Däniken

Alle warten auf den 2x2-Vorschlag der Nagra

Peter Hodel, Präsident der Regionalkonferenz Plattform Jura-Südfuss: «Gut möglich, dass wir unsere Aktivitäten bald zurückfahren können.»

Peter Hodel, Präsident der Regionalkonferenz Plattform Jura-Südfuss: «Gut möglich, dass wir unsere Aktivitäten bald zurückfahren können.»

Wird Däniken als Standort für ein schwach- und mittelaktives Endlager zurückgestellt? Diese Frage stellt sich der Regionalkonferenz Plattform Jura-Südfuss und entscheidet sich Ende Januar nächsten Jahres.

Mit Spannung erwartet die Regionalkonferenz Plattform Jura-Südfuss den Vorschlag der Nagra für mindestens zwei Standorte pro Lagertyp. «Gut möglich, dass dann der Standort Däniken zurückgestellt wird und wir unsere Aktivitäten zurückfahren können», sagte Präsident Peter Hodel an der Vollversammlung der Regionalkonferenz am Samstag in der Kretzhalle in Erlinsbach. Schwingt da Hoffnung mit? Noch ist nämlich die Kiesgrube zwischen Däniken und Dulliken als Oberflächen-Standort für ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive radioaktive Abfälle im Rennen, zusammen mit den den Standorten in den anderen fünf Regionen.

Aus den von der Nagra vorgeschlagenen Lagerstandorten, zwei für schwach- und mittelaktive Abfälle sowie zwei für starkaktive Abfälle, wird der Bundesrat voraussichtlich 2017 entscheiden, welche Standorte im weiteren Auswahlverfahren verbleiben.

Seit 2011 hat das Bundesamt für Energie (BFE), begleitet von den regionalen Fachgruppen, in den sechs potenziellen Standortregionen sozioökonomisch-ökologische Wirkungsstudien (SÖW) durchgeführt. Untersucht wurden die Auswirkungen, welche ein Tiefenlager und die dafür notwendigen Oberflächen-Anlagen auf die Region haben können: Profitiert die lokale Baubranche, wenn die Investitionen in den Bau des Lagers fliessen? Welche negativen Auswirkungen sind zu befürchten für die Landwirtschaft oder den Tourismus? Überlegungen wurden gemacht in Bezug auf Gesellschaft und Umwelt.

Seit dem 18. November liegt nun der Schlussbericht dieser Studie vor. Dies vorweg, er wird, wie Stefan Jordi vom Bundesamt für Energie (BFE) betonte, keinen Einfluss haben auf den erwarteten Vorschlag der Nagra. Die Sicherheit hat in dieser Phase oberste Priorität. Die Ergebnisse der SÖW werden jedoch in die Gesamtbeurteilung des Bundesrats einfliessen. Ausserdem liefert der SÖW wichtige Grundlagen für die weitere Planung und Optimierung der Standortareale.

Über die Resultate der SÖW informierte an der Vollversammlung Roman Frick vom Forschungs- und Beratungsbüro Infras, Zürich. Sensibler Bereich ist am Jura-Südfuss der Grundwasserschutz. Die gesetzlichen Vorgaben, so Frick, könnten jedoch eingehalten werden. Angesichts der vorhandenen Siedlungsdichte sind die Faktoren Luft und Lärm relevant. Allerdings besteht am Standort Däniken die gute Voraussetzung, dass durch die zentrale geografische Lage und den Bahnanschluss die Lastwagen-Fahrten auf ein Minimum beschränkt werden könnten.

Das Gebiet ist vergleichsweise dicht besiedelt, es besteht der Bedarf nach einer Grünzone zwischen den Entwicklungsgebieten von Däniken und Dulliken. Diese dient auch als Wildtierkorridor von nationaler Bedeutung. Diese Grün- und Landwirtschaftszone würde durch die Oberflächenanlagen gestört. Wegen ihrer grossen Wirtschaftskraft hätte die Standortregion Jura-Südfuss dafür das vergleichsweise grösste Potenzial von durch das Tiefenlager bedingten Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten.

Roland Fürst, Vorsteher Bau- und Justizdepartement Kanton Solothurn, würdigte die komplexe, aber auch emotional anspruchsvolle Arbeit, welche im Rahmen der Regionalkonferenz Platt form Jura Südfuss geleistet worden ist. Muss sie fortgesetzt werden? Diese Frage rumorte in den Köpfen der Teilnehmer der Vollversammlung vielleicht am stärksten.

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