Eidgenössisches Turnfest in Biel
Aaraus Vorgänger trotzten 2013 den Stürmen

Die Meteorologie spielte den Vorgängern von Aarau 2013 übel mit.

Kim Barbara Wyttenbach
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Diese Frau schützt sich gegen Regen und Staub.
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Grosse Zerstörung nach dem kurzen aber heftigen Sturm auf dem Turnfest-Gelände in Biel.
Grosse Zerstörung auf dem Turnfest-Gelände nach dem kurzen aber heftigen Sturm.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Zweiter Horror-Sturm wütet am Eidgenössischen Turnfest in Biel.
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Stühle stecken im Schlamm fest.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.

Diese Frau schützt sich gegen Regen und Staub.

Hr. Aeschbacher

Wie war es am letzten Eidgenössischen Turnfest (ETF), das vor sechs Jahren in Biel stattfand? Das Motto war «Gymnastique fantastique». In Erinnerung blieben vor allem die beiden Wetterereignisse, die das Fest heimsuchten.

Beide Male traf es das ETF an einem Donnerstag. Sie hinterliessen beide eine zerstörte Infrastruktur, wobei das zweite Unwetter noch schlimmer war als das erste und 95 Verletzte forderte.

So sprach man abschliessend an der Medienkonferenz dann auch von zwei Gesichtern des Turnfestes, einem lachenden und einem weinenden. Dabei wurde die Solidarität der vielen Helfer besonders hervorgehoben. Nach beiden Unwettern konnte das Turnfest planmässig fortgesetzt werden.

Damit fanden die Strapazen des zweiten Gewitters aber noch kein Ende: Ein Mann starb eineinhalb Jahre später an den Folgen seiner Kopfverletzung. Jahrelang wurde darüber gestritten, ob der Festdirektor wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger schwerer Körperverletzung angeklagt werden soll. Die Untersuchung endete schliesslich mit einer Einstellungsverfügung.

Gewinn von 500 000 Franken

Das Budget für das ETF in Biel belief sich auf 20 Millionen Franken. Aarau rechnet mit dem gleichen Budget. Trotz der beiden Stürme erwirtschaftete das ETF in Biel 500 000 Franken Gewinn. 70 000 Franken wurden unterstützungswürdigen Projekten zugeführt. Der Gewinn zeigt, dass das Eidgenössische Turnfest neben der meteorologischen Herausforderung, trotzdem ein Erfolg war.

Wettingen schaffte Hattrick

Als Präsident des Organisationskomitees des Eidgenössischen Turnfests 2013 engagierte sich der damalige Bieler Stadtpräsident und spätere Ständerat Hans Stöckli. Elf Jahre nach der Expo.02 wollte Hans Stöckli wieder einen nationalen Anlass in die Region holen. Sechs Gemeinden im Seeland beteiligten sich am ETF: Biel, Nidau, Ipsach, Magglingen, Bözingen und Gurzelen. ETF-Direktor war Fränk Hofer.

Vom 13. bis 23. Juni 2013 schaute die ganze Schweiz auf Biel. An den sechs/acht Wettkampftagen rund um das Bieler Seebecken standen 300 000 Wettkampfminuten auf dem Programm, umgerechnet sind das 210 Tage.

60 017 Turnerinnen und Turnern waren in Biel im Einsatz. Sie massen sich in 130 Disziplinen und Kategorien. 17 599 Jugendliche beteiligten sich an den Wettkämpfen, und 200 000 Besucher genossen die Atmosphäre auf dem Festgelände.

Der STV Wettingen schaffte mit 29,98 Punkten den klassischen Hattrick und holte so die Krone in der Königskategorie, dem 3-teiligen Vereinswettkampf in der 1. Stärkeklasse. Nach dem Titel im Baselbiet und demjenigen in Frauenfeld standen sie im Seeland bereits zum dritten Mal ganz zuoberst auf dem Treppchen.

