Skiferien
Aargauer fahren in der Innerschweiz günstig Ski

Zwar sind seit einer Woche Skiferien, doch viele Familien bleiben daheim. Für Familien sind Skiferien teuer. In lokalen Kleiderbörsen ist eine Ausrüstung bereits ab 100 Franken zu haben.

Anna Wanner und Mara Michel
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Günstigere Alternative vor der eigenen Haustür: Schlitteln am Gönhardhügel in Aarau. Toni Widmer

Günstigere Alternative vor der eigenen Haustür: Schlitteln am Gönhardhügel in Aarau. Toni Widmer

Bei knappem Budget liegt Skifahren nicht drin. Bereits die Ausrüstung kostet jedes Jahr aufs Neue: Kinder tragen Skischuhe und -hosen meist nur eine bis zwei Saisons. Wer im Sportgeschäft günstig einkauft, kommt immer noch auf 300 Franken pro Kind und Ausrüstung.

Tief in die Tasche müssen die Eltern auch für Skibilletts und Mittagessen greifen. Eine Familie mit zwei Kindern bezahlt für einen Tag Skiplausch mit Essen locker 300 Franken. Die az Aargauer Zeitung suchte günstigere Wege, um Ski zu fahren.

Spartipp Kleiderbörse

Nicht immer sind Bekannte vorhanden, welche die Skiausrüstung ihrer Kinder weitergeben können. Eine gute Alternative bieten Kleiderbörsen. In derjenigen von Heidi Gautschi in Buchs gibt es von Skijacken über Skischuhe bis hin zu Snowboards fast alles. Eine komplette Ski-Ausrüstung für ein Kind kostet hier maximal 130 Franken. Es besteht zudem die Möglichkeit, Ski und Snowboards zu mieten. «Ich bin durchaus flexibel. Über den Preis kann verhandelt werden», so Gautschi. Das Angebot werde in erster Linie von Familien genutzt, welche nicht viel Geld zur Verfügung hätten. Auch zählt Heidi Gautschi Normal- bis Gutverdienende zu ihren Kunden. Dennoch werden bei ihr mehr Kleider und Sportartikel abgegeben als eingekauft, sagt sie.

Ähnlich sieht es in der Kleiderbörse Bärli von Maya Lehmann in Reinach aus. Sie bietet den Kunden zusätzlich an, pauschal und in manchen Fällen auch in Raten zu bezahlen. Das bedeutet vor allem für Grossfamilien eine Erleichterung. «Manchmal ist es den Kunden einfach nicht möglich, alles sofort zu bezahlen», sagt Lehmann.

Skigebiete mit Familienangeboten

Zum Skitenue kommen Auslagen für die Reise, das Skibillett und allenfalls die Übernachtung hinzu. Eine Umfrage in Skigebieten, die von Aarau in knapp einer Stunde erreichbar sind, zeigt: Gerade für Familien sind die Preise nach unten angepasst. Kinder unter sechs fahren in den Skigebieten Sattel-Hochstuckli, Lungern, Sörenberg und Klewenalp gratis. Auch für die Eltern gibt es günstige Tarife, wenn sie mit den Kindern unterwegs sind. Von 5 Prozent Abschlag auf die Tageskarte für Erwachsene (Sörenberg) bis zu Familientageskarten mit inbegriffenem Mittagessen für 130 Franken (Klewenalp) bietet sich eine breite Angebotspalette für Familien. Je nach Alter und Anzahl Kinder rechnet sich ein Skigebiet mehr oder weniger.

Innerschweiz zieht Aargauer an

Zwar sind die Skigebiete der Innerschweiz nicht so schneesicher wie die hochalpinen. Heuer ist das aber kein Thema. Die Skiorte eignen sich ausserdem für Tagesausflüge, da sie in einer guten Stunde zu erreichen sind. Diesen Trend bestätigt Margrit Goldiger: «Die Klewenalp verzeichnet viele Tagestouristen», sagt die Leiterin des Tourismusbüros Beckenried. «Wir sind gut erreichbar über zwei A2-Anschlüsse», erklärt sie. Dass viele Aargauer das Angebot nutzen, erkenne sie daran, dass bei der Talstation Autos mit AG-Kennzeichen stehen.

Auch in Sörenberg wimmle es von Aargauer Familien, sagt Maja Zamundio vom Tourismusbüro. Das seien nicht nur Tagestouristen. Um das zu beweisen, greift sie wahllos eine Handvoll Anmeldescheine heraus und liest die angegebenen Wohnorte vor: «Rupperswil, Buchs, Staufen, Beinwil, Gränichen.»