-Beton. Am Werk sind die Angestellten der Firma Huber dafür mit sogenannten Beissern. Damit wird das Material zerkleinert und sortiert.

In vier bis fünf Wochen, schätzt Huber, würden die Aufräumarbeiten beendet sein. Vor den Beissern, die am Montag aufgefahren sind, diente der Trümmerhaufen am Samstag der Regionalgruppe Solothurn/Bern des Schweizerischen Vereins Such- und Rettungshunde (Redog) als ideales Übungsobjekt.

Redog ist Teil der Rettungskette Schweiz und hat im Ernstfall die Aufgabe, mit Katastrophen- und Geländesuchhunden Vermisste zu suchen und zu retten. Zur Aufgabe von Redog gehört auch die Suche mit technischen Ortungsgeräten.

Als Übungsanlage war die Situation in Aarau geradezu ideal. Solche Objekte seien selten und deshalb sehr gesucht, heisst es bei Redog.