Grösster Campingplatz

Während ein Teil der Turner in Zivilschutzanlagen, Turnhallen oder in sonstigen Unterkünften übernachteten, stellte die ETF-Organisation 3000 Igluzelte zur Verfügung. Sie wurden in Reih und Glied auf dem Gelände Stutz in Ipsach aufgestellt und boten 9000 Personen Platz. Zudem konnte man sich mit einem Privatzelt auf dem Campingplatz einquartieren. Damit entstand vorübergehend der grösste Campingplatz der Schweiz.

Sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Unwetter wurden die Zelte wieder aufgebaut. Am zweiten Wochenende, von Samstag auf Sonntag, übernachteten 18 000 Menschen auf dem Gelände.

Am Ende konnten die Igluzelte für 30 Franken gekauft werden. Nachdem die letzten Turner gegangen waren, stellte der Zivilschutz unter der Leitung von Irène Bircher und Patric Kneubühler das Gelände innerhalb von drei Wochen wieder so her, wie es sich zuvor präsentiert hatte.

Ein Höhepunkt bildete der Festumzug inklusive Flash-Mob auf dem Zentralplatz. Dabei bewegte sich eine kaum überschaubare Menge synchron zur Musik aus Lautsprechern. Am Umzug durch die Stadt nahmen 2500 Turner und 25 000 Zuschauer teil: Es wurden unzählige Fahnen geschwenkt, es wurde gesungen und getanzt und die Zuschauer kamen in den Genuss von verschiedenen Showeinlagen.

Nachhaltigkeit grossgeschrieben

Neben den Wettkämpfen und den Festivitäten bemühte sich das OK, das Eidgenössische Turnfest besonders nachhaltig zu gestalten. «Der massvolle Nachhaltigkeitsansatz, der sich als roter Faden durch die Planung und die Durchführung zog, hat unser Fest geprägt», sagte ETF-Direktor Fränk Hofer nach dem «Eidgenössischen».

So wurden etwa zu 100 Prozent zertifizierter Ökostrom eingesetzt, biologische und regionale Produkte bevorzugt und auf dem Festgelände Elektrovelos und öffentliche Verkehrsmitteln benutzt. Zudem verteilte Coop am ETF 2013 15 000 Caps mit dem Schriftzug «Bio», die aus 100 Prozent Baumwolle produziert wurden.

Hans Stöckli war ein sehr aktiver OK-Präsident Man kann nicht sagen, das Eidgenössische Turnfest 2013 habe die politische Karriere von Hans Stöckli (SP) lanciert. Er war zum Zeitpunkt des Festes ehemaliger Stadtpräsident (1990 bis 2010) und aktiver SP-Ständerat (ab 2012). Aber das Turnfest hat mitgeholfen, das landesweite Profil des OK-Präsidenten zu schärfen. Nach den Stürmen sagte Hans Stöckli: "Wir haben ein Turnfest mit zwei Gesichtern erlebt, ein glückliches, fröhliches und ein unglückliches, katastrophales." Stöckli wurde später ETF-Ehrenmitglied. Er wird in Aarau mindestens an der Fahnenübergabe mit dabei sein. Am ETF 2019 ist Regierungsrat Alex Hürzeler OK-Präsident.

Hans Stöckli war ein sehr aktiver OK-Präsident Man kann nicht sagen, das Eidgenössische Turnfest 2013 habe die politische Karriere von Hans Stöckli (SP) lanciert. Er war zum Zeitpunkt des Festes ehemaliger Stadtpräsident (1990 bis 2010) und aktiver SP-Ständerat (ab 2012). Aber das Turnfest hat mitgeholfen, das landesweite Profil des OK-Präsidenten zu schärfen. Nach den Stürmen sagte Hans Stöckli: "Wir haben ein Turnfest mit zwei Gesichtern erlebt, ein glückliches, fröhliches und ein unglückliches, katastrophales." Stöckli wurde später ETF-Ehrenmitglied. Er wird in Aarau mindestens an der Fahnenübergabe mit dabei sein. Am ETF 2019 ist Regierungsrat Alex Hürzeler OK-Präsident.

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