Krebsleiden
Aarauer trauern um «Sevi»-Wirt René Dätwiler

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René Dätwiler.

René Dätwiler.

Archiv ASP

Er trug meistens ein Hemd und Jeans. In der Hand hatte er eine Zigarette und vor sich – je nach Tageszeit – einen Kaffee oder eine Stange Bier. Es gibt wenige Menschen, die so sehr zur Aarauer Altstadt gehören wie René Dätwiler. Darum ist die Betroffenheit auch so gross, seit die Meldung von Dätwilers Tod die Runde macht.

Er ist am Mittwochmorgen im 75. Altersjahr gestorben. Nach wenigen Tagen im Spital. An den Folgen der Krebserkrankung, die ihm in den letzten Monaten zunehmend Schwierigkeiten bereitete. Doch er wehrte sich gegen den Zerfall. Wenn es seine Kräfte zuliessen und Not am Mann war, sprang er dort ein, wo er am liebsten war: in der Gaststube. Als Aushilfe, zuletzt vor allem in der «Altstadt».

Zusammen mit seiner Frau Annalis hatte René Dätwiler gut vier Jahrzehnte lang das Kult-Restaurant Sevilla an der Kirchgasse geführt (bis Sommer 2013). Das «Sevi» war ein Ort, wo sich Krethi und Plethi traf – eine kleine Beiz mit einer grossen Fan-Gemeinde (der Einlegerverein hatte über 100 Mitglieder).

Dätwiler war gebürtiger Entfelder. Er hatte Gartenbauer gelernt und war sehr naturverbunden. Etwa in seinem Refugium im welschen Jura. Oder als Kaninchenzüchter. In jungen Jahren war Dätwiler ein begeisterter Trabfahrer. Später traf man ihn auch immer wieder an den Pferderennen. Und er besuchte regelmässig die Heimspiele des FC Aarau.
Nach dem Auszug aus dem «Sevilla» fanden Annalis und René Dätwiler im Behmen ein neues Zuhause. Dort – und nicht nur dort – fehlt jetzt einer. (hr/uhg)

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